Toyotas Brennstoffzellen-Fahrzeug

Toyotas Brennstoffzellen-Fahrzeug

Wie vor 17 Jahren

Als Toyota vor 1997 Jahren den Prius vorstellte, war die Skepsis groß. Ähnlich ist es beim Brennstoffzellen-Fahrzeug, das nächstes Jahr auf den Markt kommen soll.

25. Februar 2014

Ob sich die Wasserstoff-Autos durchsetzen, steht und fällt mit dem Preis. Das Premieren-Fahrzeug soll für unter 80.000 Euro erhältlich sein. Eine wichtige Stellschraube bei der Preisspirale ist der Platingehalt der Brennstoffzelle. "Der wird nicht höher sein als bei einem Dieselkatalysator", erklärt Katsuhiko Hirose, Toyotas oberster Fachmann für alternative Antriebe.

Diesen Faktor würden übrigens manche Studien, die der Brennstoffzelle keine Chance geben, nicht mit einbeziehen. Zumal die Entwicklung an allen Fronten weitergeht: Statt vier Tanks braucht der moderne Toyota nur noch zwei. Die Behälter sind leichter und werden dauerhaft gekühlt. Damit passen 20 Prozent mehr Wasserstoff in die Speicher.

 

 
 

Konservative Kunden

Damit sollen dann die versprochenen Reichweiten von rund 500 Kilometern drin sein.

Für Katsuhiko Hirose sind diese Geburtswehen nichts Neues. Beim Hybridantrieb war es ähnlich. Zunächst war die Akzeptanz für die neue Technologie relativ gering, mittlerweile sind über sechs Millionen Fahrzeuge weltweit mit der Kraft der zwei Herzen unterwegs.

Für Hirose gibt es eine entscheidende Größe: "In Europa sind die Menschen gegenüber neuen Technologien etwas konservativer", erklärt der Experte. Die kritischten Kunden seien private Taxifahrer, wenn die auf die Brennstoffzelle umstiegen, sei schon viel erreicht.

Wirkungsgrad erhöht

Auch der Membran-Befeuchter, dessen Funktionstüchtigkeit bei extremen klimatischen Bedingungen nicht ganz einfach sicherzustellen war, wurde optimiert. Bei der modernen Variante kommt ein Wasserkreislauf zum Einsatz.

Dieses Feilen an Details hat eine ganze Menge an Konsequenzen: Die aktuelle Brennstoffzellen-Generation muss bei gleicher Leistung nur noch halb so groß sein. Insgesamt steigt der Brennstoffzellen-Wirkungsgrad beim nächstjährigen Serienmodell gegenüber dem 2011 vorgestellten Brennstoffzellen-Konzeptfahrzeug FCHV von 59 auf 65 Prozent.

Kein allzugroßer Vorspung

Der technologische Vorsprung Toytas gegenüber der Konkurrenz ist laut Hirose übrigens bei weitem nicht so groß wie beim Hybrid. Da waren es zehn Jahre.

Zudem hat Toyota mit BMW einen potenten deutschen Partner im Boot, der sich sicher nicht mit einem zweiten Platz zufriedengeben wird.

Mehrere Modelle geplant

Wenn alles glatt läuft, sollen bis Ende des Jahrzehnts mehrere Toyota-Modelle mit Wasserstoffantrieb erhältlich sein.

Die Technik ist größtenteils bekannt. Toyota kann bei vielen Komponenten, die für den Elektroantrieb gebraucht werden, auf das Technologie-Regal der Hybrid-Modelle zurückgreifen: unter anderem auf Batterie, Inverter/Konverter und Leistungselektronik.

Text: Press-Inform / Wolfgang Gomoll | Bildmaterial: Hersteller