Piaggio Ape

Piaggio Ape

Die Piaggio Ape - ein Rollermobil mit Vergangenheit
Als 1947 die erste Piaggio Ape vom Band läuft, hat auch der italienische Hersteller nicht damit gerechnet, dass dieses Dreirad einmal Kultstatus erhält. Als Schwestermodell der Vespa , einem Motorroller, läuft der Urtyp der Piaggio Ape mit einem Vespa-Motor mit 125 Kubikzentimetern Hubraum. Eigentlich ist dieses Modell eine Vespa mit Ladefläche, die eine Nutzlast von 200 Kilogramm befördern darf.

Die Modellhistorie der Piaggio Ape
Im Jahr 1953 kommt die Piaggio Ape B auf den Markt. Der Motor hat nun 150 Kubik. Bis 1956 gibt es nur unwesentliche Änderungen. Die dritte Generation, die Piaggio Ape C, ist das erste Fahrzeug , das über eine Kabine verfügt. 1960 erscheint der Pentaro im Handel. Dabei handelt es sich um eine modifizierte Version der Piaggio Ape C, die eine höhere Ladekapazität aufweist. Eine grundlegende Überarbeitung erfolgt in der Baureihe ab 1967. Die neue Piaggio Ape MP besitzt ebenfalls eine Kabine. Der leistungsfähigere Motor hat nun 190 Kubikzentimeter und 1969 liegt die Tragfähigkeit bereits bei über 300 kg. 1967 stellt der Hersteller die Ape 50 vor. Dieses Modell gehört in die Klasse der Kleinkrafträder. Gebaut ist sie für leichte Transportaufgaben mit einem Zuladegewicht bis maximal 200 kg. Auch die Piaggio Ape 50 ist mit einer Kabine ausgestattet.

Neuentwicklungen der Marke, die Geschichte schreiben
Fast kann man es einen Geschlechterwechsel nennen, denn 1972 gibt es das Piaggio Ape Car, das eher in die Kategorie PKW gehört. Die Kabine ist wesentlich komfortabler als bei den Vorgängermodellen, der Motor hat 216 ccm und die Traglast beträgt jetzt 550 Kilogramm. 1982 entwickelt das Unternehmen aus Italien ein völlig neues Fahrzeug mit der Modellbezeichnung Piaggio Ape TM. Beeindruckende 700 kg Tragkraft und ein 220-Kubik-Motor zeichnen diese Weiterentwicklung aus. 1984 gibt es für das Piaggio Ape Car den ersten Dieselmotor. Dabei handelt es sich um einen Einzylinder-Viertakt-Diesel, der mit leichten Modifizierungen auch 2015 noch verfügbar ist. Die größte Piaggio Ape wird 1986 vorgestellt und trägt den Namen Piaggio Ape Maxxi. Das Dreirad ist 1,5 Meter breit und 2,3 Meter hoch. Die Tragkraft ist bis auf 900 kg angewachsen.

Die Wandlungen der Piaggio Ape für die 90er Jahre
1990 gibt es die erste Piaggio Ape mit vier Rädern, einem 420-Kubik-Motor und einer Nutzlast von 835 Kilogramm unter der Bezeichnung Ape Porter. 1994 erscheint die Piaggio Ape Cross Country beim Händler. Ausgerüstet mit Überrollbügel, Stoßbügel und Radiokonsole erreicht sie eine Höchstgeschwindigkeit von 45 Stundenkilometern. Weitere Fahrzeuge sind unter anderem:

• Piaggio Ape 50 TL5T ab 1995 mit zwei Frontscheinwerfern (bisher nur einer)
• Piaggio APE 50 ZAPC ab 1999, baugleich mit der 50 TL5T und immer noch aktuell
• Sondermodell Piaggio APE Classic ab 2006. Premiere auf der Intermot mit einem wassergekühlten Lombardini-Dieselmotor und Lenkstange. In Deutschland und Europa ist diese Piaggio Ape nur in der Farbe Celeste (mintgrün) lieferbar. Produziert wird das Auto in Indien.

