So wirst Du Dein defektes Auto schnell los!

Auto mit Motorschaden - Verkaufen oder verschrotten

Dein Auto hat einen Motorschaden und Du weißt nicht, ob Du es verkaufen oder verschrotten sollst? Wir sagen Dir, was Du tun kannst und wer defekte Autos kauft!

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  • Veröffentlicht am 08/14/2019, 12:00 AM
  • Aktualisiert am 11/14/2019, 1:41 PM
Es gibt zahlreiche Händler, die sich auf Unfallwagen und Motorschaden spezialisiert haben.
Quelle: Klaus-Dietmar Gabbert (picture alliance / dpa Themendienst) Es gibt zahlreiche Händler, die sich auf Unfallwagen und Motorschaden spezialisiert haben

Manchmal deutet es sich schon durch eigenartige Geräusche an, manchmal kommt es aus heiterem Himmel: Ein Motorschaden gehört zum Schlimmsten, was Autobesitzern geschehen kann. Gründe sind häufig ein überhitzter Motor, Ölmangel oder ein gerissener Zahnriemen. Üblicherweise trifft dieses Schicksal recht betagte Autos. Dann drängt sich die Frage auf: Das Auto mit Motorschaden verkaufen oder verschrotten? Die Frage nach der besseren Alternative ist nicht pauschal zu beantworten. Wie ein Getriebeschaden führt auch ein Motorschaden meist zu hohen Reparaturkosten. Ob sich ein Verkauf des Autos mit Motorschaden rechnet, hängt vom Fahrzeugtyp, vom Alter, von der Laufleistung und nicht zuletzt auch vom Gesamtzustand des Autos ab. Hier gilt: Je gefragter das Modell, desto besser die Möglichkeiten. Bei einem Verkauf mit Motorschaden muss es sich schließlich auch für den Käufer – in der Regel ein Händler oder eine Werkstatt – lohnen, das gute Stück reparieren zu lassen. Manchmal ist auch der Einbau eines gebrauchten Austauschmotors eine lohnenswerte Option.

Bei welchen Autos sich der Verkauf lohnen kann

Grundsätzlich ist die Entscheidung, das Auto mit Motorschaden zu  verkaufen oder zu verschrotten, eine Frage der individuellen Bewertung. Handelt es sich bei dem Gebrauchtwagen um einen Premium-Wagen wie etwa von Audi, BMW oder Mercedes-Benz mit geringer Laufleistung und überschaubarem Alter, dann stehen die Chancen beim Verkaufen relativ gut. Denn die Reparatur oder der Austausch des Motors lohnt sich in solchen Fällen häufig. Eventuell bietet sich das Fahrzeug auch als Ersatzteillieferant zum Ausschlachten an.

Ein Motorschaden ist ebenso wie ein Getriebeschaden meist mit hohen Reparaturkosten verbunden.
Quelle: Alexander Heinl (picture alliance / dpa Themendienst) Ein Motorschaden ist ebenso wie ein Getriebeschaden meist mit hohen Reparaturkosten verbunden

Umgekehrt sind alte Mauerblümchen wie etwa ein Lada oder Dacia wegen ihres geringen Marktwerts nur bedingt verwertbar – Interessenten für einen Ankauf sind schwieriger zu finden. Das Problem ist, dass sich die Wiederaufbereitung des Autos für den potenziellen Käufer lohnen muss. Doch Vorsicht: Nobelmarken sind nicht grundsätzlich besser. Ein Motorschaden bei einem regulären BMW der Baureihe 5 mit einem Vierzylinder-Diesel zieht überschaubare Kosten nach sich. Handelt es sich um das M5-Modell, wird die Sache dagegen exorbitant teuer. Dafür haben diese Modelle generell einen höheren Marktwert.

