Der italienische Hersteller von Motorrädern wurde durch Alfonso Morini im Jahre 1937 unter dem Firmennamen Moto Morini begründet. Er legte damit den Grundstein für die Produktion von hochwertigen Motorrädern und anderen Fahrzeugen. Im Zweiten Weltkrieg wurden seitens Moto Morini hauptsächlich Dreiradfahrzeuge für den Transport von Lasten gebaut, die dem deutschen DKW RT 125 nachempfunden waren und in dieser Form bis in die 50er Jahre gebaut wurden.
Durch den Wiederaufbau nach dem Krieg und dem wachsenden Verlangen nach Motorisierung wurden durch Moto Morini die ersten Viertakt-Motorräder gebaut, die besonders bei de Jugend sehr beliebt waren. Im Jahr 1953 erschienen die Moto Morini 175 Turismo, die beachtliche 8,5 PS vorzuweisen hatte und die Moto Morini Settebello 175, die auf dem gleichen Motor basierte. Im Jahr 1956 wurde die Angebotspalette durch die Moto Morini Briscola erweitert, die für günstiges Geld ein Motorrad für „jedermann“ bedeuten sollte. In den Rennsportklassen konnten mit der Rebello erste sportliche Erfolge, auf nationaler und internationaler Ebene eingefahren werden.
Mitte der 60er Jahre wurden durch Moto Morini erste Geländemotorräder konstruiert, die besonders in den nationalen Wettbewerben erfolgreich waren uni in verschiedenen Motorisierungen bis 1975 gebaut wurden. Parallel wurde 1963 mit der Moto Morini Corsarino das erste Moped der Italiener vorgestellt.
Mit der Entwicklung eines V-Zweizylindermotors von Moto Morini geht das Werk einen völlig neuen Weg. Der durch Franco Lambertini entwickeltet Motor brachte es mit einem Hubraum von 344 cm³ auf 35 PS und wurde ständig weiterentwickelt, sodass er mit angeflanschtem Turbolader sogar noch die 1991 Modelle befeuerte und auch in der Enduro –Baureihe der Camel, von 1981 bis 1989 gebaut, Verwendung erfuhr.
Im Jahre 1986 wurde Moto Morini durch das Konsortium der Castiglioni Brüder übernommen, denen auch schon Cagiva, Ducati und Husqvarna gehörten. Fortan sollten Moto Morini Motorräder nur noch als Chopper vom Band laufen, da zu dieser Zeit diese Modellkategorie einer großen Nachfrage erfuhr. Aus der Produktion erschienen noch die Soft-Chopper Excalibur und New York, jeweils mit 300 cm³ oder 500 cm³ Motoren ausgerüstet, die nicht den erwünschten Erfolg brachten. Daraus resultierend wurde 1991 die Produktion von Moto Morini komplett eingestellt und die Marke verschwand vom Markt.
1999 wurde seitens des Motorenbauers „Motori Franco Morini“ die Rechte an Moto Morini gekauft, mit dem Ziel wieder klassische Motorräder zu bauen. Nach langer Entwicklung wurden auf der Motor Show in Bologna Ende 2004 zwei neue Modelle unter der Marke Moto Morini vorgestellt, die ein Jahr später in Serie gingen. Sukzessive wurde das Portfolio der Motorräder erweitert, sodass heute neun unterschiedliche Modelle angeboten werden. Die Bekanntesten sind die Moto Morini 9 ½ , die Moto Morini 1200 Sport sowie die Moto Morini Scrambler die an gute alte Zeiten anknüpfen.