Urlaubs-Tipps: Verkehrsregeln im Ausland

Urlaubs-Tipps: Verkehrsregeln im Ausland

Andere Länder, andere Sitten

Einfach drauf losfahren, passt schon? Diese Einstellung kann teuer werden. Die wichtigsten (Verkehrs-)Regeln für Europa.

Regeln zu kennen und zu befolgen, kann nie schaden, weder in Deutschland noch im Ausland. Oftmals sind es Kleinigkeiten, die einen davor bewahren, sich Ärger einzuhandeln, tief in die Tasche greifen zu müssen oder einfach nur als Heiopei dazustehen.

Auf Auslandsreisen gilt wie hierzulande: Unwissenheit schützt vor Strafe nicht. Autofahrer sind also gut beraten, sich mit den teils skurrilen Besonderheiten der Straßenverkehrsordnung ihrer Urlaubsdestination(en) vertraut zu machen. Und auch sonst ein paar Kleinigkeiten zu beachten.

Das geht bei den Reisedokumenten in Deutschland los: Jedes Kind, das ins Ausland reist, benötigt seit Juni 2012 ein eigenes Reisedokument. Der bislang übliche Eintrag im Reisepass der Eltern wird nicht mehr anerkannt, warnt der ADAC.

 

 
 

Telefonnummern für den Fall der Fälle

Führerschein, Kfz-Schein und grüne Versicherungskarte (bestätigt den Versicherungsschutz des eigenen Autos) sollte man immer bei sich haben. Dazu die wichtigsten Telefonnummern für den Fall der Fälle:

 

  • Sperr-Notruf für EC- und Kreditkarten: +49 116 116 oder +49 30 4050 4050
  • Zentralruf der Kfz-Versicherer: +49 40 300 330 300 oder 0800 250 2600 (bundesweit)
  • Europäische Notrufnummer: 112

 

Die Notrufnummer 112 gilt europaweit in allen Ländern und Netzen. Damit hat es sich dann aber auch fast schon mit den Gemeinsamkeiten, vom Universal-Zahlungsmittel Kreditkarte mal abgesehen.

Verbandskasten und Warndreieck (besser zwei) sind zwar nicht in allen EU-Reiseländern Pflicht, aber in Deutschland. Allein schon deshalb sollten Autofahrer diese Utensilien auf jeden Fall dabei haben.

Wer ganz auf Nummer sicher gehen will, hat außerdem Warnwesten für alle Insassen im Auto, Ersatzbirnen für die Beleuchtungsanlage, ein Abschleppseil und einen Feuerlöscher (Pflicht z.B. in Griechenland und für in Polen zugelassene Fahrzeuge).

Zu schnell im Ausland kostet richtig

Frankreich wollte dem Thema „Alkohol am Steuer“ mit einem Schnelltest beikommen: Seit 1. Juli 2012 sollen alle Auto- und Motorradfahrer ein Alkoholtestgerät dabei haben – für den Selbsttest. Anfangs hieß es: Wer ohne Alktester erwischt wird, muss mit einer Geldbuße rechnen. Das ist aber mittlerweile vom Tisch.

Falls jemand mit den „Flics“ (Polizisten) über die Sinnhaftigkeit dieser Regelung diskutieren möchte, bitte nicht das „Monsieur“ am Satzanfang oder –ende vergessen. Auf höfliche Umgangsformen legen die Franzosen gesteigerten Wert.

Heikel wird es bei Tempoverstößen: Führerscheinentzug an Ort und Stelle ist in Frankreich nicht unüblich, wenn man deutlich über dem Limit liegt (110 km/h auf Schnellstraßen, 130 km/h auf Autobahnen). Sollte keiner der Beifahrer einen gültigen Führerschein besitzen, wird das Auto kurzerhand beschlagnahmt, Monsieur hin oder her.

Tempolimits von 100 bis 130 km/h

Zehn Stundenkilometer weniger darf man im Nachbarland Belgien auf den Autobahnen fahren. Tempo 120 gilt unter anderem auch in Bosnien und Herzegowina, Finnland, den Niederlanden, Portugal, Spanien, der Schweiz und der Türkei.

Am langsamsten muss in Norwegen und auf Zypern gefahren werden: 100 km/h sind dort die Obergrenze. 110 Spitze ist das Höchste der zulässigen Gefühle in Russland und Weißrussland, 113 km/h (70 mph) sind es in Großbritannien und Irland.

Maximal 130 km/h sind zum Beispiel in Dänemark, Italien, Kroatien, Tschechien und Ungarn zulässig. Polen legt noch zehn Stundenkilometer drauf: 140 km/h sind das Regel-Höchstmaß. Schneller darf nur in tempofreien Zonen in Deutschland gefahren werden.

Ermessensspielraum bei Geldstrafen

In Polen gelten ansonsten recht strenge Vorschriften: Telefonieren am Steuer kostet ab 50 Euro – die kontrollierenden Beamten haben einen Ermessenspielraum, wie zum Beispiel in Griechenland und Spanien auch. Ab 0,2 Promille werden mindestens 145 Euro Bußgeld fällig.

Erleichtert wurde europaweit die Einreise mit Tieren: Für Hunde, Katzen und Frettchen gilt einheitlich der EU-Heimtierpass. Vor besonders stauträchtigen Strecken im Ausland warnt der ADAC auf seinem Reiseportal.

Mehr zum Thema wie immer in der Bildergalerie.

Text: Ralf Bielefeldt