Neuvorstellung Moke

Neuvorstellung Moke

Ein Mini, aber nicht von Mini

Keine Frage, der Moke gehört zur Mini-Tradition, wie die Queen zu England. Doch nicht die Briten holen den Beachboy der Mini-Familie zurück, sondern eine chinesisch-australische Firma.

18. Oktober 2013

Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben. Das ist nicht nur in der Politik so, sondern auch im Auto-Geschäft: 20 Jahre nachdem der letzte Moke in Portugal vom Band gelaufen ist, schlägt der chinesische Autobauer Cherry in Gestalt seiner Tochter Sicar Engineering zusammen mit der australischen Firma Moke International den Briten von Mini ein Schnippchen und reanimiert den Klassiker.

 

 
 

Keine Türen, kein Dach, keine Sorgen

Dabei sah es doch zunächst so aus, als wenn die Briten ihren Klassiker wieder zu neuem Leben erweckten. Erst vor wenigen Jahren hat Mini ein Konzeptfahrzeug namens Moke vorgestellt, das an den Urahnen erinnern sollte.

Immerhin hat kein anderer als der Mini-Vater Alec Issigonis den Moke vor fast 50 Jahren für die British Motor Corporation (BMC) entworfen. Zwischen 1963 und 1992 wurden 50.000 Mokes produziert. Das Auto ohne Dach wurde bald zum Sinnbild-Vehikel für die Beachboy-Generation. "Keine Türen, kein Dach, keine Sorgen", hieß das Motto.

Gleiche Attitüde

Und genau da knüpft die Neuauflage an. Der Moke des Jahres 2013 strahlt die gleiche Attitüde aus wie das Original. Lässig, unkonventionell, eine Ikone der Hippie-Generation und ein Symbol für die automobile Freiheit. Surfbrett reinschmeißen, einfach irgendwo hin fahren und Spaß haben. Wer will, springt unterwegs noch einfach auf. Ohne Türen, ohne Dach, kein Problem.

Die chinesisch-australische Moke-Version hat vier Einzelsitze. Das Cockpit konzentriert sich, wie es sich für einen echten Moke gehört, auf das Wesentliche.

Die Farben sind genauso unkonventionell-poppig wie das Auto: orange, grün, weiß, blau, gelb, rot.

Da es auch am Strand ab und an regnet, gibt es ein Stoffdach zum Anknöpfen.

Bald auch eMoke

Als Designer konnte das australisch-chinesische Joint Venture den Briten Michael Young gewinnen, der sich bei seinem Entwurf an der ursprünglichen Formensprache orientiert hat.

Schon nächstes Jahr sollen die ersten Modelle die Beachboys wieder zum Spaßfahren einladen.

In Zukunft soll das auch rein elektrisch möglich sein: der eMoke soll 145 km/h schnell sein und eine Reichweite von 90 Kilometern haben.

Moderne Technik

Bei aller Rückbesinnung auf die Historie: Die Technik ist dennoch modern: Schließlich hat im 21. Jahrhundert auch die automobile Freiheit ihre Grenzen: Scheibenbremsen vorne, Trommeln hinten, 175er-Reifen, Fronantrieb und eine McPherson-Vorderachse.

Der Vierzylinder-Ein-Liter-Motor mit Direkteinspritzung generiert 50 PS und 93 Newtonmeter Drehmoment. Das reicht für eine Höchstgeschwindigkeit von 110 km/h. Als Getriebe steht eine manuelle Fünfgangschaltung oder eine Automatik zur Wahl.

Die neue Version ist mit 3,23 Metern auch um 19 Zentimeter länger als der Urahn. Ähnlich schaut es bei der Breite von 166 cm (plus 30) und der Höhe von 156 cm (plus acht) aus.

Text: Press-Inform / Wolfgang Gomoll | Bildmaterial: Hersteller