Urlaubs-Spezial: Verkehrsregeln im Ausland

Urlaubs-Spezial: Verkehrsregeln im Ausland

Andere Länder, andere Sitten

Einfach drauf losfahren, passt schon? Diese Einstellung kann teuer werden. Die wichtigsten (Verkehrs-)Regeln für Europa.

Regeln zu kennen und zu befolgen, kann nie schaden, weder in Deutschland noch im Ausland. Oftmals sind es Kleinigkeiten, die einen davor bewahren, sich Ärger einzuhandeln, tief in die Tasche greifen zu müssen oder einfach nur als Heiopei dazustehen.

Auf Auslandsreisen gilt wie hierzulande: Unwissenheit schützt vor Strafe nicht. Autofahrer sind also gut beraten, sich mit den teils skurrilen Besonderheiten der Straßenverkehrsordnung ihrer Urlaubsdestination(en) vertraut zu machen. Und auch sonst ein paar Kleinigkeiten zu beachten.

Das geht bei den Reisedokumenten in Deutschland los: Jedes Kind, das ins Ausland reist, benötigt ab dem 26. Juni 2012 ein eigenes Reise-Dokument. Der bislang übliche Eintrag im Reisepass der Eltern wird dann nicht mehr anerkannt, warnt der ADAC.

Telefonnummern für den Fall der Fälle

Führerschein, Kfz-Schein und grüne Versicherungskarte (bestätigt den Versicherungsschutz des eigenen Autos) sollte man immer bei sich haben. Dazu die wichtigsten Telefonnummern für den Fall der Fälle:

 

  • Sperr-Notruf für EC- und Kreditkarten: +49 116 116 oder +49 30 4050 4050
  • Zentralruf der Kfz-Versicherer: +49 40 300 330 300 oder +49 180 25 0 26 (6 Cent pro Anruf aus dem deutschen Festnetz, max. 42 Cent pro Minute aus den Mobilfunknetzen)
  • Europäische Notrufnummer: 112

 

Die Notrufnummer gilt europaweit in allen Ländern und Netzen. Damit hat es sich dann aber auch fast schon mit den Gemeinsamkeiten, vom Universal-Zahlungsmittel Kreditkarte mal abgesehen.

Verbandskasten und Warndreieck (besser zwei) sind zwar nicht in allen EU-Reiseländern Pflicht, aber in Deutschland. Allein schon deshalb sollten Autofahrer diese Utensilien auf jeden Fall dabei haben.

Wer ganz auf Nummer sicher gehen will, hat außerdem Warnwesten für alle Insassen im Auto, Ersatzbirnen für die Beleuchtungsanlage, ein Abschleppseil und einen Feuerlöscher (Pflicht z.B. in Griechenland und für in Polen zugelassene Fahrzeuge).

Alkoholschnelltest in Frankreich

Frankreich hat sich etwas Besonderes einfallen lassen: Ab 1. Juli 2012 müssen alle Auto- und Motorradfahrer ein Alkoholtestgerät dabei haben – für den Selbsttest. Das Pusteröhrchen fürs Handschuhfach soll es an französischen Tankstellen sowie in Apotheken und Diskotheken zu kaufen geben, angeblich ab 1,50 Euro.

Wer ohne Alktester erwischt wird, muss vorerst keine Strafe befürchten: Bis November 2012 gilt eine Übergangsfrist. Anschließend droht laut ADAC eine Geldbuße in Höhe von elf Euro.

Falls jemand mit den „Flics“ (Polizisten) darüber diskutieren möchte, bitte nicht das „Monsieur“ am Ende des Satzes vergessen. Auf höfliche Umgangsformen legen die Franzosen gesteigerten Wert.

Heikel wird es bei Tempoverstößen: Führerscheinentzug an Ort und Stelle ist in Frankreich nicht unüblich, wenn man deutlich über dem Limit von 110 km/h auf Schnellstraßen und 130 km/h auf Autobahnen liegt. Sollte keiner der Beifahrer einen gültigen Führerschein besitzen, wird das Auto kurzerhand beschlagnahmt, Monsieur hin oder her.

Tempolimits von 100 bis 130 km/h

Zehn Stundenkilometer weniger darf man im Nachbarland Belgien auf den Autobahnen fahren. Tempo 120 gilt unter anderem auch in Bosnien und Herzegowina, Finnland, den Niederlanden, Portugal, Spanien, der Schweiz und der Türkei.

Am langsamsten muss in Norwegen und auf Zypern gefahren werden: 100 km/h sind dort die Obergrenze. 110 Spitze ist das Höchste der zulässigen Gefühle in Russland und Weißrussland, 113 km/h (70 mph) sind es in Großbritannien und Irland.

Maximal 130 km/h sind zum Beispiel in Dänemark, Italien, Kroatien, Tschechien und Ungarn zulässig. Polen legt noch zehn Stundekilometer drauf: 140 km/h sind das Regel-Höchstmaß. Schneller darf nur in tempofreien Zonen in Deutschland gefahren werden.

Harte Regeln in den Euro2012-Ländern

Im Gastgeberland der Fußball-Europameisterschaft Euro2012 gelten ansonsten recht strenge Vorschriften: Telefonieren am Steuer ist in Polen verboten und kostet 50 Euro. Ab 0,2 Promille werden mindestens 145 Euro Bußgeld fällig.

Mitausrichter Ukraine erlaubt innerorts 60 km/h (Polen: 50 km/h) und auf Autobahnen 130 km/h. Fahranfänger dürfen in den ersten zwei Jahren nach Führerscheinerwerb nicht schneller als 70 km/h fahren.

Am Steuer gilt in der Ukraine striktes Alkoholverbot. Wer sich nicht daran hält und erwischt wird, zahlt mindestens 240 Euro Strafe und kann sogar ins Gefängnis wandern. Anders als in Polen dürfen Bußgelder nicht bar vor Ort kassiert werden.

Vorsicht bei Taxifahrten in der Ukraine

Vor nächtlichen Überlandfahrten rät der ADAC ab: Unbeleuchtete Fahrzeuge und üble Schlaglöcher sind in der Ukraine eher die Regel als die Ausnahme. Taxis sind anders als in Polen in der Regel nicht mit Taxameter ausgerüstet (außer an Flughäfen), da viele Droschken „schwarz“ unterwegs sind. Der Fahrpreis sollte also vor der Fahrt erfragt und notfalls verhandelt werden.

Nix zu diskutieren gibt es im Zweifel bei der Einreise während der Fußballeuropameisterschaft (bis 1. Juli 2012): Schengen-Mitglied Polen will vor und nach Spielen, bei denen Randale befürchtet wird, vorübergehend wieder Grenzkontrollen einführen.

Wartezeiten an den Grenzen wären die Folgen. Wichtig für die Ukraine: Reisepass mitnehmen – der Personalausweis reicht dort nicht. Erleichtert wurde europaweit die Einreise mit Tieren: Für Hunde, Katzen und Frettchen gilt einheitlich der EU-Heimtierpass.

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Text: Ralf Bielefeldt