Neuvorstellung Mini

Neuvorstellung Mini

Hurra, es ist ein Mini

Der neue Mini ist da. Immerhin läuft die aktuelle Baureihe mit einem kleinen Facelift vor vier Jahren bereits seit 2006. Da ist die neue Generation längst überfällig. Und Hurra: Es ist ein Mini.

18. November 2013

Zumindest optisch hat sich auf den ersten Blick nicht allzu viel geändert beim neuen Mini. Ein bisschen bulliger wirkt er. Aber die wesentlichen Designelemente vom Hexagon-Kühlergrill über die runden Scheinwerfer im breiten Chrom-Ring bis hin zu den Seitenblinkern und den chromgefassten Heckleuchten vermitteln sofort Wiedererkennen. Die Grundform der Karosserie sowieso.

 

 
 

Außen: Evolution statt Revolution

Warum auch etwas ändern, was nicht zuletzt wegen dieser Optik bestens läuft? Evolutionäre Veränderungen erkennt man erst, wenn man genauer hinschaut oder das Maßband anlegt. So hat der neue Mini in den Dimensionen zugelegt - und zwar nicht zu knapp.

Die Fahrzeuglänge ist um fast zehn Zentimeter auf jetzt 3.821 Millimeter gewachsen, in der Breite sind 44 Millimeter dazu gekommen und in der Höhe sieben. Außerdem ist der Radstand um 20 Millimeter auseinandergegangen und die Spurweite ist gewachsen - vorne um 42 und hinten um 34 Millimeter. Immerhin liegt man damit immer noch deutlich unter den Dimensionen selbsterklärter Konkurrenten wie Citroën DS4 oder Škoda Fabia.

Innen: Mehr Platz

Der Zuwachs sorgt an sich schon für ein etwas besseres Platzangebot auf allen vier Sitzplätzen. Noch einmal gesteigert wird das durch eine neue Konstruktion der Sitze und einen größeren Verstellbereich der Vordersitze. Hinten haben die bislang etwas arg knappen Sitzflächen um 23 Millimeter zugelegt. Unter dem Strich ergibt sich so mehr Fußfreiheit und Schulterraum im Fond - und ein etwas bequemerer Einstieg nach hinten.

Platz gewonnen hat Mini ebenfalls im Kofferraum: Dort sind es nun 211 Liter Stauraum, 51 Liter mehr als bisher. Die Karosserie wurde auch auf Sicherheit und Aerodynamik hin überarbeitet. Der neue Mini kommt nun zum Beispiel auf einen Cw-Wert von 0,28.

Unter der Haube: Mehr Leistung, weniger Verbrauch

Eine neue Motorengeneration mit der TwinPower-Turbo-Technologie sorgt für sparsameren Verbrauch, ohne dass man sich bei der Leistung beschränken muss. Zum Start kündigt Mini drei Modellvarianten an.

Da ist zum einen der Mini Cooper mit einem 100 kW/136 PS starken Dreizylindermotor. Mit drei Töpfen auskommen muss auch die Dieselversion Mini Cooper D. Sie bringt es auf 85 kW/116 PS Leistung. Topversion ist zunächst der Mini Cooper S, der aus seinem Vierzylinder 141 kW/192 PS und ein maximales Drehmoment von 280 Nm (300 Nm im Overboost) holt.

Serienmäßig ist der neue Mini mit einem Sechsgang-Schaltgetriebe bestückt, auf Wunsch gibt es ihn auch mit Sechsgang- beziehungsweise Sport-Automatik - alle ebenfalls neu entwickelt. Dazu kommt eine Start-Stopp-Funktion auch für die Automatik-Versionen.

Mehr Leistung bei weniger Verbrauch heißt die Devise. Beim Mini Cooper mit Automatikgetriebe sollen es etwa 27% weniger Verbrauch sein - gleichzeitig beschleunigt er den Angaben zufolge 2,6 Sekunden schneller von 0 auf 100 km/h. Das wären dann 6,5 Sekunden - so schnell wie ein aktueller VW Golf GTI. Der Diesel-Mini soll sich mit einem DIN-Verbrauch von rund 3,5 Litern auf 100 Kilometern zufriedengeben - das entspräche einer CO2-Emission von gut 92 g/km.

Noch mehr Gokart-Feeling?

Bei allen behutsamen Veränderungen verspricht Mini ein noch "intensiveres Gokart-Feeling". Dafür wurde das Fahrwerk überarbeitet und die Steifigkeit der Karosserie verbessert - bei gleichzeitig reduziertem Gewicht.

Vorne wird eine neue Eingelenk-Federbeinachse mit Aluminium-Schwenklager sowie Achsträgern und Querlenkern aus hochfestem Stahl verbaut, hinten eine neue Mehrlenkerachse in ebenfalls optimierter Leichtbauweise.

Weiterentwickelt haben die Ingenieure bei Mini gleichfalls die elektromechanische Servolenkung. Neu sind die Mini Driving Modes: Über einen Drehschalter am Fuß des Schalthebels lassen sich "Standard"-, "Sport"- und "Green"-Mode aktivieren. Die jeweilige Wahl beeinflusst die Kennlinien für Lenkung und Gaspedal, gegebenenfalls auch die Schaltzeiten des Automatikgetriebes und die Dämpfer. Im "Green"-Modus gibt es bei der Automatikversion auch die Möglichkeit, im Leerlauf den Antriebsstrang ganz abzukoppeln und zu "segeln".

Cockpit mit kleinen Veränderungen

Kritik genug gibt es seit Jahr und Tag am überladenen Cockpit und am Bedienkonzept des britischen Bayern. Beim neuen Modell hat Mini darauf wenigstens zum Teil reagiert. Das Kombiinstrument auf der Lenksäule zeigt nun Tempo und Drehzahl, es gibt ein Farbdisplay für den Fahrzeugstatus und die Tankanzeige.

Nach wie vor prangt mitten im Cockpit das Zentralinstrument mit "farbiger Lichtinszenierung" per LED-Ring. Diverse Funktionsanzeigen laufen dort nun serienmäßig über ein vierzeiliges Display oder optional über ein 8,8 Zoll großes Farbdisplay. Navi, Radio, Telefon etc. werden per Controller auf der Mittelkonsole bedient.

Aufgestockt hat Mini bei den optionalen Fahrassistenzsystemen. Nun gibt es ein Head-Up-Display, Drivingassistent mit aktiver Geschwindigkeitsregelung, Fernlichtassistent sowie Verkehrszeichenerkennung, Parkassistent, Auffahrwarner und dergleichen mehr.

Das Infotainment-System ist von den Funktionen her erweitert worden, über eine fest eingebaute SIM-Karte sind Funktionen wie Notruf oder Teleservices möglich.

Nur leichter Preisanstieg

Bei den Basispreisen für die neuen Modelle begnügt sich Mini mit einem ungewohnt moderaten Aufschlag. Der Cooper etwa kostet künftig mit 19.700 Euro gerade mal 50 Euro mehr als bisher. Der Cooper D ist um 100 Euro auf 21.450 Euro Basispreis gestiegen. Und für den Cooper S muss man künftig mindestens 23.800 Euro hinlegen, ebenfalls 50 Euro mehr als bisher.

Text: Jürgen Wolff, press-inform