mobile.de: Grünes Glossar

Grünes Glossar

Das grüne Glossar

Für was steht CNG, und was ist ein Range Extender. mobile.de erklärt die wichtigsten Begriffe rund um das Thema "Auto & Umwelt"

LPG: Liquefied Petroleum Gas, engl. für verflüssigtes Gas. Im Unterschied zu ->LNG ist die Basis für LPG nicht Erdgas, sondern eine Mischung aus Propan und Butan. Dieses wird unter vergleichsweise geringem Druck (5 bis 10 bar; zum Vergleich: Autoreifen 2 bar, CNG 200 bar) in zusätzlichen Autotanks mitgeführt. Siehe auch: ->LNG und ->CNG.

LNG: Liquefied Natural Gas, engl. für verflüssigtes Erdgas. Erdgas ist ein umweltfreundlicher Brennstoff, aber er braucht bei der Lagerung viel Platz (etwa um den Faktor 600 im Vergleich zu Diesel). Eine Methode, um das Volumen zu verringern, besteht in der Verflüssigung. Um Erdgas flüssig zu machen, muss es auf −164 bis −161 °C abgekühlt werden. Siehe auch: ->CNG und ->LPG.

CNG: Compressed Natural Gas, engl. für verdichtetes Gas. Erdgas ist umweltfreundlicher Brennstoff, aber er braucht bei der Lagerung viel Platz (etwa um den Faktor 600 im Vergleich beispielsweise zu Diesel). Eine Methode, um das Erdgas transportabel zu machen, ist die Komprimierung. Bei CNG ist das Erdgas unter einem Druck von etwa 200 bar (zum Vergleich: Ein Autoreifen hat etwa 2 bar). Siehe auch ->LNG und ->LPG.

Biodiesel: Biodiesel ist der in Deutschland am weitesten verbreitete Biokraftstoff. Er wird unter Einsatz von Alkohol aus Ölpflanzen (Raps etc.) erzeugt. Biodiesel ist selten in reiner Form zu finden. Meistens wird er seit 2009 normalem Diesel als Beimischung bis 5% (B5) oder 7% (B7) eingesetzt.

Pflanzenöl: Dieses besteht in Deutschland meist aus Raps. Im Vergleich zu ->Biodiesel wird es aber nicht weiter verarbeitet. Daher ist Pflanzenöl dickflüssiger, Autos müssen für den Betrieb umgebaut werden. Pflanzenöl dient auch als Lebensmittel, der Einsatz von Pflanzenöl aus dem Lebensmittelladen als Kraftstoff ist aus Steuergründen verboten.

Bioethanol: Dieser wird aus zuckerhaltigen Pflanzen wie Weizen oder Zuckerrüben hergestellt. Im Gegensatz zu ->Pflanzenöl ersetzt Bioethanol nicht Diesel, sondern kommt in benzingetriebenen Fahrzeugen zum Einsatz. Die meisten Autofahrer tanken schon Bioethanol, denn es darf bis zu 5% normalem Superbenzin beigemischt werden. In der Diskussion um E10 ging und geht es um die 10%ige Beimischung von Ethanol zum Ottokraftstoff.

Biogas: Es wird aus tierischen oder pflanzlichen Abfällen gewonnen. Dazu zählen beispielsweise Gülle, aber auch Tierkadaver. Bioerdgasanlagen sind vergleichsweise kleine Anlagen, das Gas wird oft da verbraucht, wo es auch produziert wird. Jedes Auto, das mit Erdgas betrieben werden kann, verträgt auch Biogas.

Synthetische Biokraftstoffe (BtL): In nahezu jedem Stoff steckt Energie. Die synthetischen Biokraftstoffe gewinnen Kraftstoff aus sehr vielen unterschiedlichen Materialien wie Stroh oder Holz. Bislang jedoch sind diese noch im Forschungsstadium. Bei BtL geht es um die Reduktion eingeführten Öls. Es ist wahrscheinlich möglich, mit BtL auf 25% aller Erdölimporte zu verzichten.

