Urlaubs-Spezial: Ferienbeginn

Urlaubs-Spezial: Ferienbeginn

Der Ferien-Fahrplan

Am 20. Juni startet das erste deutsche Bundesland in die Sommerferien. Tipps für die Reiseplanung.

Ferien mit dem Auto – für 55 Prozent der Deutschen ist das nach wie vor die beliebteste Art, zu verreisen. Und oft auch die nächstliegende.

Mehr als jeder dritte Deutsche will 2012 Urlaub im eigenen Land machen; Bayern, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Baden-Württemberg sind laut ADAC-Reisemonitor die Top-5-Destinationen der Urlaubs-Bundesländer.

Darf die Autofahrt etwas länger dauern, liegt Spanien ganz weit vorn, gefolgt von Italien, der Türkei und Österreich. Bezieht man die Routenanfragen von ADAC-Mitgliedern ins Ranking mit ein, sind die beliebtesten ausländischen Regionen Südtirol, der Gardasee und Istrien.

Fernreisende zieht es 2012 in erster Linie in die USA, Asien und die Karibik. Die Reiseveranstalter dürfen sich schon mal freuen: Zwei Drittel der Befragten gaben an, nicht am Urlaub sparen zu wollen.

Abends tanken, azyklisch fahren

Wer sich mit dem Auto auf den Weg macht, kommt an dieser Einstellung auch kaum vorbei. Die Spritpreise erklimmen in den Reisemonaten mit schöner Regelmäßigkeit neue Höhen, in vielen europäischen Ländern fallen Mautgebühren an, bei Tempoverstößen drohen teils drakonische Strafen.

Die ersten Euro rausschlagen fürs verdiente Eis am Strand kann, wer hierzulande abends volltankt. Dann kostet Benzin bis zu 2,6 Cent weniger als morgens, Diesel bis zu 3,3 Cent und E10 sogar bis zu zehn Cent, hat der ADAC ermittelt. In einigen Fällen betrug die Preisdifferenz zwischen 8:00 und 18:00 Uhr sogar 12 Cent.

Der größte Vorteil am Urlaub mit dem Auto bleibt die uneingeschränkte Hoheit über die Reisezeiten. Wer es sich aussuchen kann, sollte azyklisch fahren. Spätabends und in der Nacht sind die Straßen leer, tagsüber – vor allem an den Wochenenden – sind kilometerlange Staus der nervtötende, ständige Begleiter der Reisenden.

Ferientabelle: Erster Berlin, letzter Bayern

Frühstarter in die Sommerferien sind dieses Jahr die Berliner. Vom 20. Juni bis zum 4. August sind die Hauptstädter schulbefreit, einen Tag später folgen die Brandenburger und die Hamburger. Freitag, der 22. Juni, ist letzter Schultag bei den Doppelnamen-Nordlichtern Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern.

Gut vier Wochen später bricht die zweite Fünfer-Welle auf. Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen und Bremen starten zeitgleich am 23. Juli 2012. Bayern macht erst frei, wenn die meisten Touristen schon wieder weg sind (01.08.-12.09.2012).

In den Genuss einer eigenen Reisewelle kommt naturgemäß auch Nordrhein-Westfalen. Das bevölkerungsreichste Bundesland sommerurlaubt offiziell ab Montag, 9. Juli. Voll auf den Autobahnen wird es also ab Freitag (6.7.2012). Am 22. August geht die Schule wieder los. Schlauerweise ein Mittwoch, das entzerrt den Rückreiseverkehr.

Erst Italien, dann Polen, Dänemark, Holland

 Für Transitgedränge auf den neuen bundesdeutschen Autobahnen (BAB) sorgen pünktlich zum EM-Viertelfinale in Danzig die Polen. Dort endet das Schuljahr immer am Freitag nach dem 18. Juni, dieses Jahr also am 22.06.

Ab Ende Juni beteiligen sich die Dänen am BAB-Gedränge. Ihr Ferienbeginn fällt immer auf den letzten Sonnabend im Juni, 2012 also auf den 30.06. Zeitgleich macht sich die erste Urlaubswelle der Holländer auf den Weg, mit und ohne Wohnwagen.

Wie die Niederlande ist auch Frankreich in drei Urlaubszonen unterteilt. In den Sommer starten alle drei zeitgleich. Dieses Jahr fallen die „vacances d’été“ auf die Zeit vom 5. Juli bis 4. September; die ideale Zeit für einen Abstecher mit dem Auto ins dann vergleichsweise „verwaiste“ Paris.

Deutlich weniger bemerkbar machen sich die Schulferien auf den Straßen Roms. Strände haben die Hauptstädter quasi vor der Tür. Fahrzeit: gut eine Stunde. Die drei (!) Monate langen Sommerferien (mehrheitlich 10. Juni bis 9. September 2012) lassen sich wunderbar zum Pendeln und Kurzurlauben nutzen. Der Verkehr bleibt also chaotisch.

Vor dem Start: kleiner Lage-Check im Internet

Wie es vor der eigenen Haustür aussieht, verraten einem unter anderen die Gelben Engel auf der ADAC-Webseite. Unter dem Navigationspunkt Aktuelle Verkehrslage lässt sich per Umkreissuche die Verkehrslage in der näheren Umgebung (oder wo auch immer) abchecken.

Eine feine Entscheidungshilfe, ob man just losfährt. Oder lieber noch ein bisschen wartet. Weitere Reisetipps gibt es in der Bildergalerie.

Text: Ralf Bielefeldt