Probefahrt: BMW i3

Probefahrt: BMW i3

E-ntertainment

Der BMW i3 könnte der Star auf der Frankfurter IAA werden. Das Elektromobil stellt die hauseigenen BMW-Dogmen auf den Kopf und erfindet das Auto neu - zumindest ein bisschen.

10. Juli 2013

Seit knapp zwei Jahren bringt BMW seinen dynamischen Fans bei, dass ein Paradigmenwechsel ansteht. Ob es den wirklich gibt, steht noch in den Sternen. Doch mit dem i3 zeigen die Münchner Bayern, dass sie es ernst meinen.

Der BMW i3 sieht aus wie ein Citymobil aus einer anderen Welt. Doch er fährt sich wie ein echter BMW - fast. Neben dem gefälligen Design gefällt der Innenraum des BMW i3. Das Raumangebot ist Dank des gut positionierten Heckmotors und des Akkupaketes im Unterboden deutlich größer, als man es von einem Fahrzeug der Vier-Meter-Klasse erwartet.

Man sitzt auf den Stühlen, die ebenso dünn sind wie die Energiesparreifen, sehr ordentlich; hat jedoch im Gegensatz zu anderen BMW-Modellen eher das Gefühl auf- als im Sitz Platz genommen zu haben. Auch im Fond lässt es sich mit Gardemaß noch aushalten.

 

 
 

Gute Ladezeit nur an Schnellladern

Starter und Getriebewählhebel liegen zwar wenig schmuck an einem dicken Knubbel hinter dem Lenkrad positioniert, doch der Controller des i-Drive-Bedienkonzepts liegt perfekt zwischen den Sitzen und steuert die bekannten Funktionen auf dem Zentralbildschirm an.

Auf dem Navigationsbildschirm zeigen Infoinseln, wie weit man es mit der aktuellen Reichweite je nach Fahrmodus noch schafft.

Auf Knopfdruck werden Ladesäulen angezeigt. Hier verweilt der BMW i3 länger, als es vielen Kunden lieb sein dürfte. Denn nur an einer Schnellladesäule ist die Tankzeit akzeptabel. In einer halben Stunde soll sich das Akkupaket per Elektroboost an einer 50-kW-Schnellladestation zu mehr als drei Viertel füllen. An der Haussteckdose kann das Nachtanken locker acht Stunden dauern.

150 km/h Spitze

Der Motor im BMW i3 leistet 125 kW / 170 PS und ein maximales Drehmoment von 250 Nm.

Für die Autobahn ist der BMW nur im Kurzstreckenbetrieb tauglich. Das liegt weniger an der abgeregelten Höchstgeschwindigkeit von 150 km/h, als vielmehr daran, dass die maximale Reichweite von bis zu 160 Kilometern dann auf ein Minimum zusammenschmilzt.

Wer den Fuß vom Gas nimmt, bremst den i3 automatisch ein. Der Elektromotor wird dann automatisch zum Generator und läuft nur mit, um Energie rückzugewinnen.

Ein Tritt auf das Gaspedal und der 3,99 Meter lange und knapp 1,3 Tonnen schwere BMW i3 flitzt los wie von der Tarantel gestochen. Die 100er-Marke fällt nach kaum mehr als sieben Sekunden.

Ausgewogenes Fahrwerk

Der 2,57 Meter lange Radstand macht sich bei dem Citymobil dabei ebenso angenehm bemerkbar wie die Unterbringung des 230 Kilogramm schweren Akkupaketes im Fahrzeugunterboden. Der niedrige Schwerpunkt des BMW i3 zeigt seine guten Seiten auf dem Handlingparcours. Obschon das E-Modell auf winseldünnen 19-Zoll-Pneus mit 155er Breite unterwegs ist, fegt er um die Pylonen wie ein großer.

Noch ein Grund ist die Position des Elektromotors an der Hinterachse. "Dabei geht es nicht nur ums Package, sondern insbesondere auch um die Traktion", erzählt Fahrwerksexperte Uwe Gaedicke, "denn nur so haben wir eine Gewichtsverteilung von 50:50. Mit Range Extender sind es 48:52."

Preise ab 36.000 Euro

Zur Dämpfung von Reichweiten-Sorgen ist das bayrische Elektromobil auch mit einem Range Extender zu erstehen, der die Reichweite auf rund 300 Kilometer vergrößert.

Preislich dürfte es bei rund 36.000 Euro losgehen.

Stärken 

  • gute Fahrleistungen
  • großzügiger Innenraum
  • Variabilität
  • Vernetzung

Schwächen 

  • Reichweite
  • hoher Preis
Text: Press-Inform / Stefan Grundhoff | Bildmaterial: press-inform / Hersteller