Car-Hifi: Das mobile Büro

Car-Hifi: Das mobile Büro

Kampf den weißen Flecken

Flexibilität wird heute von jedem Mitarbeiter verlangt. Das heißt auch, unterwegs auf alle Daten zugreifen zu können oder erreichbar zu sein.

Das Absurde ist: Gerade eine der am höchsten entwickelten Techniken, das Auto, ist in dieser Hinsicht noch ein weißer Fleck. Ob in fremden Bürogebäuden oder im Hotel: Dank UMTS und WLAN ist der Internetzugang eigentlich überall und ständig möglich.

Nur im Auto, da ist die schöne neue Welt arg reduziert. Zwar ist der Fahrer per Handy erreichbar, aber sonst abgeschnitten von der Datenwelt.

 

 
 

Es wird besser

Mittlerweile hat sich eine große Allianz verschiedener Firmen zusammen getan, um genau diesen Umstand zu ändern. Mit dabei sind natürlich die Hersteller von Premium-Fahrzeugen, aber auch Gerätehersteller oder Internetanbieter wie die Telekom. Ihr gemeinsames Ziel ist es, diese weißen Flecken auf der Landkarte zu entfernen – sprich: Den Zugriff auf das Internet sowie Datendienste immer und überall zu ermöglichen.

Der Trend zur „Cloud“, also zu Daten, die nicht lokal abgelegt werden, sondern auf die von überall her zugegriffen werden kann, verstärkt dies noch.

Chancen und Risiken

Der Trend zum mobilen Büro bietet für Autohersteller darüber hinaus gleichsam Chancen und Risiken. Mit ihm kommt ein neues Differenzierungsmerkmal zwischen den Herstellern auf. Fans von Android-Phones oder Apples iPhone können heute schon stundenlang darüber diskutieren, welches System denn das bessere wäre.

Die Wahl des „richtigen“ Handys ist auch eine Imagefrage – und genau dies trifft nun die Autohersteller. Wer bietet das „vernetzteste“ Auto? Dieser Wettlauf hat längst begonnen.

Im Auto ist alles anders

Dabei geht es nicht nur um direkte Anwendungen wie den Internetzugang. In der besonderen Umgebung, die ein Auto ist, sind herkömmliche Dienste vor allem in ihrer Bedienung zu überarbeiten. Dies betrifft zum Beispiel die Hotelbuchung im unmittelbaren Bereich des Autos, für die auch Daten des Navis herangezogen werden.

Die Fernwartung des Autos, Diagnose eventueller Fehler sowie die gleichzeitige Buchung eines Werkstatttermins auf der idealen Route, vorab reservierte und bezahlte Parkplätze – das alles muss ein Auto heute oder spätestens in naher Zukunft können.

Der „Car-PC“ hat nicht funktioniert

Als technische Sackgasse haben sich mittlerweile die sogenannten „Car-PCs“ erwiesen. Dies waren fest in einem Auto installierte PCs, die meist über einen eigenen Touchscreen verfügten. Um mit den Temperaturschwankungen sowie den Erschütterungen im Auto klarzukommen, basierte diese Technik meist auf Laptop-Komponenten.

Und hier liegt auch schon der Grund für das Scheitern der Car-PCs. Das Auto ist zwar mobil, aber der darin enthaltene PC nicht? Das war ein Denkfehler, dem gleich noch ein weiterer folgte: Autos benötigen heute schon eine enorme Rechenleistung, um die Assistenzsystem wie den Abstandswarner, die Motorsteuerung, Navigation und den Rest zu berechnen. Ein zusätzlicher PC, der nicht aus dem Auto mitgenommen werden konnte, macht da einfach keinen Sinn.

Eine weitere Innovation, die mit steigender Vernetzung und neuen technischen Möglichkeiten nötig wurde, ist die Sprachsteuerung. Da nicht jeder Geschäftsreisende oder Außendienstler über einen Chauffeur verfügt, müssen diese vernetzten Systeme einfach zu bedienen sein. Knöpfchen sind out, die Sprachsteuerung unterliegt einem hohen Entwicklungszwang.

Text: SH | Bildmaterial: iStockphoto