Wenn die Preise an den Tankstellen zum Hamstern einladen

Benzin und Diesel richtig lagern: Wie viel ist erlaubt?

Manche tun es, um auf Preiserhöhungen vorbereitet zu sein. Andere wollen eine Reserve zu Hause haben. Wer Benzin oder Diesel privat lagern will, muss wichtige Vorschriften beachten, um ernste Gefahren zu vermeiden. Nur geringe Mengen der Kraftstoffe darfst Du zu Hause lagern. Die Kraftstoffe lange zu lagern ist aus technischer Sicht nur sinnvoll, wenn sie luftdicht und sicher abgeschlossen sind.

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  • Veröffentlicht am 10/24/2019, 12:07 PM
Du kannst einen Reservekanister im Auto lagern, musst aber darauf achten, dass dieser dicht und bruchfest ist.
Quelle: picture alliance / dpa Themendie Du kannst einen Reservekanister im Auto lagern, musst aber darauf achten, dass dieser dicht und bruchfest ist

Du willst die recht häufigen Preiserhöhungen für Kraftstoffe umgehen? Dann kannst Du bei Dir zu Hause Benzin oder Diesel aufbewahren. Da es sich um entzündliche und explosive Kraftstoffe handelt, hat der Gesetzgeber entsprechende Vorschriften erlassen. Diese Vorschriften solltest Du bei der Lagerung einhalten, um Deine und die Sicherheit anderer Menschen nicht zu gefährden. Übrigens: Benzin ist wegen seines niedrigeren Flammpunkts deutlich leichter entzündbar als Diesel. Das liegt daran, dass es deutlich kürzere Molekülketten besitzt als Dieseltreibstoff.

Welche Kraftstoffmenge darf ich in der Garage lagern?

Das naheliegende Lager für die Kraftstoffe ist die Garage. Achtung: Es gibt gravierende Unterschiede je nachdem, ob Du eine Einzel-, eine Sammel- oder eine Tiefgarage hast. Für die Lagerung von Benzin und Diesel in der privaten Garage gibt es konkrete gesetzliche Vorschriften. Erlaubt sind bis zu 200 Liter Diesel und 20 Liter Benzin. Der Unterschied erklärt sich mit der deutlich höheren Entzündbarkeit von Benzin. Die Kraftstoffe müssen in bruchsicheren und dicht verschlossenen Behältern gelagert werden. Die Kanister – Metallkanister sind besser geeignet als Plastikbehälter – sollten luftdicht verschlossen sein. Das ist wichtig, damit keine Dämpfe entweichen können. Viele Garagenböden sind auch nicht wirklich dicht. Das heißt: Ausgelaufene Flüssigkeiten können in den Boden sickern. Deshalb ist es wichtig, die Kraftstoffe sorgfältig zu lagern, damit nichts ins Grundwasser ablaufen kann.
Noch ein Tipp: Wenn Du Treibstoffe in einem EU-Nachbarland kaufst, weil es dort zum Beispiel billiger ist, solltest Du berücksichtigen, dass Du maximal 20 Liter nach Deutschland bringen darfst. Andernfalls wird die Mineralölsteuer erhoben und die ist nicht gerade günstig. Der grenzüberschreitende Treibstoffkauf ist gerade zwischen Bayern und Österreich populär, weil bei den Österreichern vor allem Superbenzin deutlich billiger sein kann.

Sonderregelung bei der Lagerung in Kellerräumen und im Auto

Wenig geeignet für das Lagern von Kraftstoffen sind Keller und Tiefgaragen. Deren Bodenplatten sind oft nicht versiegelt. Ausgelaufener Treibstoff kann also in die Erde und ins Grundwasser gelangen. Für Tiefgaragen wie auch für Keller in Gemeinschaftsräumen eines Mietshauses gilt, dass hier eine Geruchs- und Gesundheitsgefahr für die Anwohner besteht, also besondere Vorsicht erforderlich ist. In Tiefgaragen dürfen deshalb außerhalb der Fahrzeuge nur „unerhebliche Mengen“ an Treibstoff aufbewahrt werden, rät der ADAC.
Wie sieht es mit der Lagerung im Auto im Kofferraum aus? Da gilt die Vorschrift, dass ein Reservekanister im Auto erlaubt ist. Der sollte aber für die Lagerung geeignet, entsprechend dicht und bruchfest sein sowie der DIN-Norm 7274 oder 16904 entsprechen. Benzinkanister aus Kunststoff können sich bei starker Hitze enorm aufblähen und reißen. Dabei können Benzindämpfe freigesetzt werden. Für den Transport im Auto sind maximal 60 Liter Treibstoff erlaubt, die eben auch sachgerecht aufbewahrt sein müssen.
Wichtig ist auch, dass der Kanister im Kofferraum befestigt ist und nicht quer durch den Kofferraum fliegen kann. Dass der Kanister im Auto an sicherer Stelle fixiert wird, ist auch wichtig für eventuelle Unfälle. Bei einem Auffahrunfall kann der Kanister beschädigt werden und Sprit auslaufen. Es genügt schon ein kleiner Funke, der mit dem Sauerstoff in der Luft reagiert und so eine heftige Explosion auslösen kann.

