Wer baut das erste Roboter-Auto?

Google Roboterauto ist Technologieführer

1:0 für das Play-Mobil

Welche Marke bringt zuerst ein marktfähiges Roboterauto auf die Straße? Laut einer aktuellen Studie hat Google die Nase vorn. Wie lange noch?

Die konventionellen Autobauer gehen davon aus, dass bis zum Ende des Jahrzehnts Autos selbständig fahren können. In Ansätzen tun sie das bereits jetzt. Bei der Mercedes-Benz S-Klasse übernimmt beim Stop-and-Go-Verkehr auf Wunsch die Technik das Kommando. Die Schwaben haben auch bereits einen Truck in petto, der vom "Highway Pilot" gesteuert autonom auf der Autobahn dahinrollt.

"Dieser Lkw wird den Güterverkehr revolutionieren", erklärt Wolfgang Bernhard. Der Leiter des Geschäftsfeldes Daimler Trucks and Buses strahlt Zuversicht aus. Ein Großteil der Technik, die die Zukunft des Autofahrens ermöglichen soll, ist nämlich heute schon in jeder Oberklassen-Limousine vorhanden.

Helferlein wie der adaptive Tempomat, der Spurhalte-Assistent, der tote Winkelwarner oder eine Stereokamera, die vor kreuzenden Verkehr warnt, bilden die Grundlage für das autonome Fahren. Allerdings müssen die Koordination all dieser Daten und der Abgleich, welches Hindernis im Weg steht, in Sekundenschnelle und zuverlässig vollzogen werden.

 

 
 

 

Schnelle Entscheidung bei Konflikten

Doch der Internetgigant Google aus den USA gibt mächtig Gas, wenn es um das autonome Fahren geht. Wie Tesla bei der Elektromobilität, nehmen die Amerikaner den kürzesten Weg zum autonomen Fahren. "Es ist sicherer, dass der Computer das Auto lenkt, da die Ursache für die meisten Unfälle menschliches Versagen ist", formuliert das Unternehmen seine Mission.

Diese Aussage mag zwar grundsätzlich richtig sein, doch sind bis zum perfekt funktionierenden autonomen Fahren noch einige Hürden zu überwinden. Eine der wichtigsten ist die ethische Verantwortung bei einem Dilemma: Angenommen, das Auto fährt auf eine Unfallstelle zu.

Doch nur zwei Ausweichkorridore stehen zur Verfügung: links eine Familie mit Kind und der andere rechts. Dort steht ein Hund. Jetzt muss die Technik in der Lage sein, in Bruchteilen von Sekunden zu entscheiden, welcher Ausweichweg einzuschlagen ist.

Google testet sein Play-Mobil bereits

Der Internet-Suchmaschinen-Gigant hat bereits mit Praxis-Tests begonnen. Sein Hightech-Mobil sieht aus wie ein Auto aus einem Playmobil-Baukasten. Rund, mit zwei Augen und einem schmalen Mund zieht das rollende Ei seine Bahnen. Bisher nur mit geringer Geschwindigkeit (maximal 40 km/h).

Das Besondere daran: Das urige Fahrzeug hat weder ein Bremspedal noch ein Lenkrad. Das ist die Zukunft des Autofahrens, wie sie sich der amerikanische Internet- Konzern Google vorstellt. Gesteuert wird das Vehikel von einem Stop-and-Go- Knopf, einem GPS-Navigations-System und natürlich jede Menge Sensoren, die das Umfeld des Autos ständig überwachen.

Von dem kullerigen Zweisitzer sollen rund 100 Stück gebaut werden. Nach Auswertung der Tests ist bereits die nächste Stufe geplant: Im kommenden Jahr will Google sein Play-Mobil in einem Feldversuch auf den kalifornischen Straßenverkehr loslassen.

Erst auf Platz 4 kommt ein deutscher Hersteller

Obwohl das Google-Ei von der Alltagstauglichkeit noch weit entfernt scheint, hat es die Elite der deutschen Autobauer offenbar bereits abgehängt. Zumindest, wenn es nach einer Studie geht, die das amerikanische Forbes Magazin veröffentlicht hat.

Demnach ist Google der einflussreichste Autobauer, wenn es um das autonome Fahren geht. Den zweiten Platz belegt mit Intel ein weiterer automobil-branchenferner IT-Riese. Erst auf Rang drei folgt mit GM ein bekannter Automobil-Hersteller. Mercedes-Benz ist die Nummer vier, gefolgt von Audi, Nissan, Apple und BMW.

Um diese Reihenfolge zu ermitteln, analysierten die Verfasser der Studie 200 Millionen Meinungen aus rund zwei Milliarden Dokumenten plus den Texten, die auf sozialen Netzwerken, wie Twitter oder Facebook veröffentlicht wurden.

Text: Press-Inform / Wolfgang Gomoll