Auto-Highlights 2014

Auto-Highlights 2014

Auf die fahren alle ab

2014 wird ein spannendes Jahr für Neuwagenkäufer. Hier die wichtigsten Neuheiten von C-Klasse bis X4.

30. Januar 2014

Willkommen im EU6-Jahr. Ab September 2014 müssen alle Modelle, die neu auf den Markt kommen, die strengeren Abgasauflagen der Europäischen Union erfüllen. Das verspricht Bewegung im Neuwagenlager: Wer was auf sich hält, geht schon jetzt mit der (neuen) Norm. Jedes zeitnah anstehende Facelift verspricht also frische Motoren.

Ganz vorn dabei ist BMW. Die Bayern haben bereits alle Automobiltriebwerke auf EU6 umgestellt. Bei neuen Baureihen wie dem X4 reicht also ein Griff ins TwinPower-Turbomotoren-Regal, fertig ist der standesgemäße Antrieb für das neue „Sports Activity Coupé“ (SAC) in der Premium-Mittelklasse.

Das Dynamiker-SUV mit Verführer-Heck macht alles richtig, was der BMW X6 falsch gemacht hat: Die Größe stimmt (rund 4,60 Meter, also über 20 cm weniger als der X6), das Heck fällt weniger wuchtig aus, die gesamte Ansprache ist sozialverträglicher – auch wenn der Porsche-Macan-Gegner mit Sicherheit kein Schnäppchen wird.

 

 
 

Porsche spielt die SUV-Karte

Der Gegenentwurf aus Zuffenhausen baut auf dem Audi Q5 auf, duckt sich aber flacher und breiter auf den Asphalt und macht so richtig auf SUV-Chef: eigener Allradantrieb (Porsche Traction Management statt Audi-quattro-Adaption), vorerst nur Sechszylinder (ein Diesel, zwei Benziner), 258 bis 400 PS, 230 km/h bis 266 km/h Spitze, null auf 100 in unter fünf Sekunden (Macan Turbo).

Flinker ist keiner im kompakten SUV-Segment unterwegs. Das hat natürlich seinen Preis: Macan S und Macan Diesel S starten bei 57.930 Euro, den Macan Turbo gibt es ab 79.826 Euro. Der Erfolg scheint programmiert: Kompakte SUV gehen immer, Premium auch. Schon jetzt ist mehr als jeder zweite Porsche ein Cayenne, mithin kein Sportwagen. Bald schon werden Neu-Auto-Fans staunen: „Ach, Zweisitzer bauen die auch?“

Volkswagen spritzt den Polo auf

Liebe deinen Markenkern. Das tun sie bei (Konzernmutter) Volkswagen. Bewege die Massen, dann bewegen sich Absatz und Umsatz; der chinesische Markt wird es schon richten – dort sind die Wolfsburger mit 3,27 Millionen Auslieferungen (markenübergreifend) die Nummer eins der ausländischen Autohersteller.

Primär für den heimischen und europäischen Markt bestimmt ist der aufgefrischte VW Polo. Im Frühjahr startet der Kleinwagen-Bestseller (bislang über 14 Millionen Mal gebaut) mit gebotoxter Front- und Heckpartie, frischen Farben, neuen Assistenzsystemen (Kollisionswarner Front Assist, Distanzregelung ACC) und natürlich EU6-Motoren. VW verspricht bis zu 21 Prozent weniger Verbrauch.

Innen kommt die nächste Generation des Modularen Infotainment-Baukastens (MIB) zum Einsatz. Der größte Farb-Touchscreen bringt es im Polo auf 6,5 Zoll. Sportlich – haptisch wie optisch: das neu designte Dreispeichen-Lenkrad. Auch um diesen 2014er-Kandidaten braucht sich wohl keiner Sorgen zu machen.

Smart legt zwei Türen drauf

Mit Spannung erwartet wird der neue Smart fortwo. Das ultimative Stadtauto kommt im Herbst neu – als Zwei- und Viersitzer. Gemunkelt wird auch, der Parklücken-Champion könnte sich zum Dreisitzer auswachsen. Bei unveränderter Länge (2,69 m) soll die neue, nunmehr dritte Generation zehn Zentimeter breiter sein.

Fest steht: Der neue Smart entsteht in Kooperation mit Renault; die Neuauflage des Smart forfour fährt auch als neuer Twingo vor. Puristen fürchten bereits um die Strahlkraft des smarten Heckantrieb-Winzlings. Andere frohlocken: Das automatisierte 5-Gang-Schaltgetriebe weicht wohl einem Doppelkupplungsgetriebe.

Peugeot setzt auf Raum und Design

Spannende Neuheiten verspricht das Kompaktsegment: Seat schickt die dritte Karosserievariante des Leon ins Rennen. Der sportliche Kombi Leon ST bringt bis zu 1.470 Liter und 2,5 Meter lange Gegenstände im formschönen Ladeabteil unter. Häppchenweise kommt der schnieke Leon ST sogar mit Allradantrieb: Ab April 2014 soll es den „4Drive“ mit 1,6-Liter-Turbodiesel und 105 PS geben, im Sommer folgt dann ein 150 PS starker 2.0 TDI.

Auch Peugeot beschäftigt das Thema Raum. Auf dem Genfer Salon im März 2014 feiert der 308 SW Premiere. Der neue Kombi verabschiedet sich vom Hochdach-Prinzip einstiger SW-Vertreter. Lang gestreckt und puristisch tritt das Raumfahrzeug der kompakten Löwen-Baureihe an. Premiere feiern zeitgleich die neuen Blue-HDi-Diesel mit bis zu 150 PS und der Dreizylinder-Turbo-Benziner mit 130 PS.

Klappdach-Show im 911 Targa

Den Vogel in Sachen Verdecktechnik schießt 2014 Porsche ab. Die Neuauflage des 911 Targa lässt Autofahrerherzen hüpfen. Zwei Motorisierungen – beide mit Allradantrieb – hat Porsche im Programm: Der Targa 4S (400 PS, ab 124.094 Euro) sprintet mit Porsche Doppelkupplungsgetriebe (PDK) in 4,6 Sekunden auf 100 km/h (4,8 s mit Schaltgetriebe). Höchstgeschwindigkeit: 294 (PDK) bzw. 296 km/h.

Das Targadach schwebt vollelektrisch hinter die Sitze. Dafür hebelt eine aufwändige Kinematik, die selbst alteingesessenen Porsche-Entwicklern schlaflose Nächte bereitet haben dürfte, die gläserne Heckkanzel in die Luft, klappt den Targabügel zusammen und dehnt das komplette Spektakel (Bügel wieder zu, Glaskuppel wieder aufs Heck) auf ampelphasentaugliche 20 Sekunden. Grandios.

Und irgendwie irre: Eingefleischten Targa-Fans hätte sicher auch ein herausnehmbares Dachteil mit Schnellverschlüssen gereicht. Dann hätte es die 350 PS starke „Basisversion“ Targa 4 vielleicht für weniger als 109.338 Euro gegeben.

Deutlich moderater fallen die Einstiegspreise für die neue Mercedes C-Klasse aus. Mehr dazu und weitere Auto-Highlights 2014 gibt es in der Bildergalerie.

Text: Ralf Bielefeldt