mobile.de: Top Ten Spritsparer

Top 10 der Spritsparer

Kraftstoff-Knauser-Könige

Wo ist der Tank? Der gute alte Werbespruch passt bei diesen Modellen tatsächlich. Ihr Durchschnittsverbrauch: 3,9 bis 1,2 Liter auf 100 Kilometer.

15. Mai 2012

Die Einrichtung einer (umstrittenen) Meldebehörde zur Überwachung der galoppierenden Spritpreise ist beschlossene Sache. Doch ändert diese was am Frust über die heftigen Kraftstoffkosten?

Jeden Tag aufs Neue stehen Autofahrer vor den Preistafeln der Tankstellen und reiben sich die Augen. Kann das sein? Schon wieder teurer geworden, wo soll das noch hinführen?

Doch nicht alle quälen diese Gedanken. Denn schon heute haben die Hersteller Modelle im Angebot, die zwar nicht nur mit Luft und Liebe fahren, zumindest aber extrem sparsam unterwegs sind.

 

Sparsam muss nicht klein bedeuten

Rund ein Dutzend aktuelle oder kurz vor der Markteinführung stehende Modelle begnügen sich laut Datenblatt mit einem kombinierten Verbrauch von gerade einmal 3,9 Litern oder sogar weniger auf 100 Kilometer.

Sicher, es handelt sich dabei nicht um Großraumlimousinen mit Platz für Kind und Kegel (wobei die inzwischen auch Werte unter 5,0 l/100 km erreichen), aber jede Menge familientauglicher Krimskrams geht auch ins Gepäckabteil eines Renault Mégane ENERGY dCi 110 eco².

Dem fünftürigen Kompaktwagen mit 110 PS starkem Diesel reichen im Schnitt 3,5 l/100 km. Ab 21.800 Euro fährt der knauserige Mégane an den meisten Zapfsäulen vorbei.

1.323 Kilometer Reichweite mit einem 45-Liter-Tank

Wer einen Wagen für die Stadt sucht, nicht viel Platz benötigt und so viele Tankstellen wie möglich rechts oder links liegen lassen möchte, der kann die Ölmultis mit dem Seat Ibiza SC 1.2 TDI CR E-Ecomotive ärgern.

Der verbrauchsoptimierte Spanier hat das gleiche 1,2-Liter-Dieselmaschinchen (75 PS) wie seine Konzernbrüder VW Polo und Skoda Fabia unter der Haube und schafft mit einer Tankfüllung (45 Liter) beachtliche 1.323 Kilometer.

Das entspricht einem Durchschnittsverbrauch von 3,4 l/100 km. Wer viel unterwegs ist, dürfte die Anschaffungskosten von 15.150 Euro recht zügig wieder eingefahren haben. Für 700 Euro weniger gibt es den „normalen“ 1.2 TDI. Der gönnt sich 0,4 Liter mehr auf 100 km.

Teuer, aber sehr sparsam: Hybrid-Modelle

Soll es noch weniger sein, funktioniert das neben effizienzsteigernden Maßnahmen wie Start-Stopp-Technik, Bremsenergierückgewinnung und Aerodynamikverbesserungen derzeit nur mit einer Reduzierung der Fahrzeugmasse – oder einem Anstieg der Anschaffungskosten.

Kann der Kaufpreis zugunsten einer „weißen Weste“ beziehungsweise eines „grünen Gewissens“ hinten anstehen, dann rücken Hybrid-Modelle in den Fokus. Merke: Zwei Motoren sind in der Stadt oftmals sparsamer als einer – wenn denn einer der beiden ein Elektromotor ist.

Der japanische Hersteller Toyota hat ab Sommer vier eigene Modelle am Start, die einen E- und einen Ottomotor effizient zusammenarbeiten lassen, und nebenbei noch vier Vollhybrid-Baureihen bei seiner Luxus-Division Lexus.

Zum Hybrid-Pionier Prius (seit 1997 am Start) gesellen sich inzwischen der kompakte Toyota Auris Hybrid und ab Sommer 2012 der Kompaktvan Prius+ sowie der Kleinwagen Yaris Hybrid. Letzterer soll sich mit einem Verbrauch von 3,5 l/100 km hervortun.

Ab Herbst 2012 ist er damit aber nur noch Zweitsparsamster im Toyota-Aufgebot: Der neue Prius Plug-In Hybrid kann zusätzlich an der Steckdose Strom tanken und bis zu 25 Kilometer rein elektrisch fahren.

Laut offizieller Berechnung erzielt er so einen Verbrauch von durchschnittlich 2,1 Liter auf 100 Kilometer. Das entspricht fabelhaften 49 Gramm CO2 pro Kilometer. Für ein derart vorbildliches Umweltverhalten lässt sich Toyota entsprechend entlohnen: 36.500 Euro werden für den Prius Plug-in Hybrid beim Marktstart fällig – 10.000 Euro mehr als für den „normalen“.

Für noch mehr Sparsamkeit: der Range Extender

Noch sparsamer, noch ausgeklügelter und noch teurer präsentiert sich der Opel Ampera. Der Zwilling des Chevrolet Volt wird zwar als E-Auto angepriesen, de facto arbeiten aber auch die GM-Zwillinge wie ein Plug-In Hybrid.

Beide Modelle haben einen Reichweiten-Verlängerer („Range Extender“) in Form eines Otto-Motors unter der Haube. Die Akkus des Elektromotors können damit beim Fahren geladen werden – eine Art „Steckdose für unterwegs“, die solange funktioniert, wie Sprit im Tank ist.

Dieser Trick und eine rein elektrisch meisterbare Strecke von maximal 70 Kilometern bescheren dem Opel Ampera rein rechnerisch einen Verbrauch von gerade einmal 1,2 Litern Benzin auf 100 Kilometer. Allerdings nur auf den ersten 100. Diesen Verbrauchsvorteil gegenüber dem Prius Plug-In Hybrid wieder einzufahren, dürfte bei einem Aufpreis von 7.400 Euro aber ein bisschen dauern.

Plug-In-Offensive: erst Volvo, dann Peugeot

Unmöglich wird es beim Volvo V60 Plug-In Hybrid, den die Schweden Ende 2012 auf den deutschen Markt bringen wollen. Stattliche 56.900 Euro beträgt der Einführungspreis. Dafür gibt es einen 215-PS-Diesel und einem 70-PS-E-Motor. Im Verbund sollen die zwei mit 1,9 l/100 km auskommen.

Rund zwei Liter auf 100 Kilometer. Das klingt gut. Finden Peugeot und Citroën auch. Und wollen im Laufe des Jahres 2013 ihre HYbrid4-Flotte (Peugeot 3008 HY4 und 508 RXH sowie Citroën DS5) alternativ ebenfalls mit Ladekabel anbieten. Die Technik sollte bis dahin ausgereift sein: Volvo ist mit den gleichen Systemkomponenten unterwegs.

Das Top-10-Ranking der derzeit sparsamsten Serienautos zeigt die Bildergalerie.

Text: Ralf Bielefeldt