Auslaufmodelle: Echte Schnäppchen

Gut & Günstig: Auto-Mode von gestern

Neues oder altes Modell?

Die alte Regel gilt für Kleidermode, aber auch für Autos: Sobald das neue Modell zu sehen ist, wird das alte drastisch billiger. Altware oder Neuheit – womit fährt man besser? Zehn angesagte Modelle im Vergleich

 
 
17. November 2015

Fallen im Herbst die Blätter, purzeln auch die Preise bei den Autohändlern. Jahreswechsel ist Modellwechsel. Oder wenigstens Modelljahrwechsel. Beides hat den gleichen Effekt: Zeit für den großen Kehraus bei den Markenhändlern. Kommt neue Blechware ins Haus, müssen die alten Modelle raus. Koste es (fast), was es wolle.

Wie viel Geld Neuwagenkäufer bei welcher Baureihe sparen können, wenn es statt des neuesten Modells auch die über Jahre (aus)gereifte Vorgänger-Generation sein darf, zeigen die Angebote bei mobile.de. Neben Gebrauchten aller Baujahre und Preisklassen bietet die Börse auch die Neuheiten nahezu aller namhaften Hersteller.

Über die mobile.de Detailsuche lassen sich fast alle relevanten Ausstattungsmerkmale voreinstellen – von Abstandstempomat über Head-up Display bis Xenonscheinwerfer. So gelangt man direkt zu seinem Null-Kilometer-Auslaufmodell in Wunschkonfiguration. Und das meist zum absoluten Schnäppchenpreis.

7.000 Euro sparen beim Audi A4 Avant

Schon bei gängigen Mittelklassewagen wie dem Audi A4 lassen sich mal eben über 7.000 (!) Euro sparen, wenn man denn auch mit dem funkelnagelneuen und doch „alten“ Modell leben kann.

Denn „alt“ ist hier relativ: Bis vor wenigen Wochen war es schließlich noch das „aktuelle“ Modell. Und die Rede ist bei diesem Schnäppchen nicht von „Dieselgate“-Leichen mit Schummelsoftware, sondern zum Beispiel vom A4 Avant 1.8 TFSI, Baujahr 2015, 170 PS, 0 km gelaufen, mit Xenon plus, Navi und Klimaautomatik.

Unverbindliche Preisempfehlung laut Audi-Händler: 44.035 Euro. Preis jetzt, im Angesicht des etwas kantigeren Nachfolgers: 36.890 Euro. Ersparnis: 7.145 Euro.

Oder doch lieber die neueste Technik?

Viel Geld, das da im Portemonnaie bleibt. Es sei denn, man hätte gern 20 PS und 200 ccm Hubraum mehr unter der Haube, ein „Virtual Cockpit“ (500 Euro) und am besten noch Head-up Display sowie moderne Assistenzsysteme, die einem zum Beispiel das Stop-and-Go-Fahren abnehmen (Stauassistent) oder schon mal um die nächste Kurve schauen (Prädiktiver Effizienzassistent).

Dann kann einem natürlich nur mit dem Nachfolger geholfen werden, derlei gibt der seit 2007 gebaute A4 „B8“ mangels „modularem Infotainment-Baukasten“ (MIB) und veralteter Steuergeräte nicht her.

Die Preise fürs nackte Basismodell des 1.8-TFSI-Nachfolgers 2.0 TFSI starten als A4 Avant bei 39.200 Euro. Navi gibt es ab 1.480 Euro. Handy-Jüngern mag das „Audi smartphone interface“ für 440 Euro plus obligatorischem „Connectivity Paket“ für 990 Euro reichen. Unterm Strich bewegt sich der neue „neue“ A4 so ausgestattet schnell in der Region „Ü50.000 (€)“. Will man ja vielleicht gar nicht. Und dann zahlt sich der „alte“, im Grunde taufrische A4 sicher aus.

Der „alte“ Opel Astra lockt mit 30% Rabatt

„Umparken im Kopf“. Der Opel-Werbespruch zieht offenbar. Opel hat kontinuierlich Boden gutgemacht in der Zulassungsstatistik. Die deutsche GM-Tochter hat jüngst den höchsten Oktober-Marktanteil (7,04 Prozent) seit 2011 verbucht. Die Neuzulassungen kletterten auf 19.607 Einheiten (+6,3%), macht 191.598 Erstanmeldungen seit Jahresbeginn, ein Plus von immerhin 3,2 Prozent.

Durchaus schon daran beteiligt: die Mitte Oktober eingeführte jüngste Astra-Generation (intern „Astra K“). Das neue Technologie-Aushängeschild der Opelaner, für das schon vor dem Verkaufsstart mehr als 30.000 Bestellungen vorlagen.

Massagesitz mit Ventilation für den Fahrer, blendfreies LED Matrix Licht, Fahrerassistenzsysteme vom kamerabasierten Frontkollisionswarner bis zum Spurassistent mit aktiver Lenkkorrektur, automatisch lenkender Parkassistent, voll vernetzt samt WLAN-Hotspot über IntelliLink, dazu Apple CarPlay, Android Auto und auf Wunsch noch der Rund-um-die-Uhr-Telefonbutler OnStar. Opel hat seinen Kompakten mächtig aufgerüstet.

Auslaufmodelle meist ohne Vernetzung

Ab 17.260 Euro wartet der neue fünftürige Astra mit 100 PS beim Händler, der neue Astra Sports Tourer kostet 1.000 Euro mehr und folgt im Frühjahr 2016. Der aktuelle Kombi steht mit 100 Euro mehr in der Liste. Die Praxis sieht freilich anders aus: Der abgelöste Astra lockt mit fetten Preisnachlässen von bis zu 30 Prozent.

Also zugreifen, ausgereift und großserienbewährt wie er ist? Klares ja, wenn einem Connectivity, neueste Technologien und Luxus nicht so wichtig sind. Äußerlich ist sich der Astra weitgehend treu geblieben, innen macht der Neue mit seinem aufgeräumten, nahezu tastenfreien Interieur und dem großen Farb-Touchscreen natürlich mehr her. Aber wer sieht das schon?

Genau: Wem Repräsentation und modernste Technik über alles gehen, der muss zum neuen Modell greifen. Wer aber auf den Preis achtet, auf ausgereifte Technik vertraut und nicht lange Lieferfristen abwarten will, kauft die alte Generation. Als Gebrauchter bleibt der Astra J ohnehin interessant, als 0-km-Schnäppchen empfiehlt er sich für Fahrer, denen ein Übermaß an Technik (die zumeist sowieso nur der Unterhaltung dient) eher suspekt ist.

Weitere Beispiele aktueller Auslaufmodelle zeigt die Bildergalerie.

Text: Ralf Bielefeldt