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Audi RS3

Audi RS3

Am Audi RS3 scheiden sich die Geister. Es gibt zum einen die Verfechter des echten Motorsports, die auf der Rundstrecke um jede Sekunde kämpfen möchten und zum anderen die Spaßfahrer, die einen verlässlichen Partner auf der feierabendlichen Freudentour brauchen. Das erste Lager lässt am Audi RS3 kein gutes Wort. Er ist zu schwer, zu wenig extrem und zu weichgespült, um ihn für jedermann fahrbar zu machen. Sein Quattro -Antrieb ist zu frontlastig und zu wenig fahraktiv ausgelegt. Die Spaßfahrer hingegen bekommen eine kompakte Taschenrakete, die leicht zu beherrschen ist und mit unnachahmlicher Traktion vom Start weg Richtung Horizont stürmt um dabei infernalisch das Lied von hohen Oktanzahlen durch die vier Auspufftöpfe nach außen trägt.

Eigentlich ist das "S" die sportliche Speerspitze bei Audi. Bis sich das "R" dazu gesellt.
1984 fängt alles an. Audi konstruiert eine Höllenfahrmaschine, die zur Legende werden sollte. Und ein Fahrer namens Walter Röhrl erstürmt nach zahlreichen Rallysiegen mit dem Gruppe B Monster den legendären Pikes Peak in nicht weniger als 10 Minuten und 47 Sekunden. Ein Mythos ist geboren, der sich turboladerzwitschernd mit einem infernalischen Sound aus fünf Zylindern in die Köpfer der Fans gefahren hat. Der S1, auch genannt "Ur-Quattro" ist bis heute ein viel gesuchter Youngtimer und mit Grund dafür, dass Audi seit den 2000er Jahren so gute Autos baut - und die Kunden den Händlern diese Autos aus den Händen reißen. Die "A"-Modelle sind in der Audiwelt die ganz alltäglichen Autos, die Geschäfts- und Privatwagen. Sie kombinieren Sportlichkeit und Wirtschaftlichkeit mit Understatement. Wer das Besondere möchte, greift zum "S"-Modell der jeweiligen Baureihe, denen Kenner ansehen, dass hier Kraft und Luxus auf den Fahrer warten. "RS" hingegen steht bei Audi für deutlich geschärfte Versionen im Portfolio. Sie sind die eigentliche Reminiszenz an den Urquattro. Dennoch sind sie keine lupenreinen und leer geräumten Sportgeräte, sondern eben die schnellsten und direktesten Autos. Dass bei Audi die Alltagstauglichkeit und der Ausstattungsluxus nicht unter einer Rundstreckenabstimmung leiden müssen, versteht sich bei den Ingolstädtern von selbst. Der Audi RS3 ist einer der Nachfahren des S1 und erblickt erstmals 2011 im Vorgänger der aktuellen Version das Licht der Welt. Er ist das große Finale, bevor die lange währende Bauzeit der intern 8P genannten Modellreihe 2013 zu Ende geht. Um die Kraft des Fünfzylinder Turbomotors auf die Straße zu bringen, setzt Audi erstmals bei einem Auto auf eine umgekehrte Reifenphilosophie. Der Wagen steht auf Vorderreifen, die breiter sind als die Hinterreifen. Die Traktion durch den Quattro-Antrieb ist atemberaubend und dennoch jederzeit abrufbar. Dabei ist der Audi RS3 trotz seiner fahraktiven Auslegung von fast jedem Fahrer zu beherrschen.

