Zurück aus dem Urlaub

Zurück aus dem Urlaub

After-Strand-Pflege fürs Auto

Sonne, Strand und Meer – für den Mensch die pure Erholung, fürs Auto ein Härtetest. So wird Ihr Wagen nach den Ferien wieder fit für den Alltag.

Die ersten Bundesländer müssen sich mit dem Gedanken anfreunden, dass Sommerferien leider nicht ewig währen. Umschalten von Urlaubsmodus auf Alltagsbetrieb ist angesagt. Und das bedeutet unter anderem, seinem Auto nach all den Reise-Strapazen die nötige Pflege angedeihen zu lassen. Selbst Reinlichkeits-Minimalisten kommen nicht umhin, nach Abstechern an die Strände dieser Welt einen gewissen Handlungsbedarf zu erkennen: feiner Staub und Sand in allen Ritzen, Sonnenöl auf den Polstern, Modder im Koffer- oder Laderaum und derlei mehr. Kommen dann noch Hundehaare dazu, ist er perfekt – der Härtetest für jeden Staubsauger und Alptraum für jeden Saubermann.

Aber keine Bange: Mit dem 10-Punkte-Plan von mobile.de haben Sie leichtes Spiel bei der After-Strand-Pflege. Gut 2,5 Stunden sollten Sie dafür allerdings schon einplanen.

 

 
 

10-Punkte-Plan für die perfekte Pflege

Schritt 1: Die Fahrt zu einer modernen Waschanlage ist aller Autopflege Anfang. Machen Sie einen großen Bogen um muffige Waschhallen mit alten, harten Borsten, die machen Ihnen klitzekleine Kratzer in den Lack.

Felgenreiniger und Insektenentferner nicht vergessen – und eine Spritztour mit dem Hochdruckreiniger gegen groben Schmutz. Wichtig sind die Bereiche, wo die Waschanlage nicht hinkommt – Radkästen innen, Türkanten unten. Dort nisten sich sonst hartnäckig Schmutz und Feuchtigkeit ein.

Schritt 2: Alles muss raus, auch die Fußmatten. Räumen Sie Ihr Auto komplett leer – Handschuhfach, Sitztaschen, Ablagefächer unter den Sitzen und/oder im Fußraum. Schnappen Sie sich dafür am besten ein bis zwei Kisten, worin Sie alles sammeln können. Abfall gleich in eine Mülltüte bzw. in den dafür vorgesehen Beutel (z.B. Gelber Sack).
 

Von hinten nach vorn durcharbeiten

"Alles muss raus" bedeutet, auch die entlegenen Winkel des Fahrzeugs zu inspizieren und zu säubern. Also Rückbank oder Einzelsitze hochklappen – da tauchen die erstaunlichsten Sachen wieder auf, von verloren geglaubten CDs über einzelne Badelatschen bis zum verschollenen Hörbuch.

Tipp: Arbeiten Sie sich im Innenraum von hinten nach vorn und von oben nach unten durch. Folgt man einer klaren Richtung, wird selbst bei großen Autos nichts übersehen bzw. vergessen.

Schritt 3: Sauger an und den groben Schmutz beseitigen. Wichtig dabei: Nicht die engen, unzugänglichen Bereiche wie Gestänge oder Sitzschienen aussparen – auch wenn das Reinigen dort mühsam ist. Der Profi ist hier klar im Vorteil: Er greift zur Druckluftpistole und pustet Unliebsames aus der letzten Ritze.
 

Ein Bürste hilft (fast) immer

Schritt 4: Reinigen von Gestängen, Ablagefächern, Sitztaschen etc. Praktisches Hilfsmittel: eine Bürste (nicht zu fein, nicht zu grob), um zum Beispiel hartnäckigen Sand in den Teppichfasern zu lösen. "Aufgelockert" lässt er sich problemlos wegsaugen.

