Opel Diplomat

Opel Diplomat

Als KAD-Modelle bezeichnet der Hersteller die Fahrzeuge Opel Kapitän, Opel Admiral und Opel Diplomat. Die erste Serie des Opel Diplomat läuft von 1964 bis 1968 vom Band. Als Besonderheit bietet der Automobilkonzern ab Februar 1965 den Opel Diplomat auch als Coupé an. Hierfür wird die Karosserie bei Karmann gefertigt. Die Maschine für den großen Zweitürer verfügt über 5.354 Kubikzentimeter Hubraum und eine Leistung von 230 PS. Bis Juli 1967 werden insgesamt 347 Einheiten produziert. Die Bezeichnung KAD verliert bereits 1970 ihre Grundlage, da zu diesem Zeitpunkt der Opel Kapitän aus dem Programm genommen wird. Der Opel Diplomat ist der letzte Vertreter dieser Serie. Trotz seiner außergewöhnlich guten Ausstattung und der innovativen Technik bleibt der Opel Diplomat im Verkauf hinter den Erwartungen zurück. Die Luxuslimousine von Opel verliert den Kampf mit den teureren Fahrzeugen der Oberklasse, wie sie zum Beispiel Mercedes-Benz mit dem W108, W109 und ab 1972 mit dem W116 anbietet.

Die erste Generation: der Opel Diplomat A
35 Jahre nachdem der Opel Regent, von dem nur 25 Exemplare gebaut worden sind, vom Markt verschwunden ist, stellt die Adam Opel AG mit dem Opel Diplomat erstmals wieder ein Auto mit einem Achtzylinder-Motor vor. Der V8-Benzin-Motor bietet 4,6 Liter Hubraum und bringt 140 kW (190 PS) auf die Straße. Ab September 1966 wird der stärkere Motor aus dem Coupé auch in die Limousine eingebaut. Der Radstand des Opel Diplomat beträgt 2.845 Millimeter und das Leergewicht liegt bei 1.590 Kilogramm. Die zweitürige Version ist etwas flacher, weist aber ein 40 Kilogramm höheres Leergewicht auf.

Der Opel Diplomat B - die zweite Baureihe
Zunächst bleiben die Abmessungen des Fahrzeugs unverändert und der Opel Diplomat ist nur noch als Limousine erhältlich. Von 1973 bis 1977 bietet der Hersteller eine Langversion des Opel Diplomat an. Hier ist der Radstand um etwa 15 Zentimeter länger und das Leergewicht erhöht sich auf 1.720 Kilogramm. Für den Antrieb stehen folgende Varianten zur Verfügung:

• Sechszylinder-Benziner, 2.874 Kubikzentimeter, 103 bis 107 kW (140 bis 145 PS) mit Vergaser
• Sechszylinder-Benziner, 2.874 Kubikzentimeter, 118 bis 121 kW (160 bis 165 PS) mit Benzineinspritzung
• Achtzylinder-Benziner, 5.345 Kubikzentimeter, 169 kW (230 PS)

Angaben zum durchschnittlichen Kraftstoffverbrauch oder den CO2-Emissionen liegen für diesen deutschen Pkw nicht vor, da zu seiner Zeit noch keine einheitliche Schadstoffnorm vorhanden war. Diese Themen werden erst mit den Vorgaben der Europäischen Union für die Unternehmen im Automobilbau wichtig.

Das Opel Diplomat Coupé
Das Opel Diplomat V8 Coupé ist das exklusivste Fahrzeug in der Modellpalette von Opel. Es hält im Sommer 1965 Einzug in das Autohaus. Vorbild ist das geradlinige Design der US-amerikanischen Mutterfirma GM. Auch der Motor kommt aus den USA und wird dort in der Corvette von Chevrolet eingesetzt. Die technischen Daten sind beeindruckend. Eine Powerglide-Automatik mit zwei Gängen und ein maximales Drehmoment von 427 Newtonmetern bringen den viersitzigen Wagen in etwa zehn Sekunden von null auf einhundert Stundenkilometer. Bei der offiziellen Einführung kostet der Neuwagen 25.500 D-Mark. Zum Vergleich: Der damals günstigste Opel Rekord kostet knapp 7.000 D-Mark. Das Opel Diplomat Coupé gilt zu seiner Zeit mit einer Höchstgeschwindigkeit von 206 Stundenkilometern als eines der schnellsten Fahrzeuge auf dem deutschen Markt. Zu den besonderen Ausstattungsmerkmalen gehören unter anderem:

• Hydraulische Lenk- und Bremshilfen
• Nebelscheinwerfer
• Echtholzeinlagen im Innenraum
• Ein Bandtacho mit einer Anzeige bis 250 km/h
• Elektrische Fensterheber
• Von innen verstellbare Außenspiegel
• Fußraumleuchten im Fond

Von den insgesamt 347 produzierten Autos sind heute nur noch wenige als Oldtimer erhalten. Ein Modell steht als Ausstellungsfahrzeug in der historischen Sammlung der Adam Opel AG.

