Sprit-Diät: Hybride

Sprit-Diät: Hybridantrieb

Doppelt spart besser

Runter mit dem Verbrauch: So bringen die Hersteller ihren Autos das Sparen bei. Folge eins: Hybridantrieb.

10. Dezember 2012

Wie spart man am besten Sprit? Diese Frage quält Autofahrer und Autohersteller gleichermaßen. Hoher Verbrauch ist nicht gut fürs Portemonnaie. Und nicht gut fürs Image. Ergo auch nicht gut für die Unternehmenskasse.

Nischenhersteller wie Koenigsegg oder Pagani mögen es sich leisten können, kraftstrotzende Exoten zu bauen, bei denen kein Mensch ernsthaft auf den Gedanken kommt, nach dem Verbrauch zu fragen. Was interessieren Gesellschaft und Atmosphäre schon ein paar 1000-PS-Autos weltweit?

Bereits bei Seriensportwagen hört die Toleranz allerdings schnell auf – auf breiter Front. Eine zweistellige Zahl vor dem Komma beim Durchschnittsverbrauch? Undenkbar! Rückständig, ignorant, unverantwortlich. Und für Hersteller (CO2-Strafsteuer) wie Käufer (Tankkosten, Kfz-Steuer) in Euroland absehbar ein teures Vergnügen.

 

 
 

Sparsamkeit und Leistung – das geht

Ein Mercedes-Benz SL 350 Roadster mit 306 PS kommt heutzutage laut Datenblatt mit 6,8 Liter auf 100 Kilometer aus. Das entspricht einem CO2-Ausstoß von 159 Gramm pro Kilometer. In einem lupenreinen Sportwagen, wohl gemerkt. Ein 400 PS starker Porsche 911 begnügt sich offiziell mit 8,9 l/100 km, macht 210 g/km CO2.

Unfassbar – hätten vor zehn Jahren noch die meisten gedacht. Unbezahlbar – müssen sich heute die meisten eingestehen. Den 350 SL gibt es ab 93.534 Euro, den kleinsten 911 ab 88.037 Euro. Mondpreise für Auto-Normal-Fahrer. Der durchschnittliche Neuwagen kostet 25.893 Euro, hat das Center Automotive Research (CAR) an der Universität Duisburg-Essen errechnet.

Unabhängig vom Preis sind Sparsamkeit und Leistung zum Glück längst kein Widerspruch mehr. Eines von vielen Beispielen dafür ist Peugeot. Die Löwenmarke brachte ihren Selbstzündern in den 90er Jahren Manieren bei: Moderne Turbo-Einspritztechnologie steigert den Fahrspaß und senkt den Verbrauch (seit 1998), der serienmäßige Rußpartikelfilter FAP (ab 2000) sorgt für saubere Luft und schont die Umwelt.

Fabelwerte beim Verbrauch

Diesel wurden salonfähig – und ermöglichen segmentübergreifend Bestwerte bei Verbrauch und Emissionen. Perfektioniert haben die Franzosen das Ganze mit dem ersten in Großserie gefertigten Full-Hybrid-Dieselantrieb. Der verbindet – bei entsprechender Fahrweise – das Beste aus zwei Welten: effiziente Dieseltechnologie und „Zero Emission“ per Elektromotor.

Maximal 200 PS Systemleistung, 450 Newtonmeter Drehmoment, Verbrauch (kombiniert) 3,5 bis 4,1 l/100 km – das sind die aktuellen Eckdaten des mehrfach ausgezeichneten Antriebs, den PSA (Peugeot & Citroën) zusammen mit Bosch entwickelt hat.

Drei Peugeot-Modelle sind mittlerweile damit unterwegs – der Crossover 3008 HYbrid4 (99-91 g/km CO2), der Oberklasse-Kombi 508 RXH (107 g/km) und die Reiselimousine 508 HYbrid4 (95 g/km). Das Antriebskonzept ist bei allen drei gleich: HYbrid4 verbindet einen sparsamen Verbrennungsmotor an der Vorderachse und einen emissionsfreien Elektromotor an der Hinterachse.

Maximaler Fahrspaß, bestmöglicher Verbrauch

Im Zusammenspiel treiben die Saubermänner alle vier Räder an – vollautomatisch und immer in Hinblick auf den bestmöglichen Verbrauch und Effizienzbereich: reiner Vorderradantrieb bei hohen Geschwindigkeiten auf der Autobahn, rein elektrischer Hinterradantrieb in der Stadt, 4WD-Antrieb im Gelände, auf schwierigem Untergrund und bei starken Beschleunigungsvorgängen.

Den automatischen Wechsel vom Verbrennungs- zum Elektrobetrieb unterstützen Peugeots Start-Stopp-System e-HDi und das elektronisch gesteuerte 6-Gang-Schaltgetriebe EGS6. Der Zweiliter-Diesel an der Vorderachse liefert 163 PS, der Elektromotor an der Hinterachse 37 PS.

Wie das im Detail funktioniert – und was die anderen Hersteller zu bieten haben in puncto Hybridtechnik, zeigt die Bildergalerie von Teil 1 des großen Sprit-Diät-Spezials bei mobile.de.

Hier geht es zu Teil 2 (Spritspartechniken: Start-Stopp & Co.), zu Teil 3 (Leichtbau: Jedes Gramm zählt) und zu Teil 4 (Efficiency-Tainment: Spaß am Sparen).

Text: Ralf Bielefeldt