Profis greifen zusätzlich zum "Tornador". Der reinigt mit feinstem Sprühnebel und einem Druck von 6,0 bar. Teppichböden sehen nach der Behandlung mit dem Hochdruck-Püsterich meist aus wie neu.

Gleiches gilt für Türverkleidungen, Mittelkonsole und ähnliches. Sonnencremeränder, eingetrocknete Milch oder Apfelsaftreste verschwinden damit wie von Geisterhand. Wer so etwas in Schritt 5 selbst reinigt, muss hartnäckige Flecken gegebenenfalls einweichen.

Schritt 6: Kunststoffflächen säubern mit Auto-Innenreiniger und einem sauberen Tuch (am besten Mikrofaser). Unzugängliche Ecken lassen sich mit einem feinen Pinsel ganz gut erreichen – oder halt mit Druckluft. Was der nicht rückstandslos wegbekommt, wird auf herkömmliche Weise beseitigt, zum Beispiel mit einem handelsüblichen "Schmutzschwamm" aus dem Supermarkt oder der Drogerie.
 

Ein Spritzer Orangenöl vertreibt üble Gerüche

Schritt 7: Cockpitspray zu Auffrischung aller Kunststoffoberflächen im Innenraum. Gibt es wahlweise in matt oder glänzend. Ein Spritzer Orangenöl vertreibt üble Gerüche im Innenraum.

Schritt 8: Scheibenreinigung. Das sollte immer der Abschluss der Putzorgie sein, wenn der restliche Innenraum fertig ist. Zwei Tücher – eins feucht, eins trocken, auch hier am besten Mikrofaser. Tipp: "Scheiben etwas runterlassen, damit auch die oberen Ränder gesäubert werden können."

Schritt 9: Fußmatten ausklopfen und grobe Verschmutzungen gegebenenfalls feucht mit einer Bürste schrubben. Der Profi greift auch hier in den allermeisten Fällen zum Tornador.

Schritt 10 – das Finale für alle, die mit Kindern verreisen, die noch ein spezielles Rückhaltesystem benötigen: Gönnen Sie auch den Kindersitzen eine Grundreinigung. Wichtig: Reinigungshinweise der Hersteller beachten (z.B. Handwäsche).
 

Die Alternative: Lassen Sie putzen

Wer es bequemer haben will, kann all das auch vom Profi erledigen lassen, zum Beispiel von Aufbereitungs-Spezialisten wie dem Auto-Pflege-Studio Hamburg.
Eine Basispflege gibt es bei den rund 300 Betrieben, die an das Pflege-System von Sonax angeschlossen sind, ab 38,50 Euro (Außenwäsche, aussaugen, Polster säubern, Scheinen innen/außen).
 

Technik und Batterie checken

Was gern vergessen wird, ist ein kleiner Technik-Check. Wurde im Urlaub Pflaster oder sonstiges Material aus dem Verbandskasten verbraucht, muss es unbedingt ersetzt werden. Gleiches gilt natürlich fürs Wischwasser und den prüfenden Blick auf den Reifendruck.

Böse Überraschungen beim Starten des Autos vermeidet, wer seine Batterie zur Überprüfung regelmäßig an ein Ladegerät anschließt – erst recht, wenn das Auto im Urlaub nicht bewegt, sondern zugunsten von Bahn oder Flieger stehen gelassen wurde.

Defekte oder leere Batterien sind laut ADAC die häufigste Pannenursache. Mehr als 600.000 mal mussten die Gelben Engel 2011 deswegen anrücken. Hersteller wie GTÜ-Testsieger CTEK bieten mittlerweile handliche, intelligente Batterieladegeräte für sämtliche Bleisäure-Batterietypen an, die keine 100 Euro kosten.

Achtstufige Geräte laden Batterien auf bis zu 100 Prozent ihrer Kapazität auf. Das hält die Batterie länger am Leben. Hochwertige Geräte bieten zudem Zusatzfunktionen, etwa zur Rettung komplett entladener Batterien.
 

Text: Ralf Bielefeldt