Der Opel Diplomat B im Alltag
2010 wurde der Opel Diplomat B als Gebrauchtwagen auf Herz und Nieren geprüft. Die Tester haben eine lange Suche nach einem Top-Modell des Opel Diplomat in Kauf genommen. Schließlich sind sie nur in geringer Stückzahl produziert worden und befinden sich heute meist im Besitz von Sammlern. Es soll herausgefunden werden, warum der Opel Diplomat B nie die geplanten Verkaufserfolge erreichen konnte. Technisch hätte er auf jeden Fall das Zeug dazu gehabt. Hier zunächst ein paar Informationen über die technischen Daten des Testfahrzeugs in der Übersicht:
Opel Diplomat B 5.4 V8 Baujahr 1973:

• Nockenwellenantrieb mit Kette
• Gemischaufbereitung über einen Vierfach-Fallstromvergaser
• Dreistufenautomatik
• Scheibenbremsen vorne und hinten
• Durchschnittsverbrauch etwa 13,8 Liter Super
• Beschleunigung von null auf 100 Stundenkilometer in 9 Sekunden
• Wendekreis 11,5 Meter
• Verbrauchswerte im Test: 16,1 Liter Super und ein Schadstoffausstoß von 382 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer
• Versicherung (Haftpflicht bei 100 %) pro Jahr 129 Euro
• Zeitwert (Zustand 2) 11.600 Euro

Optisch unterscheidet sich dieser Opel Diplomat von seinem Vorgänger durch die senkrecht stehenden Scheinwerfer. Die Scheibenbremsen sind von innen belüftet und der Opel Diplomat verfügt über einen Bremskraftregler. Anstelle der zu seiner Zeit üblichen Starrachsen verfügen die Automobile über eine De-Dion-Hinterachse, die für wesentlich weniger Fahrgeräusche sorgt und eine hervorragende Straßenlage gewährleistet. Das Differenzial ist fest mit dem Wagenboden verschraubt. Andere Hersteller bieten hier allenfalls Pendelachsen an. Zur gleichen Zeit erscheinen das Audi 100 Coupé S, der Porsche 914 mit Mittelmotor und der 26 M von Ford , der unter anderem auch als Konkurrenz für den Opel Commodore ins Rennen geschickt wird. Tatsächlich fürchten muss der Opel Diplomat aber lediglich BMW oder Mercedes. Das Image dieser Marken erreicht der Opel Diplomat leider nicht. Nichtsdestotrotz bietet der Opel Diplomat ein besonderes Fahrgefühl. Die Tester sind jedenfalls beeindruckt und ein wenig traurig darüber, dass sich Opel in diesem Segment nicht durchsetzen konnte.

Fazit:
Wer gegenwärtig einen Opel Diplomat gebraucht kaufen möchte, muss Glück haben. Er ist ein begehrtes Sammlerobjekt geworden, das auch heute noch seinen Preis hat. Für weniger als 10.000 Euro sind vor allem Restaurierungsobjekte zu erwerben. Gut erhaltene Ausgaben des Opel Diplomat erzielen hingegen Ausgaben von bis zu 30.000 Euro. Die Angebote sind rar, denn der Opel Diplomat ist - anders als zum Beispiel der wesentlich kleinere Opel Kadett - nur für eine bestimmte, sehr solvente Käuferschicht entwickelt worden. Kein Wunder also, dass Händler ihn nur hin und wieder anbieten können. Die meisten Fahrzeuge befinden sich heute in Privatbesitz. Die für seine Zeit luxuriöse Ausstattung mit Klimaanlage und Leder im Innenraum zeichnet den Opel Diplomat als Luxusfahrzeug aus. Dass die Produktion eingestellt wurde, ohne ein Nachfolgermodell in den Handel zu bringen, wird viele Fans des Opel Diplomat enttäuscht haben. Auch der Opel Senator , ebenfalls in der höchsten Kategorie angesiedelt, ist inzwischen neu nicht mehr verfügbar. Es bleibt abzuwarten, ob die neue Oberklasse, vertreten durch den Opel Insignia , jemals einen derart legendären Status erreichen wird, wie ihn der Opel Diplomat auch heute noch genießt.

30 ANGEBOTE FÜR Opel Diplomat GEBRAUCHT ODER NEU




















* Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und zu den offiziellen spezifischen CO2-Emissionen und gegebenenfalls zum Stromverbrauch neuer PKW können dem 'Leitfaden über den offiziellen Kraftstoffverbrauch, die offiziellen spezifischen CO2-Emissionen und den offiziellen Stromverbrauch neuer PKW' entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der 'Deutschen Automobil Treuhand GmbH' unentgeltlich erhältlich ist unter www.dat.de.

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