Probefahrt Hyundai ix35 Fuel Cell

Hyundai ixX35 Fuel Cell

Nummer eins

Während andere noch reden, bringt Hyundai das erste serienmäßige Brennstoffzellen-Automobil auf den Markt. Wie fährt sich der ix 35 Fuel Cell?

11. Juni 2013

Die Technik des Hyundai ix35 Fuel Cell ist schnell erklärt. Schließlich können auch Koreaner die Grenzen der Physik nicht aushebeln. Also unterscheidet sich der Brennstoffzellenantrieb modernen Kompakt-SUV nicht maßgeblich von den anderen Vertretern dieser Zunft.

An der Unterseite des Fahrzeugs befinden sich zwei Wasserstoff-Tanks, die 5,64 Kilogramm des Treibstoffs fassen. Dieser wird in der Brennstoffzelle in einer Reaktion mit Sauerstoff zu Strom und Wasser gewandelt.

 

 
 

Mächtiger Antritt

Als Zwischenpuffer steht eine 24 kWh-Lithium-Polymer-Batterie, die von LG kommt, zur Verfügung. In ihr wird auch der Strom gespeichert, der bei der Rekuperation durch das Bremsen anfällt.

Bei der Brennstoffzelle selbst setzt der südkoreanische Autobauer auf Eigenproduktion: Die Stacks werden von Hyundai-Mobis geliefert.

Bereits seit 15 Jahren tüftelt Hyundai an dieser Antriebsform herum. Dementsprechend funktioniert das Brennstoffzellen-System bei den Testfahrten reibungslos.

Ein 136-PS-Elektromotor sorgt für Vortrieb. Dank des Drehmoments von 300 Newtonmetern, das sofort zur Verfügung steht, tritt der ix35 Fuel Cell mächtig an. Bereits nach 12,5 Sekunden sind 100 km/h erreicht, die Spitzengeschwindigkeit liegt bei 160 km/h.

Der größte Unterschied zu einem herkömmlichen E-Fahrzeug liegt in der Reichweite von 594 Kilometern.

Bis zu Temperaturen von minus 20 Grad soll der Brennstoffzellenantrieb seinen Dienst verrichten.

Mehrgewicht spürbar

Geht es um Ecken, unterscheidet sich der ix35 Fuel Cell von seinen Sprit-Brüdern. Da werden die 200 Kilogramm Mehrgewicht gegenüber dem herkömmlichen Modell und der fehlende Allradantrieb spürbar.

Bei schnell gefahrenen Kurven schiebt das 1.830 Kilogramm schwere Brennstoffzellen-SUV über die Vorderräder.

Die Lenkung fühlt sich ziemlich synthetisch an und gibt kaum Rückmeldung über den Zustand der Straße. Das übernimmt das Fahrwerk, das straffer abgestimmt ist. Vor allem die Hinterachse rapportiert zuverlässig Unebenheiten.

Auch das ESP ist aufgrund der höheren Last anders abgestimmt und greift etwas früher als gewohnt ein.

Kaum Unterschiede im Innenraum

Im Innenraum unterscheidet sich der ix35 kaum von den herkömmlichen Modellen. Das linke Rundinstrument ist kein Drehzahlmesser, sondern zeigt den Stromverbrauch und die Rekuperation an.

Beim Platz gibt es kaum Unterschiede: Der Kofferraum fasst 465 bis 1.436 Liter und den Platz des Reserverads nimmt ein Teil der Tanks ein. Die Zuladung ist mit 375 Kilogramm allerdings so gering, dass ein Familienurlaub mit viel Gepäck schwierig werden könnte.

Erste Modelle bereits im Einsatz

Die ersten Modelle der Kleinserie sind bereits im Alltags-Einsatz: Seit einigen Tagen rollen die ersten 15 ix35 Fuel Cell über die Straßen Kopenhagens. 200 weitere sollen folgen.

Auf der Liste stehen Malmö, London und zwei norwegische Städte. Die Autos sind für Flottenkunden und öffentliche Einrichtungen bestimmt.

Wann kommt der Brennstoffzellen-Stromer nach Deutschland? Da will sich Christian Löer, Chef des Hyundai- Produktmarketings, noch nicht in die Karten schauen lassen: "Verhandlungen laufen, aber noch ist nichts spruchreif."

Insgesamt 1.000 Brennstoffzellen-SUVs will der koreanische Autobauer bis 2015 auf den Markt bringen. Schlägt der ix35 Fuel Cell ein, sollen bis zu 10.000 Modelle gebaut werden. "Die wichtigsten Zielregionen sind Europa und Kalifornien", sagt Allan Rusforth, Vizepräsident von Hyundai Europa. Rund 900 der modernen Stromer sollen auf dem "alten Kontinent" fahren, während die restlichen 100 an die Westküste der USA gehen.

Kaufen kann man den Stromer nicht. Ihn gibt es nur per Leasing, das maximal vier Jahre läuft. Kein Wunder, ein ix35 Fuel Cell kostet rund 100.000 Euro.

Text: Press-Inform / Wolfgang Gomoll