Vernetzung bei Mercedes-Benz

Vernetzung bei Mercedes-Benz

Der personalisierte Stern

Mercedes startet eine Aufholjagd im Cyberspace und will das Auto stärker personalisieren.

14. März 2013

Das endgültige Ziel der Infotainment-Offensive steht fest: Irgendwann sollen die vernetzten Mercedes-Fahrzeuge nach dem Muster von Daimlers Mobilitätsplattform Moovel und Smart in ein ganzheitliches Mobilitätskonzept einfließen. Doch nichts wird gegen den Willen des Fahrers passieren. Natürlich soll daraus auch eine engere Kundenbindung resultieren.

Den Anfang machen diesen Sommer die USA. Dort wird jeder Kunde auf Wunsch per E-Mail oder SMS informiert, wenn eine Reparatur von Nöten ist. Gleichzeitig wird der Kalender des Mercedes- Besitzers mit dem der Werkstatt abgestimmt und ein Termin vorgeschlagen. Daimler Chief-Information-Officer (CIO) Dr. Michael Gorriz stellt klar. "Der Kunde wird immer die Hoheit behalten. Er bekommt nichts, was er nicht will."

Google Maps statt Google Earth

Auch in Deutschland soll der Rückstand im Infotainment auf die Konkurrenz aus Ingolstadt und München verkürzt werden. Den Auftakt machen unter anderem Hotel-Finder, Internet-Radio, eine E-Mail-Vorlese-Funktion, und "Live Traffic" in der S-Klasse. Für Oberklasse-Fahrer nichts Neues.

Bei dem Verkehrsdienst setzt Mercedes auf eine Kombination von zwei verschiedenen Herstellern. Die Karten stammen von Naviteq, während die Verkehrsmeldungen von deren Hauptkonkurrenten TomTom kommen. "Das war alles andere als trivial", sagt der Mercedes-Elektronik-Chefentwickler Peter Häußermann.

Im Gegensatz zu Audi setzen die Ingenieure Aus Stuttgart nicht auf Google Earth, sondern auf Google Maps.

Ziel: Personalisierung des Autos

Ziel der internetbasierten Plattform "My Mercedes" ist mittelfristig die Personalisierung des Autos. Damit richtet sich dann jedes vernetzte Fahrzeug auf den Fahrer ein: Zum Beispiel sind die bevorzugten Radio-Stationen bereits geladen, ebenso wie Browser-Bookmarks oder die beliebtesten persönlichen Navi-Ziele.

Dabei ist es egal, um welches Modell es sich handelt. Voraussetzung dafür ist eine - möglichst flächendeckende - Vernetzung der Autos und eine eindeutige Identifizierung des Menschen. Da denken die Schwaben an den NFC-Standard (Near Field Communication), der bei Handy-Bezahlsystemen genutzt wird.

Einbindung der Smartphones

Um mit der technischen Entwicklung mitzuhalten, werden die Mobiltelefone der Autobesitzer eine zentrale Rolle spielen. "Wir werden das Smartphone einbinden und die Rechenpower nutzen", erklärt Peter Häußermann.

Die Herausforderung ist, die Programme in das Bedienkonzept mit dem Drehknopf einzubinden. Außerdem setzen die Schwaben auf eine Community, die Programme für den Mercedes-App-Store schreibt. "Wir sehen das als Chance, die kommenden Generationen wieder mehr an das Auto zu binden", sagt der Elektronik-Chefentwickler

Text: Press-Inform / Wolfgang Gomoll