Dezente Kompaktrakete mit dem Funken, der ein Feuer entzünden kann.
Die bewährte Basis im Audi RS3 stellt der ganz normale Audi A3 . Auch das Grundlayout bleibt bei der Topversion durch die Quattro GmbH erhalten. Der kompakte Motorraum und die schiere Kraft des Fünfzylinders stellen die Ingenieure dennoch vor große Aufgaben. Denn die Abwärme, die der Motor unter extremen Bedingungen produziert, ist nicht zu verachten. Schließlich hat die Maschine ihre Ursprünge im Motorsport. Wenn an der Rennstrecke Hitzestau entsteht, kann das Rennteam einfach zusätzliche Kühlöffnungen in die Karosserie schneiden. In einem Straßenauto ist das schier nicht möglich. Um die Faszination des Fünfzylinders dennoch in der Kompaktklasse genießen zu können, wirft Audi alle Spritsparmaßnahmen über Bord und spendiert der Frontschürze gewaltige Lufteinlässe, die aber auch gleichzeitig der verstärkten Bremsanlage Luft zufächern. Ein optimiertes Motormapping spritzt bei Hitzewallungen der Maschine zusätzlichen Kraftstoff zur Kühlung ein. Das treibt zwar auch den Verbrauch nach oben. Aber wer einen RS artgerecht bewegt, dem dürften auch Öl und Benzin nicht den Fahrspaß nehmen. Ganz im Gegenteil - der kleinste RS in der Audifamilie macht auf der Landstraße und auf der Rundstrecke viel Spaß. Die direkte Lenkung positioniert die vier Räder fast intuitiv dort, wo man den Wagen hin haben möchte. Sofern der RS3 nicht "überfahren" wird, schiebt er auch dank der breiten Vorderreifen nicht allzu sehr über die Frontachse. Dank des Quattro Antriebs gewöhnt man sich schnell eine eher ungewöhnliche Fahrweise an: lange vor einer Kurve Bremsen, noch weit vor dem Scheitelpunkt wieder auf das Pedal und dann schnell durch und wieder aus der Kurve heraus auf die Gerade beschleunigen. Das Grinsen im Gesicht des Fahrers wird augenblicklich so breit wie die ausgestellten Kotflügel des Audi RS3.

Schalensitze für den Seitenhalt und ein Sportlenkrad zum Festkrallen.
Von außen ist der RS3 auf den ersten Blick zu erkennen. Die weit ausgestellten Lufteinlässe und die markanten Wabenmuster in den Gittern des Single Frame Kühlergrills machen unmissverständlich klar: Hier kommt die Topversion. Mit den serienmäßigen Xenonscheinwerfern samt des typisch breiten Audi Tagfahrlicht verschafft er sich den Respektabstand, den er mit dem kräftigen Motor auch braucht. Besonders in Rot und Blau gibt er sich auffällig und einprägsam während Silber eine der dezenteren Farbwahlen darstellt. Im Vergleich zu seinen modernen Konkurrenten aus München und Stuttgart wirkt der RS3 aber schon fast zurückhaltend. Die einen sagen, Audi hätte hier ruhig etwas mutiger sein können, die anderen freuen sich über eine vollständige Alltagstauglichkeit - eine nicht zu verachtende Eigenschaft beim Autokauf. Der Mercedes-Benz A 45 AMG ist rund herum bespickt mit Spoilerwerk und macht vom ersten Meter an voll auf Krawall. Der BMW M135i wirkt im direkten Vergleich optisch etwas schwerfällig, was er freilich nicht ist. Aber insgesamt stellt Audi das stimmigste Optikpaket auf die vier typischen RS-Rotorräder. Auch im Innenraum drängt sich der RS3 nicht frech in den Vordergrund. Die stilvollen Kontrastnähte, der qualitativ hochwertigen Materialauswahl und der auditypischen Verarbeitungsgüte spielt er ganz oben in der Sportwagenliga. Dennoch ist und bleibt auch der RS3 ein Audi. Man findet sich sofort zurecht. Alle Schalter sind dort, wo man sie erwartet. Einfach den Fuß auf die Bremse stellen, Startknopf drücken, den Wahlhebel in Position "D" stellen und losfahren. Einfacher geht es nicht. Wer es mit steigender Öltemperatur im Motorblock dann auch mal krachen lässt, freut sich über fest zupackende Schalensitze und ein Lenkrad, das ergonomisch perfekt in der Hand liegt. So gehen auch kleinste Fahrkorrekturen intuitiv und schnell von der Hand. Das Fahren im RS3 macht ohnehin am meisten Spaß. Denn die lange Bauzeit merkt man dem Ingolstädter besonders im Infotainmentbereich deutlich an. Das Navigationssystem braucht eine gefühlte Ewigkeit zur Routenberechnung und der Klang aus dem Soundsystem ist, nun ja, bescheiden. Aber wer braucht bei dem Klang, den der Fünfzylinder vorne im Bug durch den Fahrgastraum spült, schon eine Musikanlage?

