Probefahrt BMW i8

Probefahrt BMW i8

Agiler Spar-Sportler

BMW treibt seine Sub-Marke BMW i weiter voran. Nach dem i3 soll im nächsten Jahr der E-Sportwagen i8 für Emotionen sorgen. Die erste Fahrt gibt Aufschluss, ob das gelingt.

9. August 2013

Die Vorgaben sind klar. Nach dem urbanen Auto BMW i3, das neben Fahrspaß vor allem auf die Vernunft setzt, soll der dynamische i8 nun bei der Submarke BMW i für Emotionen sorgen.

Das grundlegende Konzept mit dem Drive-Modul aus Aluminium, in dem der Antriebsstrang untergebracht ist und dem Carbon-Life-Modul entspricht dem des i3. Nur die Umsetzung ist eine andere und auf Dynamik ausgelegt. Statt eines E-Mobils, das optional mit einem Range-Extender aufgerüstet werden kann, feuern jetzt ein 1,5 Liter- Dreizylinder-Turbo mit 231 PS auf die Hinterachse, während die E-Maschine mit 131 PS die beiden Vorderräder antreibt.

Anders als beim i3 hat der ansonsten identische Elektromotor zwei Gangstufen. Die erste ist für das rein elektrische Fahren vorgesehen, während die zweite dafür sorgt, dass die E-Maschine auch bis zu der Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h den Verbrenner mit Boost-Einsätzen unterstützen kann.

Außerdem gleicht der Elektromotor die Zugkraftunterbrechung der Sechsgangautomatik aus.

 

 
 

Diffiziles Zusammenspiel

Das Zusammenspiel zwischen Elektromotor und Turbo-Verbrenner zu koordinieren, ist nicht ohne. Zum Beispiel steht beim E-Triebwerk das maximale Drehmoment von 250 Newtonmetern von Beginn an zur Verfügung. Dagegen braucht der Benziner Drehzahlen und Zeit, um seine 320 Nm zur Geltung zu bringen.

Doch das ist nur eines der Probleme, mit denen sich die Entwickler konfrontiert sahen: Ein weiteres ist das Zusammenspiel der beiden Antriebsachsen, um einen zuverlässigen Allradantrieb darzustellen, der auch das dynamisierende Torque-Vectoring beinhaltet.

Die Abstimmungsarbeit bei der Steuerungssoftware hat sich gelohnt. Bis auf kleinere Schwächen bei den Gangwechseln werden alle Fahrzustände gemeistert.

Die weißblaue Flunder ist ein Plug-in Hybrid und schafft rein elektrisch eine Reichweite von maximal 35 Kilometern und eine Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h.

Insgesamt sind es 362 PS, die den BMW i8 nach vorne katapultieren. Schon nach 4,5 Sekunden sind aus dem Stand die 100 km/h erreicht.

Hecklastige Abstimmung

Die elektronische Abstimmung der beiden Antriebsachsen sorgt dafür, dass bei Kurvenfahrten mehr Kraft zum Heck geleitet wird, das Torque-Vectoring steigert durch das Zuteilen des Drehmoments an einzelne Räder die Dynamik nur noch. Deswegen vermittelt der BMW i8 von der ersten Sekunde an einen sehr agilen Eindruck.

Die 1,5 Tonnen schwere Flunder lässt sich um die Ecken zirkeln, dass es eine wahre Freude ist.

Dazu tragen auch die perfekte Achslastverteilung von 50:50 und der tiefe Schwerpunkt durch die Batterie im Unterboden bei.

Die Lenkung ist direkt, aber nicht schwergängig und dank des Allradantriebes klebt der E-Sportler förmlich auf dem Asphalt. Bei aller Querbeschleunigungslust ist es beeindruckend, mit welcher Gutmütigkeit der i8 selbst scharf angefahrene Ecken nimmt.

Auch das Eingreifen des Benzinmotors funktioniert schon beinahe perfekt. Lediglich die Abstimmung der Gänge ist rund neun Monate vor dem Marktstart im nächsten Frühjahr noch verbesserungswürdig. Auch klingt der Dreizylinder bei tiefen Drehzahlen noch etwas brummig.

Der Fahrspaß geht mit einer relativ kleinen Verbrauchssünde einher. Der Normverbrauch soll bei 2,5 l/100 km liegen. Im realen Betrieb dürfte dieser Wert überboten werden.

Verschiedene Fahrmodi

Wie bei BMW mittlerweile üblich, kann man mit dem Fahrerlebnisschalter verschiedene Fahr-Eigenschaften einstellen.

Im Sport-Modus geht es zur Sache. Hier arbeiten die E-Maschine und der Dreizylinder-Turbo immer zusammen. Das Gaspedal reagiert direkter und die Schaltgeschwindigkeit ist schneller. Außerdem wird die Batterie geladen.

Hierfür haben die Software-Entwickler ganz tief in die Trickkiste gegriffen. Befindet sich der Motor im Teillastbereich, wird die Drehzahl unmerklich dem idealen Betriebspunkt des Aggregates angepasst, also meistens etwas höher gedreht. "Das ist dann die optimale Umwandlung vom Benzin in Strom", erklärt Ulrich Kranz, Leiter des Project-i bei BMW.

Voll alltagstauglich

Auch die anderen Fahrmodi sind für den Alltagsbetrieb geeignet. Wer besonders sparsam unterwegs sein will, wählt Eco Pro. In dieser Einstellung ist alles der Reichweitenoptimiertung untergeordnet. Zum Beispiel reagiert das Gaspedal träger auf die Befehle des rechten Fußes und die Klimaanlage braucht etwas länger, um die gewünschte Temperatur zu erreichen. Außerdem kann der Fahrer im Menü Parameter wie die Spitzengeschwindigkeit oder die Heizleistung nach eigenem Gusto einstellen.

In der Comfort-Einstellung überlässt der Fahrer der Elektronik den Großteil der Arbeit. Bis 65 km/h stromert die weißblaue Flunder, dann ergänzt der Verbrenner den E-Antrieb. Der Elektromotor unterstützt den Dreizylinder über das gesamte Geschwindigkeitsband hinweg mit der Boostfunktion.

Stärken 

  • Verbrauch
  • Agilität

Schwächen 

  • A-Säule bisweilen im Sichtfeld
  • Einsteigen schwierig
Text: Press-Inform / Wolfgang Gomoll | Bildmaterial: Hersteller