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Airbags und Kindersicherheit: Das musst Du beachten

Hinten oder vorne? Welches Modell? Und was ist eigentlich mit dem Airbag? Wenn es darum geht, mit Kindern Auto zu fahren, tauchen viele Fragen auf. Welcher Kindersitz der richtige ist und was es zum Thema Sicherheit unbedingt zu beachten gibt, liest Du hier. 

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  • Veröffentlicht am 08/20/2019, 12:00 AM
  • Aktualisiert am 10/24/2019, 12:08 PM
Beim Kindersitzkauf sollte das Kind unbedingt dabei sein.
Quelle: Nicolas Armer ((c) dpa) Beim Kindersitzkauf sollte das Kind unbedingt dabei sein. Nur so kannst Du sicher sein, dass der Sitz perfekt zur Größe des Kindes passt

Die wichtigste Tatsache zuerst: Kinder brauchen im Auto einen Kindersitz. Das ist gesetzliche Pflicht und steht in der Straßenverkehrsordnung (StVO). Welcher Kindersitz der richtige ist, hängt von Größe und Gewicht des Kindes ab. Die Regel lautet: Wenn Dein Kind noch keine 1,50 Meter groß ist, muss es im Kindersitz beziehungsweise auf einer Sitzerhöhung sitzen.

Kindersitze gibt es in fünf verschiedenen Gewichtsklassen:

  • Gruppe 0: von Geburt bis zehn Kilo
  • Gruppe 0+: von Geburt bis 13 Kilo
  • Gruppe 1: von 9 bis 18 Kilo
  • Gruppe 2: von 15 bis 25 Kilo
  • Gruppe 3: von 22 bis 36 Kilo

Tipp: Beim Kindersitzkauf unbedingt das Kind mitnehmen! Es ist extrem wichtig, dass der Sitz perfekt zur Größe des Kindes passt. Bei einem Unfall kann ein zu kleiner Sitz beispielsweise zu schweren Verletzungen führen. 

Hinten oder vorne? Laut ADAC gilt grundsätzlich der rechte Rücksitz als sicherster Platz im Auto.
Quelle: Karl-Josef Hildenbrand ((c) dpa) Hinten oder vorne? Laut ADAC gilt grundsätzlich der rechte Rücksitz als sicherster Platz im Auto

Sicherheit geht vor – Kindersitze im Auto

Für jede Gruppe gibt es unterschiedliche Kindersitzmodelle. Hier ein Überblick:

Gruppen 0 und 0+

Säuglinge und Babys bis zehn Kilogramm Gewicht werden im Auto in Babyschalen transportiert. Diese kleinste Kindersitzform kann entweder auf dem Rücksitz oder auch auf dem Beifahrersitz angebracht werden. Ob Rücksitz oder Beifahrersitz – Pflicht ist immer, den Sitz rückwärts zu befestigen.

Wichtig ist auch, dass der Airbag am Beifahrersitz ausgeschaltet ist. Falls Du den Airbag in Deinem Auto nicht ausschalten kannst, darfst Du die Babyschale nicht auf dem Beifahrersitz, sondern nur auf dem Rücksitz befestigen. Ein auslösender Airbag könnte die Babyschale anschießen und so das Kind stark verletzen oder sogar töten.

Ein weiterer wichtiger Hinweis: Lass Dein Baby nicht zu lange in der Babyschale sitzen. Babys müssen dort in einer recht gekrümmten Haltung liegen, die langfristig für Rückenschäden sorgen kann. 

Gruppe 1

Kinder, die zur Gruppe 1 gehören, sind der Babyschale entwachsen und gehören bei Autofahrten in einen Kindersitz. Hier gibt es mehrere Möglichkeiten – beispielsweise ein sogenanntes Hosenträger-Gurtsystem. Der Kindersitz wird mit einem Dreipunktegurt befestigt und ein weiterer Gurt kann an die Größe des Kindes angepasst werden.

Tipp: Bei kleineren Kindern bietet es sich an, einen Kindersitz mit stabilen Seitenteilen zu kaufen, damit der Kopf noch mal zusätzlich geschützt ist.

Als Alternative gibt es auch noch den Sitz mit Fangkörpern vor dem Bauch des Kindes, der gleichzeitig als Tisch dient. Bei diesem Sitz führt der Dreipunktegurt durch diesen Fangkörper und hält so das Kind sicher im Sitz.

Eine weitere Möglichkeit ist ein Kindersitz mit spezieller Gurtführung. Diese Art von Sitz hat eine Halterung im Schulterbereich, durch den der Dreipunktegurt führt. Das Kind ist dann mit dem Sitz zusammen angegurtet. Ein Kindersitz der Gruppe 1 kann auch auf dem Beifahrersitz angebracht werden.

Befestigst Du die Babyschale auf dem Beifahrersitz, muss der Airbag am Beifahrersitz ausgeschaltet sein.
Quelle: Silvia Marks (picture alliance / dpa Themendienst) Befestigst Du die Babyschale auf dem Beifahrersitz, muss der Airbag am Beifahrersitz ausgeschaltet sein

Gruppe 2

Größere Kinder der Gruppe 2 müssen nicht mehr in einem klassischen Kindersitz sitzen. Für sie kommt nun schon ein sogenannter Sitzerhöher infrage. Diese Kindersitzform gibt es in mehreren Varianten – zum Beispiel ohne Rückenlehnen. Ein solcher Sitz verfügt über Armstützen, durch die man den Dreipunktegurt ums Becken herumführt.

Bei diesem Sitz ist das Kind allerdings nicht rundum geschützt, falls es zur Seite kippt und einschläft. Deshalb gibt es den Sitzerhöher auch mit Rückenlehne. Dieser Sitz hat stabile Seitenteile, die das Kind besser schützen. Auch für größere Kinder, die zur Gruppe 2 gehören, gibt es Sitze mit Halterungen im Schulterbereich und Fangkörper-Systemen. 

Gruppe 3

Noch ältere Kinder bis zu zwölf Jahren brauchen auch noch einen Sitzerhöher mit oder ohne Rückenlehne. Wenn Du Dich für einen Sitzerhöher ohne Rückenlehne entscheidest, sollte der Kopf Deines Kindes aber durch die Kopfstütze gestützt werden können. 

Alle Kinder ab 1,50 Meter Körpergröße dürfen ohne Kindersitz im Auto mitfahren und auch auf dem Beifahrersitz sitzen. 

Rechter Rücksitz: der sicherste Platz im Auto

Grundsätzlich empfiehlt der ADAC, sowohl Babyschalen als auch den Kindersitz im Auto auf dem rechten Rücksitz zu befestigen. Dies sei der sicherste Platz im Auto. Auch, weil ältere Kinder dann immer auf der Seite zum Fußweg ein- und aussteigen können. Nach vorne gerichtete Kindersitze dürfen in der Regel auch auf dem Beifahrersitz angebracht werden. Dann muss der Beifahrersitz aber in die hinterste Position geschoben werden, denn der Abstand zum Airbag muss groß genug sein. Sitzt ein Kind zu nah am Armaturenbrett, kann es vom sich entfaltenden Airbag getroffen werden – mit schlimmen Folgen wie Knochenbrüchen, Schürf- oder Brandwunden. Noch schlimmer kann es ausgehen, wenn sich die Beine des Kindes im Entfaltungsbereich des Airbags befinden.