Erst mit dem Nachfolger gibt es Infotainment der Extraklasse.
Dass Audi die bei den Kunden immer mehr gefragte Disziplin Infotainment bestens beherrscht, zeigt der Hersteller im aktuellen Modell des Audi A3. Aufgeräumt präsentiert sich das Cockpit mit haptisch ansprechenden Kippschaltern und einem zentralen Bedienelement für das MMI genannte Navigationssystem auf der Mittelkonsole. Hochauflösende Grafiken auf dem Display verraten dem Fahrer, wie das Auto gerade eingestellt ist, welcher Onlinemusikdienst gerade aktiv ist und wohin des Weges es gehen soll. Dazu gesellt sich eine Innenraumlandschaft, die sich schnörkellos und hip zugleich gibt. Hier haben die Interieur-Designer ganze Arbeit geleistet. Im Moment ist beim Audi S3 das Ende der Leistungs-Fahnenstange erreicht. Doch mit 300 PS aus vier Zylindern kann der kleine Audi mit dem Golf R aus Wolfsburg locker mithalten, mit dem er sich auch eine Plattform teilt. Die ersten Versuchsträger des Audi RS3 der intern 8V genannten Version sind schon auf der Nordschleife unterwegs. Der Klang verspricht wieder die Kraft aus unbändigen fünf Zylindern. Ob die legendäre Maschine es aber tatsächlich in den modularen Querbaukasten von Volkswagen schafft, bleibt abzuwarten.

Dass dieser Motor aus einem Rennwagen stammt, merkt man mit jedem Meter.
Roh, gewaltig und ohne Kompromisse wird der Fünfzylinder einst für den harten Renneinsatz auf Leistung getrimmt. Audi schafft es in den 1980er Jahren kaum, die 200 Autos für die Homologation zusammenzubauen. Gerade einmal rund 130 Fahrzeuge sollen an Privatkäufer gegangen sein. Entsprechend rar sind heute gute Gebrachte der Quattro Legende S1. Weil der Motor zu ungehobelt, zu laut und zu Sprit vernichtend seiner Arbeit nachgeht, ist Ende 1995 vorerst Schluss mit dem inbrünstigen Klang der unregelmäßigen Zündfolge aus fünf Zylindern. Vorerst - denn nach ziemlich genau 13 Jahren holt Audi ihn aus der Versenkung und lässt ihn zunächst im Audi TT -RS aufgaloppieren, bevor er fröhlich im Audi RS3 seinen Dienst verrichten darf. Wer das erste Mal einen Audi RS3 zündet, fühlt sich sofort eine Motorsportepoche zurückversetzt. Plötzlich fährt man in einer Zeit, in der Walter Röhrl dem untersteuernden Urquattro mit dem linken Fuß auf der Bremse das Kurvenfahren beibringt. In eine Zeit, in der Wertungsprüfungen auf der Rasierklinge gefahren werden und in der Turbolöcher noch echte Turbolöcher sein dürfen. Im Audi RS3 ist freilich die metallisch ungefilterte Klangkulisse verschwunden und bassiger, aber vor allem leiser geworden. In gewissen Drehzahlbereichen wird auch künstlich nachgeholfen. Aber bei welchem Sportler wird heute nicht Hand an einen unverwechselbaren Klang gelegt? Und den hat der Audi RS3 in jedem Fall. Das altbekannte Turboloch ist beim RS3 dank der Drosselung minimiert, zum Glück aber nicht ganz verschwunden. Denn so kommt der Charakter des 2,5 Liter Langhubers gut zum Tragen. Hier fährt man keinen Allerwelts-Kompakten. Er ist das Erbe einer Legende, das er stolz in sich trägt.

79 ANGEBOTE FÜR Audi RS3 GEBRAUCHT ODER NEU




















* Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und zu den offiziellen spezifischen CO2-Emissionen und gegebenenfalls zum Stromverbrauch neuer PKW können dem 'Leitfaden über den offiziellen Kraftstoffverbrauch, die offiziellen spezifischen CO2-Emissionen und den offiziellen Stromverbrauch neuer PKW' entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der 'Deutschen Automobil Treuhand GmbH' unentgeltlich erhältlich ist unter www.dat.de.

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