Design und Aerodynamik
Der Ferrari 488 (F142M, vorgestellt 2015) knüpft optisch klar an den 458 an, wirkt aber deutlich stärker von der Aerodynamik geprägt. Große seitliche Lufteinlässe, die markant modellierte Front und ein offener Diffusor am Heck erzeugen hohen Abtrieb, ohne den Luftwiderstand spürbar zu erhöhen. Im Vergleich zum Vorgänger erscheint der 488 kantiger und technischer, bleibt jedoch als klassischer Mittelmotor-Ferrari sofort erkennbar.
Innenraum und Ergonomie
Im Cockpit bündelt Ferrari fast alle wesentlichen Funktionen am Lenkrad. Blinker, Fahrmodi und Motorstart sitzen direkt dort, was aus dem Rennsport stammt. Diese Bedienlogik ermöglicht schnelle Eingaben, verlangt anfangs aber etwas Umstellung, weil klassische Hebel an Lenksäule und Mittelkonsole nur noch eine Nebenrolle spielen. Der Blick bleibt so konsequent auf Straße und Instrumente gerichtet, die Hände bleiben am Lenkrad.
Eine Kombination aus Leder, Alcantara und sichtbaren Carbonteilen prägt den Innenraum und wirkt je nach gewählter Farb- und Materialkombination eher dezent oder sehr auffällig. Der niedrige Sitzpunkt zusammen mit der großen Verstellmöglichkeit des Lenkrads schafft auch für größere Personen eine passende Sitzposition. Stauraum im Innenraum bleibt dagegen knapp, die wenigen Ablagen fallen klein aus.
Antrieb und Fahrverhalten
Den 488 treibt ein 3,9 Liter großer V8-Motor mit Biturbo-Aufladung an. Im Vergleich zum frei saugenden Achtzylinder des 458 legt der Motor sein Drehmoment deutlich früher an und beschleunigt den Wagen sehr energisch aus mittleren Drehzahlen, während der Klang etwas zurückhaltender wirkt. Das siebengängige Doppelkupplungsgetriebe wechselt die Gänge nahezu ohne Zugkraftunterbrechung und unterstützt beim Herausbeschleunigen aus Kurven spürbar.
Traktionskontrolle und elektronisch geregeltes Sperrdifferenzial arbeiten fein abgestimmt und halten den 488 im Grenzbereich lange neutral. Die Lenkung spricht sehr direkt an und vermittelt klar, wie viel Haftung an der Vorderachse noch zur Verfügung steht. So entsteht ein sehr präzises Fahrgefühl, das sowohl auf der Landstraße als auch auf abgesperrter Strecke überzeugt.
Alltagstauglichkeit und Wirtschaftlichkeit
Im Alltag bleibt der 488 ein klarer Zweisitzer mit begrenztem Stauraum. Der Frontkofferraum fasst rund 230 Liter und nimmt damit höchstens leichtes Gepäck oder zwei kleinere Reisetaschen auf. Hinter den Sitzen steht nur wenig zusätzlicher Platz zur Verfügung.
Die Federung wirkt straff, filtert kurze Stöße jedoch dank adaptiver Dämpfersteuerung im weicheren Programm etwas besser heraus. Auf längeren Etappen hilft die ordentliche Geräuschdämmung, obwohl breite Reifen und Motorakustik stets präsent bleiben. Der Kraftstoffverbrauch liegt in der Praxis deutlich über dem Normwert, bewegt sich aber im Rahmen dessen, was bei der gebotenen Leistung zu erwarten ist. Anschaffung, Wartung und Versicherung fallen sehr teuer aus, dafür zeigt der 488 erfahrungsgemäß eine stabile Wertentwicklung.
Fazit
Der Ferrari 488 (F142M) tritt als fokussierter Mittelmotor-Sportwagen auf und ordnet die Alltagstauglichkeit konsequent der Fahrdynamik unter. Der aufgeladene V8-Motor und das schnelle Doppelkupplungsgetriebe liefern ein sehr intensives Fahrerlebnis, das sich auch im Umfeld von Konkurrenten wie Lamborghini Huracán oder Porsche 911 Turbo behauptet. Das knappe Platzangebot, hohe laufende Kosten und der im Vergleich zum 458 etwas gefilterte Motorsound gehören zur Kehrseite dieses Konzepts. Insgesamt präsentiert sich der 488 als technisch moderner Ferrari mit klarer Linie, starkem Charakter und großem Reiz für Fahrer, die ein sehr direktes, präzises Sportgerät schätzen.