Die deutsche Firma Simson war ein in Suhl niedergelassenes Fahrzeugwerk und stellte neben Automobilen hauptsächlich Zweiräder her. Das langjährige DDR-Unternehmen ging nach der Wiedervereinigung im Jahre 2002 in die Insolvenz.
Bereits 1856 wurde Simson durch die Brüder Löb und Moses Simson als Rüstungsfabrikant im südthüringischen Suhl gegründet und lieferte vor allem Waffen an die Preußische Armee. Die zivile Sparte mit der Produktion von Fahrrädern rückte 1896 in den Fokus des Unternehmens. Nach der Jahrhundertwende wurde 1907 die Herstellung von Kraftwagen ins Visier genommen. Der erste Kleinwagen namens Simson A konnte allerdings erst im Jahr 1912 der Öffentlichkeit vorgestellt werden, da es in der Entwicklung enorme Probleme gab.
Bis in die 30er Jahre war Simson der Inbegriff eines erfolgreichen deutschen Unternehmens. Als Lieferant der Reichswehr konnte die Weltwirtschaftskrise unbeschadet überstanden werden, was allerdings Neider auf den Plan rief. Mit der Machtergreifung Adolf Hitlers wurde den Inhabern die Kontrolle über das Unternehmen entzogen, die während der Judenverfolgung in die USA emigrierten. Fortan wurde der Name Simson aus dem Unternehmen gestrichen und als „Gustloff-Werke“ für die Aufrüstung des Militärs weiter geführt.
Mit Beendigung des 2. Weltkriegs werden große Teile der Fabriken als Kriegsentschädigung an die Sowjetunion deportiert. In Suhl selbst verbleibt die Fahrradproduktion und die Herstellung von Jagdwaffen, die allerdings mit sowjetischer Leitung einhergeht. Das erste Nachkriegsmodell eines Fahrzeugs ist 1948 die AWO 425, die auf der technischen Grundlage einer BMW r25 aufgebaut wurde. 1952 wurde aus Simson dann ein volkseigener Betrieb mit dem „VEB Ernst Thälmann Werk Suhl“ welches später in die IFA (Industrieverband Fahrzeugbau) eingegliedert wurde. Hauptsächlich wurden bis zur Wiedervereinigung Deutschlands Motorroller, Mopeds und Mokicks in Suhl gefertigt.
Nach der Wende wurde Simson durch die Treuhandanstalt abgewickelt und als Suhler Fahrzeugwerk neu gegründet. Neben dem Bau von moderneren Zweirädern wurde auch ein Elektromobil entwickelt, das allerdings keine Abnehmer fand. Die schwierige Marktlage für Motorräder aus Ostdeutschland brachte Simson öfter an die Zahlungsunfähigkeit, die im Juni 2002 nicht mehr abgewendet werden konnte. 2003 wurde die Firma zu unterschiedlichen Teilen versteigert. Um die Ersatzteilversorgung der noch immer zahlreichen und aktiven Simson Mopeds sicherzustellen, wurde durch einen Käufer die Ersatzteilproduktion für Simson Zweiräder im thüringischen Suhl wieder aufgenommen.