Car-Hifi: Navigation

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Wissen, wo’s lang geht

Navigationsgeräte gibt es viele – aber welches ist die richtige Lösung für Sie?

Das ist ein echter Boom-Artikel: Im vergangenen Jahr wurden rund 400.000 portable Navigationsgeräte verkauft. Es war auch das siebte Jahr in Folge, in dem mehr Geräte als im Jahr zuvor verkauft wurden.

Und das sind nur die portablen Geräte: Dazu kommen noch fest installierte Geräte von Autoherstellern, in multifunktionalen Radios integrierte Navis und Smartphone-Apps, die den Weg weisen.

 

 
 

Portable Navis haben Vorteile

Woher kommt dieser Erfolg? Es gibt tatsächlich eine ganze Reihe von Gründen, die für portable Navigationsgeräte sprechen. Dazu zählt auch der Preisverfall: Kosteten gute Geräte 2004 im Schnitt noch 600 Euro, bekommt man die gleiche Leistung heute für ein Drittel des Preises. Das lohnt sich auf jeden Fall - vor allem dann, wenn man mehrere Fahrzeuge besitzt.

Das Paradebeispiel hierfür sind Motorradfahrer, die ihr wetterfestes Gerät auch im Alltagswagen einsetzen. Mittlerweile gibt es auch Wander- oder Fahrradkarten, so dass sich die Einsatzmöglichkeiten dieser Geräte gewaltig erweitert haben.

Smartphone-Akkus überfordert

Das können nicht mal Smartphones, die meist an ihrer unzureichenden Akkuleistung scheitern. Zudem sind sie in wirklich einsamen Gegenden ohne Handy-Empfang aufgeschmissen. Und im Ausland sehr teuer im Unterhalt, wenn die jeweils aktuelle Karte per Daten-Roaming heruntergeladen werden muss.

Wer mehr von seinem Navi möchte, als in kürzester Zeit von einem Ort zum anderen zu gelangen, der sollte vor dem Kauf etwas mehr Zeit investieren. Seit 1981, als Honda zusammen mit Alpine Electronics, den Großvater der heutigen Navigationsssysteme auf den Markt brachte, hat sich einiges getan.

Das gilt in zwei Richtungen: Mittels mitgelieferter Daten kann man sich landschaftlich schöne Routen zusammenstellen, falls denn mehr der touristische Aspekt im Vordergrund stehen sollte. Meist sind sogenannte POIs (Points of Interest = besonders interessante Wegmarken) vorinstalliert. Zurzeit arbeiten viele Hersteller zudem daran, beispielsweise die Fotos von Google Street View zu integrieren. Denn die normale Kartendarstellung des Navis sieht etwas freudlos aus – das soll sich ändern und zugleich die Wegführung des Fahrers verbessern.

Dank Navi ohne Stau

Nützlich sind Navis, die TMC oder TMCpro empfangen können. Die Abkürzung steht für Traffic Message Channel und meint die digitale Auslesung von Verkehrsmeldungen. Je nach Einstellung berechnen diese Navis automatisch eine Umleitung. Besonderer Vorteil: Das funktioniert auch im Ausland ist besonders sinnvoll, wenn man die lokale Sprache nicht beherrscht.

Und noch eine Funktion kann Geld sparen: Die meisten Navis wissen, welche Strecken mautpflichtig sind und fragen den Fahrer, ob sie diese vermeiden sollen.

Immer aktuell: Verkehrsdaten

Der niederländische Marktführer TomTom arbeitet an der Verfeinerung seines „HD Traffic“. Dieses aufpreispflichtige System nutzt anonymisierte Handydaten zur sekundengenauen Analyse der Verkehrsströme. Dahinter steht der Gedanke, nicht den theoretisch schnellsten, sondern den tatsächlich schnellsten Weg zum Ziel zu finden. Und zwar schneller als mit TMC.

Die Daten der Handys zeigen an, ob sich der Autofahrer auf der A8 auch tatsächlich bewegt oder im Stau steht. Diese Daten sind heute so genau, dass auch das Stauende – wenn das Fahrzeug langsamer wird – identifiziert werden kann. Eine Warnung an den Fahrer dient dann nicht nur der Sprit- und Zeitersparnis, sondern auch der Verkehrssicherheit.

Andere Hersteller bieten ähnliche Systeme an.

Radarfallen: Warnung ja, aber…

Ein weiterer nützlicher Dienst ist nur eingeschränkt nutzbar: Navis können auch vor Radarfallen warnen. Das gilt jedoch nur für fest installierte Anlagen. Automatische Updates über mobile Radarfallen sind in Deutschland verboten, deshalb gibt es auch keinen Dienst hierfür.

Bevor Sie jetzt zuschlagen, sollten Sie noch etwas wissen: Rund 15% aller Straßen in Deutschland werden pro Jahr geändert. Mit anderen Worten: Das Kartenmaterial veraltet schnell. mobile.de hat stichprobenartig verglichen, was die Aktualisierung des Kartenmaterials kostet. Auch dieses sollten Sie in Ihre Auswahl einbeziehen.

Text: SH | Bildmaterial: iStockphoto