Die Piaggio Ape 50 - die Kleinste der Reihe
Der Antrieb erfolgt über einen drehschiebergesteuerten 50-cm³-Zweitaktmotor mit einem Zylinder. Die Leistung liegt bei 1,8 kW (3 PS) und die Piaggio Ape 50 erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 40 km/h. Die neueren Versionen verfügen über einen separaten Öltank mit Ölpumpe, die die richtige Mischung von Benzin und Zweitaktöl automatisch herstellt. Das Getriebe ist unsynchronisiert und hat vier Gänge und eine Lenkradkupplung. Das Umschalten auf den Rückwärtsgang erfolgt über einen Hebel im Fußraum. Die hydraulische Bremse ohne Bremskraftverstärker für die Hinterräder wird mit einem Pedal im Fußraum betätigt. Die Trommelbremse am Vorderrad funktioniert über einen Hebel am Lenkrad und mittels Seilzug. Die Piaggio Ape 50 ist in verschiedenen Versionen auf dem Markt:

• Pritsche mit Stahlbordwänden und einer Ladefläche von 1,2 x 1,2 Metern
• Kasten mit geschlossenem, abnehmbaren Stahlblechkasten
• Langer Pritschenwagen (etwa 20 Zentimeter verlängerte Ladefläche)
• Langer Pritschenwagen mit Aluminiumbordwänden
• Piaggio Ape Cross mit 120-Watt-Lichtmaschine (Seit 2012 sind alle Modelle mit einer 120-Watt-Lichtmaschine ausgestattet).

Optional wird die Piaggio Ape 50 ohne verschweißte Bordwände angeboten. So eignet sich die Plattform für einen individuell konfigurierten Aufbau. Die Preise für die Piaggio Ape 50 beginnen bei etwa 4.600 Euro. Der Kastenwagen wird ab gut 5.000 Euro angeboten, immer zuzüglich MwSt.

Weitere Modelle der Piaggio Ape
Seit 1982 wird die Piaggio Ape TM 703 produziert. Sie steht in drei Aufbauarten zur Verfügung:

• Pritsche mit einer Ladefläche von 1,45 Metern Breite und zwei Metern Länge, optional gegen Aufpreis mit Aluminiumbordwänden
• Kastenwagen mit Kastenaufbau aus Stahlblech, Länge 1,8 Meter, nicht abnehmbar
• Hydraulischer Kipper, Ladefläche 1,4 x 1,8 Meter

Diese Ape gibt es mit einer Lenkstange und als einziges Fahrzeug der Serie auch mit Lenkrad und Pedalen für Kupplung, Bremse und Gas wie bei Personenkraftwagen. Die Schaltung der Lenkradversion erfolgt über einen Schaltknauf mit H-Schaltung. Die technischen Daten sind wie folgt:

• Einzylinder-Viertakt, Diesel, Fünfgang-Getriebe, 422 ccm, 9kW (13 PS), Lenkstange, vier Gänge
• Einzylinder-Zweitakt, Benzin, drehschiebergesteuert mit 218 ccm, unsynchronisiertes Getriebe mit vier Gängen, 8kW (11 PS)

Die Piaggio Ape TM 703 verfügt über ein hydraulisches Zweikreis-Bremssystem mit einer Trommelbremse an jedem Rad. Der durchschnittliche Kraftstoffverbrauch liegt bei 4,5 Litern Diesel beziehungsweise 5,5 Litern Benzin.
Seit 2007 gibt es die Reproduktion der Piaggio Ape Calessino aus den 60er Jahren. Sie wird in einer limitierten Auflage von 999 Stück produziert, von denen 200 in den deutschen Handel gelangen. Bei 3.800 Umdrehungen in der Minute liegen die Leistung bei 6,2 kW und die Höchstgeschwindigkeit bei 56 Stundenkilometern. Der Wendekreis beträgt etwa drei Meter und diese Ape kann Steigungen bis zu 22 Prozent mühelos überwinden. Sie ist mit einem Faltdach aus imprägniertem weißem Segeltuch ausgestattet, das über Reißverschlüsse und Klettbänder befestigt wird. Auch die Türverkleidungen bestehen aus weißem Segeltuch. Das Armaturenbrett glänzt in weißem Kunststoff und hat zwei Ablageschalen in Schwarz. Weitere Ausstattungsdetails sind unter anderem:

