Die Firma Piaggio ist ein italienisches Unternehmen mit Hauptsitz in Pontedera. Der Fahrzeughersteller blickt auf eine lange Vergangenheit zurück. Die wohl bekanntesten Modelle sind der Motorroller Vespa , der dreirädrige Kastenwagen Ape und der Kleinlaster Porter .
Erstmals trat Piaggio anfangs des 19. Jahrhunderts in Erscheinung, als der Firmengründer Rinaldo Piaggio sich im Schiffbau engagierte. Im Ersten und Zweiten Weltkrieg konzentrierte sich Piaggio vor allem auf den Bau von Rüstungsartikeln, wie Panzer, Flugzeuge und Kettenfahrzeugen. Nach Ende der Kriege und der damit verbundenen vollständigen Zerstörung der Produktionsanlagen wird der Bau von Flugzeugen eingestellt und die Zukunft im Bau von Motorrädern , Motorroller und motorisierten Dreirädern gesehen.
Bereits im Jahr 1946 beeindruckt der Ingenieur Carradino D`Ascanio mit der legendären Vespa , die das italienische Volk auf günstige Weise wieder mobil machen soll. Innerhalb kürzester Zeit avanciert der Roller zum Bestseller, der auch über die Landesgrenzen hinaus ein Verkaufsschlager wird und Piaggio „goldene Zeiten“ beschert. Auch der dreirädrige Kleintransporter Ape (Vorstellung 1948) wurde in Italien ein Verkaufsschlager. Schnell setzte der italienische Konzern durch den Erfolg beflügelt auf Expansion, die sich Mitte der 50er Jahre auf Produktionsstätten auf Brasilien, Indien, Frankreich und Spanien ausweitete.
Die wilden 50er Jahre – Synonym für die Vespa von Piaggio, denn auch in Deutschland ist der Siegeszug des preiswerten Motorrollers nicht aufzuhalten. Neben VW Käfer , VW T1 Bus , oder Motorräder von Herkules oder Zündapp , stilisiert die Vespa das Wirtschaftwunder der Deutschen.
In der Folgezeit wurden von Piaggio weitere Varianten der Vespa veröffentlicht. Mit der Mofa Ciao konnte das italienische Unternehmen insbesondere die Jugendlichen Mitte der 60er Jahre für ein Zweirad begeistern. Durch die Übernahme des österreichischen Zweirad-Herstellers Puch erweiterte Piaggio das eigene Portfolio der angebotenen Modelle. Weitere Übernahmen von Derbi (2001), Aprilia und Laverda (2004) machten Piaggio zum Markführer im europäischen Rollerbau. Folgerichtig ging der italienische Konzern im Jahr 2006 an die Börse und firmiert fortan als Aktiengesellschaft.
Aktuell werden von Piaggio verschiedenste Motorroller angeboten. Neben den 50 cm³ Modellen ZIP und NRG Power setzt der Hersteller auch auf leistungsstarke Roller, wie die Modelle Liberty , XEVO oder dem Carnaby Cruiser , der an klassische Zeiten erinnert. Mit dem Dreirad MP3 bietet Piaggio einen Motorroller an, der sogar mit dem Führerschein der Klasse B (alt 3) gefahren werden darf. Dieses Modell wird auch als Hybridfahrzeug unter dem Namen MP3 Hybrid angeboten.
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