Die Traditionsmarke GMC vertreibt unter der Flagge des General-Motors-Konzerns Trucks und Geländewagen. Im Jahre 1902 gründen die Brüder Max und Morris Grabowsky die Rapid
Motor Vehicle Company in Detroit, Michigan. Ihre ersten Lastwagen sind – wie die meisten Fahrzeuge – motorisierte Pferdekutschen. So ist das erste von den Brüdern Grabowsky konstruierte Fahrzeug
eine Kutsche, die von einem simpel konstruierten Einzylindermotor über eine Kette angetrieben wird. Obwohl das Fahrzeug nicht schneller als gemächliche 10 Meilen pro Stunde läuft, taufen es ihre stolzen Erfinder auf den Namen Rapid. Der Rapid-Motorwagen ist ein großer Erfolg, und schon 1906 avanciert das neu gebaute Werk in Pontiac
, Michigan, zur größten Lastwagenfabrik der Welt. Die jährliche Produktion liegt bei 200 Stück.
Etwa zur gleichen Zeit baut der unaufhaltsame Tycoon William C. Durant sein Imperium General Motors auf. Durant kauft die Firmen Buick
, Oldsmobile
und Oakland, den Vorgänger von Pontiac. Durant bemerkt, dass ihm ein Truck in seiner Modellpalette fehlt und kauft darauf 1909 die Rapid Motor Vehicle Company und deren Konkurrenzunternehmen, die Reliance Motor Company. GM vermarktet beide Firmen unter dem Namen Rapid and Reliance. Im Jahre 1912 wird die Marke in GMC
Truck umbenannt, und erste Fahrzeuge auf der New York Auto
Show vorgestellt. Die GMC Trucks entsprechen weitgehend den Chevrolet
-Modellen, die zeitgleich angeboten werden. Unterschiede bestehen lediglich in der Ausstattung und Namensgebung. Ab 1915 beginnt man
mit der Produktion von Kleinlastern für den Stadtverkehr, den sogenannten Light-Trucks. Die praktischen Pickup
Trucks erobern bald die gesamten Vereinigten Staaten von Amerika. Bekannte Modelle sind der GMC T-16 von 1917, der GMC Whippet von 1926 oder der GMC T-20 von 1927. Mit Beginn der 40er Jahre wird die Holzpritsche zunehmend durch eine Ladefläche aus Blech ersetzt, wie z. B. beim GMC FC-102 von 1948. Während des Zweiten Weltkriegs und des Korea-Krieges bewähren sich GMC Trucks vor allem als zuverlässige Truppentransporter.
Heute sind Fahrzeuge wie der GMC 100 von 1951 gesuchte Oldtimer
. Dieser GMC besticht durch seine wunderschöne, runde Linienführung und war als ½ Ton (Halbtonner) mit kurzer Pritsche und als Longbed mit langer Pritsche erhältlich. Ein bekanntes Modell ist der GMC Suburban, ein hochachsiges, geschlossenes Fahrzeug mit reichlich Platz für die ganze Familie, das vom Aussehen her an die heutigen SUVs (Sports Utility Vehicles) erinnert. In den 70er Jahren sind es vor allem die Kleinlastwagen und Vans wie der GMC Vandura, die der Firma zahlreiche Neukunden bescheren. Der Vandura ist ein ideales Reisefahrzeug, in dem man auch bequem übernachten kann. Der Erfolg der GMC-Vans hat sich über die Jahre bis zum GMC Pontiac Trans Sport fortgesetzt.
1989 beteiligt sich GMC an der Volvo
White Truck Corp. und bringt sich dabei in den Schwerlastwagen-Bereich ein. Die Lastwagen bekommen bis 1995 den Markennamen White GMC. Danach werden die Modelle als Volvo und Autocar verkauft. 1997 übernimmt Volvo die restlichen Anteile des Gemeinschaftsunternehmen Volvo GM von General Motors und ändert den Namen der Firma in Volvo Trucks North America. Bis heute verkauft GMC seine Produkte sehr erfolgreich auf dem Heimatmarkt, 2004 werden fast 600.000 Fahrzeuge abgesetzt. Die erfolgreichsten Autos sind der große GMC Sierra
Truck und der mittelgroße Geländewagen Envoy
. GMC verkauft seine kleineren Fahrzeuge (Canyon Truck, Envoy) zu sehr moderaten Preisen, welche oft unter 20.000 Dollar liegen. Allerdings werden von GMC auch Luxusgeländewagen verkauft, etwa die Produkte der Yukon
-Serie, die sich die Plattform mit dem HUMMER
H2 und dem Chevrolet Suburban teilen, und welche sich oft in Preisregionen jenseits der 50.000 Dollar bewegen. GMC rüstet seine Produkte mit großvolumigen Achtzylindern aus, die im Hubraumbereich zwischen 4500 und 6000 ccm liegen und zwischen 200 und 375 PS
leisten. Die Fahrzeuge sind sehr gut ausgestattet. Da GMC-Produkte oft ähnlich wie Chevys aussehen, will GM in Zukunft die Produkte deutlicher voneinander abgrenzen. So soll GMC insgesamt höher positioniert werden und im Geländewagen-Segment den Platz zwischen Chevrolet und HUMMER einnehmen.
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