Wasserstoffauto: Zum Betrieb eines Autos kann Wasserstoff benutzt werden. Dieser muss speziell hergestellt werden, in reiner Form ist er in der Natur selten. Prinzipiell ist der Wasserstoffantrieb sehr umweltfreundlich, weil bei der Verbrennung von Wasserstoff nur reiner Wasserdampf als Abgas entsteht. In der Realität, bei der Verbrennung mit Luft und der Verunreinigung durch Öle im Motor, entstehen Schadstoffe. Eine Unterart der Wasserstoffautos sind die ->Brennstoffzellenautos.

Brennstoffzellenauto: In einer Brennstoffzelle wird per chemischer Reaktion Strom erzeugt. Dieser Strom treibt bei Autos dann Elektromotoren an. Damit kann die Batterie recht klein gehalten werden oder ganz entfallen. Als Betriebsstoffe für die Brennstoffzelle dienen Wasserstoff oder Methan. Vereinfacht kann man sagen, dass Brennstoffzellenautos ->Elektroautos sind, die ihren Strom selbst erzeugen. Brennstoffzellen sind bislang sehr groß, trotzdem gibt es mit dem Honda FCX seit 2008 den ersten Serien-PKW.

Hybrid: Nach dem lateinisch-griechischem Ursprung des Wortes bedeutet Hybrid „etwas gekreuztes, gebündeltes oder gemischtes“. In Fahrzeugen wird damit ein Auto bezeichnet, welches neben einem Diesel- oder Benzinmotor einen oder mehrere Elektromotoren besitzt. Diese unterstützen die herkömmliche Maschine in verbrauchsintensiven Fahrzuständen wie beim Beschleunigen. Von Hybrid-Fahrzeugen gibt es verschiedene Unterformen, siehe auch ->Serieller Hybrid; ->Paralleler Hybrid; ->Leistungsverzweigender Hybrid; ->Plug-In-Hybrid.

Serieller Hybrid: Bei einem seriellen Hybrid hat der Verbrennungsmotor keinerlei Verbindung mit dem Antrieb. Der Motor treibt einen Generator an, der seine Energie an die Elektromotoren weitergibt. Diese übernehmen alle Antriebsaufgaben. Hierdurch kann der eigentliche Verbrennungsmotor vergleichsweise leistungsschwach – und damit verbrauchsgünstig – sein. Beispiel: Fisker Karma.

Paralleler Hybrid: Bei diesem System sorgen Elektro- und Verbrennungsmotor in mindestens einem Fahrzustand (Beispiel: Beschleunigen) gemeinsam für den Antrieb. Dadurch kann der Verbrennungsmotor vergleichsweise schwach sein, was sich verbrauchsmindernd auswirkt. Beispiel: Toyota Prius.

Leistungsverzweigender Hybrid (auch: Mischhybrid): Mischhybride kombinieren je nach Anforderung den ->seriellen und ->parallelen Hybridantrieb. Je nach Leistungsbedarf treibt der Verbrennungsmotor entweder das Fahrzeug selbst an (parallel) oder er lädt den Elektromotor (seriell). Leistungsverzweigende Hybride teilen die Kraft des Verbrennungsmotors auf den direkten Vortrieb sowie die gleichzeitige Ladung der Batterie. Beispiel: aktueller Toyota Prius.

Plug-In-Hybrid: Bei diesen Konzepten wird Wert auf eine vergrößerte Batterie gelegt. Sie wird nicht mehr (ausschließlich) vom Verbrennungsmotor geladen, sondern diese kann über eine Steckdose aufgeladen werden. Das vergrößert die rein elektrische Reichweite, gleichzeitig kann die Kraft des Elektromotors öfter eingesetzt werden. Beispiel: nächster Toyota Prius, Opel Ampera.

Elektroauto: Ein Elektroauto besitzt eine Batterie zur Energiespeicherung sowie mindestens einen Elektromotor für den Antrieb. Die Reichweite der heutigen Elektroautos ist gering. Elektroautos mit -> Range Extender gelten nicht mehr als reine Elektroautos.

Range Extender: Zu Deutsch: „Reichweitenverlängerer“. Ein Range Extender in einem Elektroauto dient dazu, dessen Reichweite zu verlängern. Als Range Extender fungieren meist kleine Verbrennungsmotoren, es gibt aber auch Prototypen mit Gasturbine. Der Motor springt ab einem bestimmten Ladezustand der Batterie an und lädt sie auf. Der Range Extender hat keine direkte Verbindung zur Antriebstechnik des Autos. Siehe auch ->Serieller Hybrid.

