Design und Positionierung
Der Ferrari 296 (F171) kam 2022 in den Handel und markiert für die Marke den Wechsel vom klassischen V8 zum kompakteren V6-Hybridantrieb. Die Proportionen mit kurzer Front, langer Heckpartie und tief sitzender Kabine folgen konsequent dem Mittelmotorkonzept. Gegenüber dem Vorgänger auf Basis des 488 wirkt der Sportwagen kürzer und muskulöser, mit stärker betonten Lufteinlässen und einem klareren Heckabschluss. Coupé GTB und Cabrio GTS unterscheiden sich vor allem durch das Klappdach, das mehr Offenheit bietet, ohne die Linienführung deutlich zu verändern. Im Wettbewerbsumfeld trifft der Ferrari 296 vor allem auf den McLaren Artura und besonders leistungsstarke Varianten des Porsche 911.
Antrieb und Fahrleistungen
Im Ferrari 296 arbeitet ein drehfreudiger V6-Turbomotor mit einem kräftigen Elektromotor zusammen. Diese Kombination sorgt für ein spontanes Ansprechverhalten, weil der Elektromotor das Turboloch überbrückt und zusätzlichen Schub liefert. Der Sportwagen beschleunigt in deutlich unter drei Sekunden auf 100 km/h, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei über 330 km/h. Die Batterie ermöglicht auf kurzen Strecken rein elektrisches Fahren und senkt damit vor allem im Stadtverkehr den Verbrauch. Auf der Landstraße nutzt der Hybridmodus den Antrieb effizient, während in einem betont sportlichen Fahrprogramm die volle Systemleistung anliegt. Die Version Speciale steigert die Leistung weiter und reduziert das Gewicht, was sich besonders auf der Rennstrecke bemerkbar macht.
Innenraum und Bedienung
Der Innenraum des Ferrari 296 wirkt stark auf den Fahrer zugeschnitten. Eine digitale Instrumentenanzeige bündelt die wichtigsten Informationen direkt im Blickfeld, das Lenkrad trägt zahlreiche Bedienelemente. So entsteht eine cockpitartige Atmosphäre, die anfangs durch viele Tasten und Menüs etwas komplex wirkt. Die Materialqualität mit viel Leder, Alcantara und Carbon überzeugt, auch wenn einzelne Schalter weniger massiv wirken als bei manchen Konkurrenten. Der Kofferraum bietet nur wenig Platz, dazu fallen weitere Ablagen knapp aus, wodurch sich längere Reisen mit viel Gepäck kaum sinnvoll planen lassen.
Fahrverhalten und Alltag
Auf der Straße lenkt der Ferrari 296 sehr direkt ein und baut viel Grip auf, was auch am reinen Hinterradantrieb und der abgestimmten Fahrdynamikregelung liegt. Das Fahrwerk bleibt selbst in einer komfortorientierten Einstellung straff, sodass schlechte Straßen deutlich in den Innenraum durchdringen. Im Stadtverkehr unterstützen Hybridmodus und eine optionale Frontanhebung, wodurch sich das Auto leise und mit erhöhter Bodenfreiheit rangieren lässt. Die GTS-Version erlaubt offenes Fahren, bringt jedoch etwas mehr Gewicht und spürbar stärkere Windgeräusche mit.
Fazit
Der Ferrari 296 führt Ferraris Mittelmotor-Sportwagen technisch weiter und verbindet hohe Leistung mit spürbar besserer Effizienz. Käufer, die Kompromisse bei Komfort und Platzangebot akzeptieren, erhalten einen emotional geprägten Supersportwagen, der für diese Fahrzeugklasse vergleichsweise vielseitig einsetzbar bleibt.