Sicher und komfortabel

Vergleich: Vier moderne Kleinwagen

Kleine Autos ganz groß

Kleinwagen stehen bei den deutschen Autofahrern hoch im Kurs. Bezahlbar, günstig im Unterhalt – und bei den Assistenzsystemen ganz weit vorn. Oder? Fünf aktuelle Modelle im Vergleich.

1. Dezember 2014

Wendig und wirtschaftlich sind die kleinen Wagen – und das kommt an. Nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes wurden allein im Oktober rund 45.000 Kleinwagen in Deutschland neu angemeldet, ein Plus von 12,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Rund 384.500 waren es seit Jahresbeginn.

Kleinwagen sind jedoch nicht nur praktisch und kostengünstig; sie bieten inzwischen auch das, was jahrzehntelang den großen Autos vorbehalten war: hohe Sicherheit und großen Komfort. Die erste Einparkhilfe etwa gab es zunächst nur für die Mercedes S-Klasse der Baureihe W140 (Einführung 1991). Heute gehört sie auch bei vier Meter kurzen Stadtflitzern zum Angebot.

Zeit, mal nachzuschauen: Was haben die 2014er Herbst-Neuheiten wie Opel Corsa, Mazda2, Smart forfour und Hyundai i20 zu bieten?

 

 
 

 

ABS und ESP sind erst der Anfang

ABS und ESP, diese Kürzel kennt jeder Fahranfänger. Antiblockiersystem und Elektronisches Stabilitäts-Programm sind ein extrem sicheres Gespann. Und durch den Gesetzgeber untrennbar verbunden: Seit November 2014 ist ESP Pflicht für alle neuen Modelle. ABS, die Mutter aller elektronischen Sicherheitssysteme, ist es schon seit 2004.

Heute muss es daher etwas mehr sein, will ein Kleinwagenmodell mit innovativer Sicherheit glänzen. Der neue Smart forfour zum Beispiel hat serienmäßig einen „Seitenwind-Assistent“ an Bord.

Droht eine Böe den Renault-Twingo-Zwilling aus der Spur zu pusten, registrieren das die cleveren ESP-Sensoren schon im Ansatz. Durch blitzschnelle gezielte Bremseingriffe hält die Elektronik den Wagen dann stoisch auf Kurs.

Mazda mit Leuchtweiten-Kontrolle

Im Opel Corsa ist ebenfalls ein System an Bord, das die korrekte Spur überwacht. Im Gegensatz zum Smart greift die Elektronik aber nicht aktiv ins Fahrgeschehen ein, sondern warnt den Fahrer bei Bedarf durch akustische und optische Signale. 700 Euro Aufpreis sind für den Spurhalteassistent fällig – Frontkamera inklusive.

Dieses dritte Auge erkennt unter anderem Verkehrszeichen selbstständig und blendet warnend bestehende Tempolimits ins Display. Im neuen Hyundai i20 gibt es den Spur-Assistenten ab der Ausstattungsvariante Trend serienmäßig.

Ab der Ausstattungslinie Exclusive-Line ist auch der Mazda2 mit diesem Assistenzsystem ausgestattet. Besonders stolz dürfen die Japaner auf den in dieser Klasse exklusiven LED-Hauptscheinwerfer mit automatischer Leuchtweitenregulierung sein. Den vollen Durchblick gibt es allerdings nur für die Top-Versionen und gegen 650 Euro Aufpreis; außerdem ist eine Kombination mit dem Touringpaket (ebenfalls 650 Euro extra) zwingend erforderlich.

Elektrisches Glasdach im i20

Die Fahrt im Kleinwagen ist nicht nur sicher, sondern auch bequem. So gibt es für den Hyundai i20 ein Panorama-Glasdach, das sich elektrisch bedienen lässt. Allerdings ist es nur verfügbar für die beiden oberen Ausstattungsvarianten zu Aufpreisen von 2000 Euro (Trend) oder 1200 Euro (Style).

Auch bei den elektronischen Helferlein hat sich einiges getan. Sie sind so ausgereift und billig zu produzieren, dass kaum noch jemand auf umfangreichen Komfort verzichten muss. Dazu zählen zum Beispiel Ein- und Ausparkhilfen.

Während der neue viertürige Smart, Hyundai i20 und der Mazda2 auf passive Systeme setzen, die dem Fahrer akustische oder zum Teil optische Hilfe auf einem Monitor leisten, legt die Konkurrenz aus Rüsselsheim sogar noch einen drauf: Denn gegen Aufpreis gibt es für den Opel Corsa (je nach Ausstattungsvariante 715 bis 795 Euro) sogar einen Parkpiloten, der auch die Lenkbewegungen übernehmen und das Auto in die Parklücke manövriert. Der Fahrer muss nur noch Gas und Bremse bedienen – auf Bildschirm-Anweisung des Systems.

Das fahrende Smartphone

56 Prozent der Autofahrer wollen ihr Smartphone über Knöpfe am Lenkrad bedienen, hat eine Studie Ende 2013 ergeben. Außerdem möchten 35 Prozent während der Fahrt E-Mails diktieren und vorgelesen bekommen. Im neuen Hyundai i20 klappt das zwar noch nicht. Das Smartphone lässt sich immerhin bereits kabellos koppeln, über eine zentral platzierte Dockingstation auf dem Armaturenbrett aufladen und gut ablesen, doch von einer echten Einbindung ins Auto kann man bisher nicht wirklich reden.

Doch das soll sich ändern. Hyundai arbeitet mit Apple zusammen, um künftig die Funktionen des iPhones in das Infotainment-System des Autos einzubinden. Das Unterhaltungssystem im Mazda2 kann das schon jetzt. Ab der Ausstattungsvariante Exclusive-Line ist Mazdas „MZD-Connect-System“ an Bord. Es ermöglicht das Streaming von Musik und bietet über eine App Zugang zu zahlreichen Internet-Radiostationen. Ähnliche Konzepte bieten auch der Smart forfour und der Peugeot 208.

Optimal gelöst ist das Infotainment-Paket im neuen Corsa. IntelliLink heißt das System von Opel (300 Euro Aufpreis). Damit lassen sich Telefon, Musik, Navigation und mehr über den Touchscreen bedienen – der Opel wird zum fahrenden Smartphone. Außerdem können IOS-Anwender Apples Sprachsteuerung Siri nutzen („Siri-Eyes-Free“) und unter anderem E-Mails diktieren, Musik auswählen und dabei die Hände am Lenkrad lassen. Ganz auf Nummer sicher.

Mehr Infos über die neuen Kleinwagen in der Bildergalerie.

Text: Roman Büttner