Winterreifen von A - Z

Eine runde Sache

Sie müssen nicht alles wissen – und daher hat mobile.de hier alle wichtigen Fakten über Winterreifen zusammengetragen, die beim Kauf der Reifen wichtig sein können

1. November 2010

Früher galt als Erkennungszeichen eines Winterreifens die M+S-Bezeichnung (für Matsch+Schnee oder Mud+Snow) auf der Reifenflanke. Allerdings sagt diese Kennzeichnung fast nichts über die Eignung als Winterreifen aus und befindet sich in manchen Ländern wie den USA auf nahezu jedem Reifen. Deshalb hat sich in den vergangenen Jahren das Schneeflocken-Symbol durchgesetzt. Nur Reifen, die bestimmte festgelegte Kriterien in einem Test erfüllen, dürfen das Symbol tragen und sind damit Winterreifen.

Die besseren Reifen nach vorn oder nach hinten?

Experten für Fahrsicherheit empfehlen, die besseren Reifen mit dem tieferen Profil immer auf der Hinterachse zu montieren. Das zeigt auch ein Test, den der ADAC in Zusammenarbeit mit dem österreichischen Automobilclub ÖAMTC durchführte. Demnach spricht vor allem die höhere Fahrstabilität, insbesondere in Notsituationen und auf nasser Fahrbahn, für dies Variante. Denn das Fahrzeug bricht beim Bremsen und beim Spurwechsel nicht so leicht aus. Das gilt in erster Linie für Fahrzeuge ohne den elektronischen Schleuderschutz ESP. Damit keine zu großen Unterschiede zwischen der Profiltiefe der Vorder- und Hinterreifen entstehen, empfiehlt der ADAC die Reifen von Zeit zu Zeit achsweise von vorne nach hinten zu tauschen.

Wie alt dürfen Reifen sein?

Die Reifenhersteller empfehlen, Reifen nach spätestens zehn Jahren zu ersetzen. Das Herstellungsdatum eines Reifens lässt sich an der mit den Buchstaben DOT beginnenden Nummer auf der Reifenflanke ablesen. Die letzten drei Ziffern stehen für die Kalenderwoche und das Jahr, zum Beispiel 049 für die 4. Woche 1999. Seit dem Jahr 2000 ist die DOT-Nummer vierstellig, also etwa 4200. Die ersten beiden Ziffern geben die Produktionswoche an, hier die Woche 42. Die beiden letzten Ziffern (00) definieren das Baujahr, in diesem Beispiel das Jahr 2000.

Wie schnell darf ich mit meinen Winterreifen fahren?

Ein Buchstabe am Ende der Größenbezeichnung kennzeichnet den Speed Index und gibt Auskunft über die maximal erlaubte Höchstgeschwindigkeit des Reifens. Die Bezeichnung lautet zum Beispiel: 195/65 R15 91 H. Dabei steht 195 für die Reifenbreite, 65 für den Querschnitt, R für Radialreifen, 15 für den Durchmesser in Zoll, 91 für die Tragfähigkeit und H schließlich für den Speed Index. Folgende Buchstaben stehen dabei für die entsprechenden Geschwindigkeiten: 

  • S = bis 180 km/h
  • T = bis 190 km/h
  • H = bis 210 km/h
  • V = bis 240 km/h
  • W = bis 270 km/h
  • Y = bis 300 km/h
  • ZR = über 240 km/h

Welche Reifen man benötigt, geht aus den Fahrzeugpapieren hervor. Teilweise sind dort mehrere Größen angegeben und zulässig. Bei Unklarheiten helfen der TÜV, die Werkstatt oder der Autohersteller weiter. Überschreitet die Höchstgeschwindigkeit des Autos den Speed Index, muss am Armaturenbrett ein spezieller Aufkleber angebracht werden, der darauf hinweist.

Wieviel kostet ein Räderwechsel plus Wuchten?

Laut einer aktuellen ADAC-Stichprobe bei 50 Betrieben kostet der einfache Wechsel von vier Sommer- auf Winterreifen zwischen 12 und 42 Euro. Werden die Räder zusätzlich ausgewuchtet, steigt der Preis auf 25 bis 160 Euro. Dabei wurde der hohe Preis für Leichtmetallräder verlangt.

Große Preisunterschiede ermittelten die Tester vor allem zwischen den teureren Vertragswerkstätten und dem günstigeren freien Reifenhandel sowie zwischen Großstädten und ländlichen Regionen. Vertragswerkstätten in Großstädten veranschlagen mit 35 bis 42 Euro für die einfache Rädermontage die höchsten Preise. In Kleinstädten und ländlichen Regionen liegen die Preise zwischen 25 und 35 Euro. Am günstigsten ist das Wechseln beim Reifenhändler: Hier wurden Preise zwischen 12 und 26 Euro ermittelt.

Für den Komplettservice mit Wuchten werden von den meisten Betrieben zwischen 45 und 60 Euro berechnet. Auch bei dieser Dienstleistung sind freie Werkstätten und Reifenhändler mit Angeboten zwischen 25 und 40 Euro besonders günstig, die Vertragswerkstätten bilden mit Preisen bis zu 160 Euro das Schlusslicht. Ein Vergleich der Preise im Vorfeld ist als immer lohnend.

Wie lagere ich Reifen richtig?

Wer seine Reifen nicht in der Werkstatt oder beim Fachhändler gegen Gebühr lagern möchte, sollte einige Tipps beachten. Denn Reifen mögen es kühl, trocken und dunkel. Vor dem Einlagern sollte man den Luftdruck an der Tankstelle um 0,5 bar gegenüber der Herstellervorgabe erhöhen. Denn auch wenn Reifen nicht benutzt werden, verlieren sie langsam an Druck. Darüber hinaus empfiehlt sich eine Messung der Profiltiefe. Der Gesetzgeber fordert wenigstens 1,6 mm Restprofil. Autoclubs und Reifenhersteller empfehlen allerdings, Sommerreifen bei drei Millimeter Profiltiefe auszusondern und Winterreifen bei vier Millimeter.

Kompletträder (Reifen auf Felgen) sollten liegend übereinander gelagert werden. Alternativ bieten sich auch so genannte Felgenbäume (ab 10 Euro beim Discounter) oder Wandhalterungen an. Reifen ohne Felgen müssen senkrecht auf einem trockenen und sauberen Boden stehen und sollten alle paar Monate ein wenig gedreht werden.

 

Text: Roland Wildberg