mobile.de: Navigationsgeräte

Vergleich: Navigationsgeräte-Update

Oft übersehen: Aktuelle Karten können teuer werden

Alle drei Jahre sollte man seine Karten im Navigationsgeräte aktualisieren. Doch dieser Service kann für Gebrauchtwagenkäufer teuer werden. Wie schlagen sich die Geräteklassen?

Der Gebrauchtwagen hat ein Navigationsgerät? Normalerweise ist das wertsteigernd, denn dies ist ein sehr beliebtes und sinnvolles Extra. Navigationsgeräte gibt es seit Anfang der 90er Jahre. Das erste Auto mit einem serienmäßigen Navigationssystem war 1994 der 7er von BMW.

Allerdings: Ein Navigationsgerät aus dieser Zeit mag für alles Mögliche taugen, in fremden Städten ist es jedoch kaum eine Hilfe. Bis zu 15% aller Straßen werden nach Auskunft der Kartenhersteller jedes Jahr geändert. Damit ist klar, dass auf jeden Gebrauchtwagenkäufer zusätzliche Ausgaben für die Aktualisierung warten, falls dies nicht kürzlich erledigt wurde.

Oberklasse: Navis sind Standard

Vor allem in der Oberklasse kommt kaum ein Modell mehr ohne Navi aus. Meist ist das Navigationssystem in der Oberklasse Bestandteil der gesamten Multimedia-Ausstattung eines Fahrzeugs, wie beispielsweise das Comand-System bei Mercedes.

Wie hoch die Ausgaben für die Aktualisierung des Kartenmaterials sind, hängt von der Art des Navigationsgerätes ab. Es gibt sie in vier Bauformen: Als Bestandteil des Autos, als mobiles „Scheibennavi“ beispielsweise beim Hersteller TomTom, in nachgerüsteten Autoradios sowie als App für Smartphones.

Smartphone-Navis: Immer aktuell

Am günstigsten sind die Updates der meisten Smartphones. Um ihren Kunden einen konkreten Mehrwert zu bieten, sind die meisten Navigations-Apps der Mobilfunkanbieter kostenlos. Beispiel das iPhone 4S von Vodafone: Bei jeder Suchanfrage greift das Handy automatisch online auf das aktuelle Kartenmaterial zurück. Eine herkömmliche Nachrüstung des Kartenmaterials entfällt, das Navi im Smartphone ist immer aktuell. Das kann je nach Vertrag allerdings sehr teuer werden, wenn das Ziel im Ausland liegt. Dann fallen zusätzliche Roaming-Kosten an.

Bei den besten kostenpflichtigen Apps werden die Karten auf dem Telefon gespeichert – diese müssen dann allerdings wie bei anderen Navis regelmäßig erneuert werden. Die Preise hierfür liegen zwischen 30 und 90 Euro je nach Anbieter und Anzahl der Karten.

Vergleichsweise günstig ist die Aktualisierung der meisten Scheiben-Navis. Hier kommt es auf den jeweiligen Hersteller an, doch meist bewegt sich das Update im Bereich von 50 bis 90 Euro. Mehrkosten gibt es, wenn zum Beispiel Kartenmaterial aus ganz Europa integriert wird.

Autohersteller verlangen mehr

Teurer wird es bei den fest im Auto installierten Navis. Audi verlangt je nach Navigationsgerät unterschiedliche Preise, diese starten bei 229 Euro. Dieses Update umfasst mehrere Länder. Der Weg zum aktuellen Kartenmaterial ist einfach: Die Aktualisierung per DVD oder SD-Karte gibt es beim Audi-Händler.

Unproblematisch ist das Ganze auch für Opel-Besitzer. Für den Corsa D kostet das Update 199 Euro und ist damit 30 Euro billiger als bei Audi. Und es geht bei Opel sogar noch günstiger: Ein Update für das Navi „CD 500“ im Spitzenmodell Opel Insignia kostet nur 129 Euro.

Diese Preise allerdings gelten nur für Kartenmaterial aus Deutschland – wer andere Länder updaten oder hinzukaufen möchte, zahlt mehr.

ADAC: Update ist nicht einfach

Beim Autohändler bekommt der Kunde mehr Service geboten als die Besitzer eines mobilen Navigationsgerätes. Denn ein Update beim Autohersteller kann man gleich bei der Inspektion erledigen lassen. Anders ist es laut ADAC bei den mobilen Geräten. Fazit: „PC-Kenntnisse und viel Zeit und Geduld sind erforderlich.“

Vorsicht ist schon beim Kauf eines mobilen Navigationsgerätes geboten. Es gibt für deren Hersteller keine Verpflichtung, auf den Verpackungen den Stand des Kartenmaterials anzugeben. Wenn das Gerät schon zwei Jahre im Laden lag, hat man veraltetes Kartenmaterial von Anfang an.

Gut ist deshalb beispielsweise der Service des Autoradioherstellers Alpine. Bis zu 30 Tage nach dem Kauf kann man sein Gerät kostenlos auf den neuesten Stand bringen lassen. Danach allerdings kostet das ab 35 Euro. Andere Hersteller haben ähnliche Angebote.

Kompletter Gerätetausch kann billiger sein

Gebrauchtwagenkäufer sollten sich deshalb Belege über die Nachrüstung zeigen lassen. Ohne sinkt der Mehrwert der Sonderausstattung erheblich. Wer möchte mit seinem Gebrauchtwagen schon die erste Fahrt in die Werkstatt einplanen?

Und noch eines sollte man bedenken: Mobile Navigationsgeräte sind mittlerweile einem so starken Preisverfall ausgesetzt, dass der komplette Austausch eines Gerätes günstiger als die Nachrüstung sein kann.

Text: SH | Bildmaterial: TomTom