Bei klassischen Fahrzeugen können die Voraussetzungen beim Motorschaden ganz anders sein als bei konventionellen Gebrauchtwagen. Auch hier hängt es grundsätzlich von der Marke, dem Marktwert und dem generellen Zustand des Autos ab. Aber hier sind die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen oft anders. Die Technik ist bei vielen Modellen simpel, Reparaturen für Werkstätten und Hobbybastler sind daher attraktiv. Andererseits ist der Marktwert vergleichsweise hoch, ein wirtschaftlicher Totalschaden oft weit entfernt. Wenn ein alter VW Käfer mit einem Marktwert von 15.000 Euro einen Motorschaden erleidet, bleibt dieser meist in einem wirtschaftlichen Rahmen.

Um zu einer realistischen Preiseinschätzung zu kommen, bevor Du das Fahrzeug verkaufen willst, solltest Du ähnliche Angebote prüfen. Du findest sie beispielsweise auf www.mobile.de, wenn Du das Modell bei der Suche aufrufst und links unten unter der Rubrik „Fahrzeughistorie“ nur beschädigte Fahrzeuge anklickst.

Wer kauft ein Auto mit Motorschaden?

Der Ankauf eines Autos mit Motorschaden ist für Privatkäufer eher uninteressant. Ausnahmen sind private Bastler, doch die sind vergleichsweise selten. Gelegenheiten zum Verkauf gibt es fast ausschließlich im gewerblichen Bereich. Meist interessieren sich für solche Pkw Käufer, die einen Motorschaden selbst reparieren können oder eine Werkstatt haben. Infrage kommen für den Ankauf auch Autoverwertungsbetriebe, die das Kfz als Ersatzteillieferanten nutzen oder aus eigenem Bestand einen Ersatzmotor einbauen und das Auto weiterverkaufen können. Darüber hinaus gibt es ausländische Händler, die in Deutschland billige Gebrauchtwagen kaufen, sie per Lkw in die Heimat transportieren, den Motorschaden günstig reparieren oder reparieren lassen und das Fahrzeug dann weiterverkaufen.

Auch für Autos mit Motorschaden gibt es einen Markt.
Quelle: Christian Ohde (picture alliance/imageBROKER) Auch für Autos mit Motorschaden gibt es einen Markt. Der Verkaufserfolg hängt von der Marke, vom Baujahr und vom Zustand des Wagens ab

Eine andere Möglichkeit ist es, in der Umgebung nach Billigwerkstätten Ausschau zu halten und das Auto dort anzubieten. Das ist allerdings zeitaufwendig. Die beste Methode gerade im gewerblichen Bereich ist es, das Objekt online anzubieten. Dort suchen auch kommerzielle Interessenten nach Angeboten. Es gibt bundesweit zahlreiche Händler, die sich auf Unfallwagen und Motorschaden spezialisiert haben. Ein Ankauf von einem Händler ist bei Autos mit Motorschaden auch deswegen sinnvoll, weil Du als Privatperson in der Regel keine Möglichkeit hast, das kaputte Auto zu transportieren. Händler hingegen sind dafür gerüstet, haben eigene Transporter, mit denen sie Autos rasch abholen können. Eine Option kann auch sein, den kaputten Wagen beim Kauf eines anderen Autos in Zahlung zu geben.

Worauf Du beim Verkauf des defekten Autos achten solltest

Kommt es schließlich zum Verkauf, solltest Du beim entsprechenden Vertrag einige wichtige Dinge beachten. Unbedingt solltest Du die Mängel und den Motorschaden am Kfz aufführen und auch detailliert beschreiben, damit später keine eventuellen Nachforderungen kommen oder Dir eine arglistige Täuschung unterstellt wird. Dazu solltest Du auch einen Haftungsausschluss – den Ausschluss der sogenannten Sachmängelhaftung – im Vertrag festhalten, wozu Du als Privatperson berechtigt bist. Im Vertrag sollte auch festgehalten sein, dass das Auto vom Käufer abgeholt wird und Du nicht für den Transport zuständig bist.

Günstige Faktoren für das Verkaufen eines Pkw mit Motorschaden
Gefragte Marke
Geringes Alter
Geringe Laufleistung
Guter Allgemeinzustand 
Gute Weiterverkaufsmöglichkeiten nach Reparatur
Hauptuntersuchung HU mit langer Laufzeit
Potenziell überschaubare Reparaturkosten
Kein hochgezüchteter bzw. getunter Motor