Die Zukunft der Golf-Klasse

Die Zukunft der Golf-Klasse

Hoch sitzen, sauber fahren

Wie entwickelt sich die Kompaktklasse? Diese Studien und Serienmodelle zeigen, wo die Reise (vermutlich) hingeht.

Wir werden immer älter. An dieser Erkenntnis führt kein Weg vorbei. Das Durchschnittsalter der deutschen Bevölkerung wird bis zum Jahr 2030 von derzeit 43 auf 47 Jahre ansteigen, in weiten Teilen Ostdeutschlands sogar auf über 50 Jahre, lautet die Bevölkerungsprognose des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR).

Beharrlich zulegen wird dieser Prognose nach auch die Anzahl der über 80-Jährigen auf deutschen Straßen. Rund 60 Prozent mehr werden es bis zum Jahr 2030 sein, glauben die Bevölkerungsforscher.

Das mag Jungdynamikern mit geringem Verständnis für eine eher bedächtige Fahrweise wenig verheißungsvoll erscheinen. Für die Automobilindustrie bedeutet es in erster Linie: Wir brauchen adäquate Autos für diese Klientel. Jeder zweite Mann in Deutschland wird statistisch gesehen über 80 Jahre alt, jede zweite Frau sogar über 85 Jahre alt. Die Mehrheit will sicher weiter mobil sein.

 

 
 

Zwei von drei Autos im grünen Bereich

Rolls-Royce statt Rollator – diese Gleichung geht trotz Ansparplänen und Lebensversicherungsprämie längst nicht für alle auf. Was bleibt, ist der gemeinsame Wunsch nach kommodem Fahren und komfortablem Gestühl. Ein Mix, der auch schon deutlich jüngere Fahrer bei der Wahl ihres Autos maßgeblich beeinflusst.

Hoch sitzen, sauber fahren – das sind zwei elementare Kriterien beim Autokauf in Deutschland. 68,3 Prozent aller 2012 neu zugelassenen Autos erreichen Effizienzklasse C oder besser. Zwei von drei Autos bewegen sich also auf der von A+ (sehr sauber, 1,5 Prozent) bis G (exorbitante CO2-Emissionen, 0,9 Prozent) reichenden Skala im grünen Bereich.

Bequem rein, problemlos raus. Nicht nur für Stars und Sternchen mit (zu) kurzen Röcken spielt die Sitzhöhe des Fahrzeugs eine entscheidende Rolle. Vermeidet hohes Sitzen in dem einen Fall pikante Paparazzi-Fotos, erleichtert es allen anderen Insassen und Fahrern das Ein- und Aussteigen, das Anschnallen von kleinen Kindern oder großen Tanten – und zahlt darüber hinaus maßgeblich auf eine gute Übersicht beim Fahren ein.

Boom-Segment Kompakt-SUV

Wie wichtig dieser Mix den Käufern ist, zeigt die Entwicklung der einzelnen Fahrzeugklassen in den vergangenen zehn Jahren. Gab es 2003 noch 43 als Geländewagen gelistete Modelle, so sind es 2013 (Stand Januar bis September) bereits 69, mittlerweile unterteilt in Geländewagen (35 Modelle, unter anderem Audi Q5, Hyundai Santa Fe, Mercedes ML-Klasse, Range Rover, VW Touareg) und in SUV (34 Modelle, u.a. BMW X1, Mazda CX-5, Peugeot 2008, Toyota RAV4).

Der massive Anstieg der „Geländewagen“-Modelle um mehr als 50 Prozent ist in erster Linie auf kompakte SUV zurückzuführen. Das Boom-Segment der vergangenen Jahre hat selbst im Verlauf des recht desolaten Zulassungsjahres 2013 (bislang minus 6,0 Prozent) erneut zulegen können: Nach neun Monaten beträgt das Plus 4,5 Prozent auf 179.207 Neuzulassungen. Der Marktanteil liegt bei 8,1 Prozent.

Rechnet man die Geländewagen hinzu, ergibt sich ein Marktanteil von 15,5 Prozent. Mini-Vans (Marktanteil 6,6 Prozent), Vans (11,0 Prozent) und Utilities (4,0 Prozent) wie Renault Kangoo oder VW Caddy und VW T5 erhöhen den aktuellen Anteil der „Hochsitzer“ am Pkw-Gesamtmarkt auf rund 37 Prozent. 2003 betrug er nicht einmal 17 Prozent.

Hochbeinigen Hybriden gehört die Zukunft

Die fast schon logische Konsequenz daraus scheinen kompakte, hochbeinige Crossover mit emissionsarmen oder gar emissionsfreien Antrieben zu sein. Hybride mit kleinen Verbrennungsmotoren als Reichweitenverlängerer stehen hoch im Kurs, bei Massen- wie bei Premiumherstellern.

Welche Modelle künftig für Furore sorgen werden, zeigt die Bildergalerie.

Text: Ralf Bielefeldt