Gebrauchtwagen-Test Renault Espace: Testbericht

Renault Espace

Testbericht Renault Espace IV (ab 2002)

Mit der vierten Modellgeneration des Espace änderte Renault die gesamte Konstruktion des Wagens. Die Vorgänger hatten ein Stahlskelett, an dem die Karosserieteile aus Kunststoff befestigt sind. Die bis heute gebaute vierte Generation ist in der Konstruktion wesentlich konventioneller. Der Renault Espace besteht aus einer Stahlblechkarosserie. Seine Konkurrenten sind VW Shahran sowie Ford Galaxy. Die vierte Generation des Renault Espace ist seit dem Produktionsstart auch als 21 Zentimeter längere Version „Grand Espace“ erhältlich. Die dritte Sitzreihe und damit die Verwandlung zum Siebensitzer kostet immer Aufpreis. Mit der technischen Umstellung ist auch die Effizienz des Espace geringer geworden. Zwar ist dieser Espace im Vergleich zur ersten Generation 40 Zentimeter – und damit eine ganze Fahrzeugklasse – länger geworden, aber das Ladevolumen stieg nicht. Im Gegenteil: konnte der erste Espace noch maximal 3.000 Liter Volumen transportieren, sind es beim jetzigen Modell 2.860 Liter. Im Normalfall beträgt das Kofferraumvolumen als Siebensitzer 291 Liter, im Grand Espace sind es 456 Liter. Im erneut gestiegenen Gewicht ist natürlich auch die wesentlich verbesserte Ausstattung enthalten. Zum Beispiel die serienmäßige Klimaanlage, gegen Aufpreis aber auch ein von vorn bis hinten durchgehendes Glasdach.

Vollständig ist die Sicherheitsausstattung. Neben ABS und acht Airbags ist immer auch der Schleuderschutz ESP enthalten. 2002 erreichte der Renault Espace als erster Van die Maximalwertung von fünf Sternen in NCAP-Crashtest für die Insassensicherheit.

Seit 2002 erfuhr der Renault Espace 2006 und 2010 umfassende Modellpflegen. Jedes Mal änderte sich auch das Motorenprogramm. 2002 gab es drei Diesel und drei Benziner, jeweils als Vier- und Sechszylinder. Die Diesel leisten zwischen 120 und 177 PS, die Benziner zwischen 136 und 241 PS. 2006 leisten die neuen Diesel zwischen 130 bis 181 PS, die Benziner (teils von der Tochterfirma Nissan) von 136 bis 241 PS. In diesen Modelljahren gab es nur die jeweilig schwächsten Motoren mit Handschaltung, alle anderen Motoren sind an Automatikgetriebe gekoppelt. Seit 2010 entfallen alle Sechszylinder. Einzig lieferbarer Benziner ist ein turbogeladener Vierzylinder mit 170 PS. Ebenfalls turbogeladene Vierzylinder mit drei Leistungsstufen zwischen 130 und 173 PS sind die Diesel.

Dem ADAC fallen die Renault Espace mit vielen Defekten auf. Die Elektrik ist wie bei den drei Vorgängern anfällig. Je älter ein Espace, desto häufiger treten die Schäden auf. Besonders anfällig ist der V6-Diesel. Hier registriert der ADAC überdurchschnittlich häufig Motorschäden. Allen Versionen gemein sind Schäden am Getriebe, auch die Turbolader sind anfälliger als der Durchschnitt. Häufigen Einsatz im Stadtverkehr verträgt zudem die Kupplung der Schaltgetriebe nicht. Ebenfalls Probleme können Besitzer des vierten Renault Espace bei der Hauptuntersuchung bekommen. Noch häufiger als beim Vorgänger fällt diese Generation mit zu hohem Lenkungsspiel oder ausgeschlagenen Achsen auf. Schief oder ungleichmäßig wirkende Bremsen sind der nächste Kritikpunkt am Renault Espace. Häufig wird die Plakette auch wegen Mängeln an der Beleuchtung (Funktion, Einstellung) verweigert.

Die Diesel verbrauchen etwa 9 Liter auf 100 Kilometer, die Benziner 10. Nochmals 1 bis 3 Liter mehr verbrauchen die Sechszylinder.

Stärken
  • Raumangebot
  • Variabilität
  • Sicherheit
Schwächen
  • Zuverlässigkeit
  • Verbrauch

Quellen:

  • http://www.autobild.de/marken-modelle/renault/espace
  • http://www.adac.de/infotestrat/fahrzeugkauf-und-verkauf/gebrauchtfahrzeuge/gebrauchtwagentest/detail.aspx?gwid=145&ReturnUrl=soTJygPzyAIzzguzsoE6xuqFyAAGxouAyeLACg1IAgAxxouAyePGyzqx1AAsxuyt1zVxBgAAyoz8y5At1AArAHR6zL6vGnVuzTIzyzNryA92DgAJ1AArAHEXCoyuC5m25y1A