Car-Hifi: Autoradios

Car-Hifi: Autoradios

Guter Ton ist teuer

Ein simples Autoradio war gestern: Moderne Geräte können viel mehr als Cassetten abspielen, Sender suchen und Verkehrsinfos empfangen.

Das waren noch Zeiten, als ein Autoradio nur zwei Knöpfe hatte. Einen für die Sendereinstellung und den anderen für die Lautstärke. Luxusausführungen hatten zudem noch ein Cassettendeck, das mit Vorliebe Bandsalat statt Musik produzierte.

Aus und vorbei – Bedienungsanleitungen heutiger Autoradios haben gerne mal ein paar 100 Seiten. Das allerdings ist dem Umstand geschuldet, dass es reine Autoradios heute kaum noch gibt. Daher musste eine neue Bezeichnung her, Fachleute nennen diese jetzt „Head Units“.

 

 
 

Vom Radio zur „Head Unit“

Dieser neue Begriff ist tatsächlich sinnvoll, denn längst empfangen Autoradios nicht mehr nur Musik. An Stelle des herkömmlichen Autoradios von einst ist jetzt eine beliebig aufzurüstende „Zentrale Steuerungseinheit“ getreten. In ihr können verschiedene Audiosysteme zusammentreffen, aber auch TV-Tuner, Navigationsinfos oder der Internetzugang.

Wer sein altes Auto umrüsten möchte, sollte sich die Sache jedoch genau überlegen. Früher war das eine einfache Angelegenheit. Dank zweier Normen, der ISO 7736 und 10487, waren sowohl die Stecker als auch die Größe des Einbauschachtes festgelegt. Da waren Umstieg und Umbau eine einfache Sache.

Das vernetzte Auto

Moderne Head Units sind allerdings über besondere Stecker mit der restlichen Fahrzeugelektronik verbunden. So stellen die Hersteller sicher, dass beispielsweise in Tunneln das Navigationsgerät über die ABS-Sensoren des Autos auch ohne GPS-Empfang genau weiß, wo sich der Wagen befindet. Das hat aber auch einen unerwünschten Nebeneffekt.

Dadurch, dass die Head Unit so stark mit der Autoelektronik vernetzt ist, kann es bei Tausch oder Defekt des Radios sein, dass bestimmte Funktionen des Autos wie Uhrzeiteinstellung oder der Zugriff auf Komfortfunktionen wie die Sitzheizung nicht mehr funktionieren.

Umrüsten? Oft verboten

Damit passt der Nachfolger des herkömmlichen Autoradios zwar in Design und Funktion genau zum Auto, aber vielleicht nicht mehr zu den Bedürfnissen des Gebrauchtwagenkäufers. Umrüsten ist zwar möglich, aber in vielen Fällen teuer. Die Fahrzeughersteller lassen sich ihre Dienste teuer bezahlen.

Ein Blick in die Bedienungsanleitung kann zudem nicht schaden, denn der Tausch des Autoradios kann plötzlich eine juristische Sache werden. Einige Hersteller verbieten den Tausch des Autoradios durch den Besitzer, der Besuch in einer Fachwerkstatt steht an. Das hat tatsächlich einen sicherheitsrelevanten Grund.

Über ihre Stecker kommunizieren die ABS-Sensoren auch mit der Geschwindigkeitsabhängigen Lautstärkeregelung. Werden diese Anschlüsse vertauscht, funktioniert eventuell das ABS nicht mehr.

Nachrüsten ist möglich

Doch für populäre Modelle wie den VW Golf gibt es auch auf dem Zubehör-Markt passende Angebote. Vorher sollte man sich jedoch genau überlegen, welche Zusatzfunktionen man denn braucht. Empfehlenswert sind Anschlüsse für externe Geräte wie das iPod. Für Telefone und Smartphones sind drahtlose Bluetooth-Verbindungen mit Freisprecheinrichtung empfehlenswert.

Und schließlich kann man auch seinen Nachwuchs für längere Fahrten mit dem Auto begeistern. Kosten Monitore und Abspielgeräte für die hinteren Plätze bei den Herstellern oft ab 1.500 Euro aufwärts, kann man das mit Nachrüstgeräten auch wesentlich billiger bekommen. Da lassen sich dann neben der DVD auch Mp3s Abspielen oder die Playstation anschließen.

Zum Abschluss noch ein Tipp: Wesentlich für den optimalen Klang im Auto sind die Lautsprecher. Herkömmliche Radio-Einheiten haben meist vier Ausgänge für den Anschluss. Das ist vor allem bei Multimediasystemen auf den Rücksitzen nicht lange ausreichend. Informieren Sie sich vor dem Kauf, was das angepeilte Gerät auch in dieser Hinsicht leistet.

Text: SH | Bildmaterial: iStockphoto, iStockPhoto