Downsizing: Zu Deutsch: „Verkleinerung“. Der Begriff Downsizing wird meist im Zusammenhang mit Automotoren benutzt, die einen kleineren Hubraum als vergleichbar starke Aggregate haben. Geringere Hubräume bedeuten geringere Energieverluste, geringere Reibungsverluste sowie ein geringeres Gewicht des Triebwerks. Die dann eigentlich geringere PS-Leistung der Motoren wird durch eine Aufladung per Kompressor und / oder Turbolader ausgeglichen.

Zylinderabschaltung: Eine Sonderform des ->Downsizing ist die Zylinderabschaltung. Je nachdem, wie viel Leistung ein Fahrer benötigt, werden einige Zylinder im Motor automatisch stillgelegt. Diesen Vorgang nennt man auch dynamisches -> Downsizing.

Start-Stopp-System: Dieses System schaltet den Motor beispielsweise im Stau automatisch aus. Will man weiterfahren, tippt man das Gaspedal leicht an und der Motor springt wieder an. Der Verbrauchsvorteil dieser Einrichtung hängt stark vom jeweiligen Einsatz ab. Je länger die Standphase, desto höher die Einsparung. Schätzungen und Tests geben zwischen 2 und 8 Prozent Einsparpotential an.

AdBlue – Harnstoffeinspritzung: AdBlue ist eine klare, wässrige Lösung auf Harnstoffbasis, die vor allem bei Dieselmotoren zur nachträglichen Abgasreinigung eingesetzt wird. Entsprechende Modellnamen bei Automobilherstellern sind beispielsweise BlueMotion (Volkswagen) oder BlueTec (Mercedes). An Bord der Fahrzeuge wird Ammoniak aus der Harnstofflösung gewonnen und in den ->Katalysator gespritzt. Der Ausstoß von Stickoxiden wird so um bis zu 90% reduziert.

Katalysator – Auf Deutsch: Auflösung. Ein Katalysator beschleunigt die chemische Reaktion verschiedener Stoffe. Im Katalysator eines Autos reagiert das Kohlenmonoxid (CO) im Abgas mit unverbrannten Kohlenwasserstoffen (NOX) und Sauerstoff (O2) zu ungiftigem Kohlenstoffdioxid sowie Stickstoff (N) und Wasser (H2O).

Eco-Reifen oder Leichtlaufreifen: Diese Reifen haben einen geringeren Rollwiderstand. Sie sind hauptsächlich schmaler, leichter und haben eine besondere Gummimischung mit einem speziellen Profil. Diese Reifen haben sich bislang nicht durchgesetzt, da frühe Modelle negative Auswirkungen auf das Fahrverhalten vor allem bei Nässe hatten. Das Sparpotential liegt bei 2 bis 5%.

Leichtbau: Der Leichtbau von Fahrzeugen ist eine der effektivsten Möglichkeiten, um den Verbrauch zu senken. Ist das Auto leichter, können mit kleineren Motoren identische Fahrleistungen erreicht werden. Gleichzeitig benötigen leichtere Fahrzeuge kleinere (und damit leichtere) Bremsen. So zieht jede Erleichterung weitere Sparmöglichkeiten an anderen Bauteilen des Autos nach sich. Während das Leichtmetall Aluminium heute schon oft eingesetzt wird, stehen andere Baumaterialien wie Kohlenstofffasern aus kosten- sowie fertigungstechnischen Gründen noch am Anfang ihrer Entwicklung.

Leichtlauföle: Diese Öle sind extrem dünnflüssig und auf die Herabsetzung der Reibungsverluste im Motor ausgelegt. Sie erkennt man an der Kennung „0W“ oder „5W“. Allerdings muss der Motor darauf ausgelegt sein. Nur wenn diese Ölsorten vom Hersteller freigegeben sind, darf man sie verwenden.

„Segeln“: Offiziell als „Segeln“ bezeichnet bislang nur Porsche einen bestimmten Fahrzustand des Autos. Gemeint ist das automatische Auskuppeln des Motors im Schiebebetrieb. Dadurch entfällt die Motorbremse. Vorausschauend gefahren, kann das Auto so weiter rollen als mit Motorbremse.

Text: SH