Wo ist das Lagern von Diesel und Benzin verboten?

An sensiblen Orten, von denen eine besondere Gefahr ausgehen kann, ist die Lagerung von Kraftstoffen verboten. Dazu gehören zum Beispiel Treppen, öffentlich zugängliche Durchgänge und Flure sowie Durchfahrten. Das Verbot gilt auch für Dachräume in Wohnhäusern. In privaten Wohnungen ist das Aufbewahren zulässig, aber streng reglementiert. Hier darf maximal ein Liter Benzin gelagert werden. Grundsätzlich solltest Du Dich als Mieter, der Kraftstoffe zu Hause aufbewahren will, darüber informieren, inwieweit das Gegenstand Deines Mietvertrags ist. Wer Benzin oder Diesel in einem nicht geeigneten Raum lagert, riskiert eine vertragswidrige Nutzung. Das kann bei Nichtbefolgen einer Aufforderung, dies zu ändern, eine Kündigung des Mietvertrags gemäß § 573 des BGB zur Folge haben.

Wie lange ist gelagertes Benzin haltbar?

Grundsätzlich sind Benzin und Diesel recht lange, sogar über mehrere Jahre haltbar. Wie lange sie genau haltbar sind, hängt von der Art der Lagerung ab. Wichtig für eine Langzeitlagerung ist, dass der Sprit in möglichst luftdichten Behältern aufbewahrt wird. Andernfalls verändern sich die Eigenschaften der Kraftstoffe. Auch die Oktanzahl kann sinken, was den Motor Deines Autos beeinflussen könnte. Außerdem können leicht entzündliche Stoffe austreten.
Diese Gefahren bestehen vor allem, wenn der Sprit in Plastikkanistern aufbewahrt wird. Bei längeren Lagerungszeiten sind Metallbehälter die bessere Wahl, weil sie wesentlich dichter sind und der Kraftstoff entsprechend länger haltbar ist. Der ADAC testete 25 Jahre altes, noch verbleites Benzin, das im Keller in einem Metallkanister gelagert war. Das Ergebnis: Der Sprit war noch einsatzfähig – allerdings als verbleiter und heute nicht mehr handelsüblicher Treibstoff.
Zum Schluss stellt sich noch die Frage, ob sich der Aufwand, Benzin in der Garage zu lagern, überhaupt lohnt. Bei einer erlaubten maximalen Menge von 20 Litern Benzin rechnet sich der Aufwand kaum.
Besser hat es der Dieselfahrer, der bis zu 200 Liter lagern kann. Aber auch hier dürfte der Preisvorteil kaum höher als 20 bis 30 Euro sein. Sinnvoll ist die Lagerung eher für Menschen, die sehr abgelegen und weit weg von der nächsten Tankstelle wohnen. Da bist Du froh, wenn Du spätabends mit fast leerem Tank heimkommst, dass Du morgens die erforderliche Menge in Deinen Tank nachfüllen kannst und damit bis zur nächsten Tankstelle kommst.



Worauf Du bei der Lagerung von Benzin oder Diesel achten musst

  • In der privaten Garage nicht mehr als 20 Liter Benzin oder 200 Liter Diesel
  • In Tiefgaragen oder Kellern nur unerhebliche Mengen lagern 
  • In Durchgängen, Treppenhäusern und Dachräumen von Wohnhäusern ist die Lagerung verboten
  • In der Wohnung beziehungsweise im Haus nicht mehr als einen Liter Benzin deponieren
  • Im Auto beträgt die Maximalmenge 60 Liter
  • Treibstoffkanister im Auto müssen dicht und bruchfest sein und fixiert gelagert sein

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