• Ampèremeter
• Tankanzeige
• Tachometer
• Schalter für Beleuchtung, Scheibenwaschanlage und Warnblinker im Armaturenbrett
• Sitze in weißem Kunstleder

Seit 2009 gibt es die Piaggio Ape Calessino Electric Lithium mit Elektromotor und einer Reichweite von etwa 75 Kilometern. Die Ladezeit beträgt etwa vier Stunden an einem 220-Volt-Anschluss. Die Akkus lassen sich bis zu 800 Mal wieder aufladen und somit besteht eine Garantie für bis zu 60.000 Kilometern Laufleistung.

Das neue Designkonzept der Piaggio Ape
Viele Besitzer haben die Piaggio Ape liebevoll "Apelino" genannt. Kein Wunder, dass 2008 diese Bezeichnung für das neue Design der zugstarken Ape TM verwendet wird. Sparsame Elektro- und Hybridversionen sind genauso gefragt wie der starke Antrieb mit einer Maximalgeschwindigkeit von 55 Stundenkilometern aus der Piaggio Ape TM 703. Ab diesem Zeitraum ist es möglich, die Ladepritsche modular umzurüsten. Die Piaggio Ape kann so als Transporter, Kasten, Pritsche, für das mobile Catering oder als Stadttaxi eingesetzt werden. Ersatzteile für das Tuning stellen vor allen Dingen die Betriebe Polini und Malossi her. Ausgestattet mit Spoilern und einem Sportauspuff erinnern die getunten Versionen eher an einen kleinen Pickup . Unter der Bezeichnung Piaggio Quargo steht heute eine viertürige Version der Ape als Transportfahrzeug zur Verfügung, und zwar als Pick-up , Pritsche oder Kastenwagen.

Fahrbericht mit der Piaggio Ape, Erstzulassung 2013
Sie ist das kleinste denkbare Nutzfahrzeug und scheint eine Kombination aus Motorrad und Auto zu sein. Die Zeitschrift Autobild hat die Piaggio Ape 50 getestet in einer Version, die mit einem Abschleppkran versehen ist. Durch dieses zusätzliche Gewicht liegt die maximal erreichbare Geschwindigkeit bei etwa 38 km/h. Die Piaggio Ape 50 fährt man fast immer mit Vollgas und mit Ausnahme bestimmter 30er-Zonen läuft man nie Gefahr, Geschwindigkeitsbegrenzungen zu überschreiten. Die Kabine ist ziemlich niedrig und groß gewachsene Fahrer sitzen in der typischen gebeugten Haltung vor dem Lenkrad. Aber sie macht Spaß, die Piaggio Ape 50, und gehört zu den letzten echten Abenteuern im Verkehr, auch wenn sie von manchen Autofahrern als Verkehrshindernis betrachtet wird.

Fazit:
Es gibt genügend Angebote, die Piaggio Ape neu zu kaufen. Als Gebrauchtwagen , besonders wenn "gebraucht" sich auf die ganz alten Baureihen bezieht, ist sie ein äußerst beliebtes Sammlerobjekt. Mancher Radfahrer ist schneller unterwegs als eine Piaggio Ape, aber das tut dem Fahrspaß mit diesem außergewöhnlichen Fahrzeug überhaupt keinen Abbruch. Autobahnen sind den schnelleren Fahrzeugen vorbehalten, aber im Stadtverkehr kommt man mit der Piaggio Ape auch heute noch gut zurecht.

162 ANGEBOTE FÜR Piaggio Ape GEBRAUCHT ODER NEU




















* Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und zu den offiziellen spezifischen CO2-Emissionen und gegebenenfalls zum Stromverbrauch neuer PKW können dem 'Leitfaden über den offiziellen Kraftstoffverbrauch, die offiziellen spezifischen CO2-Emissionen und den offiziellen Stromverbrauch neuer PKW' entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der 'Deutschen Automobil Treuhand GmbH' unentgeltlich erhältlich ist unter www.dat.de.

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