Die Wettbewerber des Golf

Die Wettbewerber des Golf

Alle auf einen

Einer allein konnte dem VW Golf Platz 1 der Zulassungs-Charts nie streitig machen. Aber die Meute kommt näher. Aus allen Richtungen.

Nichts ist für die Ewigkeit – außer dem ersten Platz in der deutschen Auto-Hitliste. Seit Jahrzehnten dominiert der VW Golf die Zulassungs-Statistik des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA). Wann sich das mal ändern könnte, fragt schon keiner mehr.

Dabei hat er es immer schwieriger, der Namensgeber des Synonyms für das Kompaktsegment. Die Konkurrenz innerhalb der Golf-Klasse nimmt von Generationswechsel zu Facelift zu Modellpflege zu – und das über den gesamten Wettbewerb.

Nicht nur neue Kompakte knabbern am Zulassungskuchen, auch die übrigen Segmente schießen sich auf den Platzhirschen ein. Mit immer besserer Qualität, immer effizienteren Antrieben, immer komplexeren Assistenzsystemen und nicht zuletzt immer attraktiveren Gesamtpaketen.

 

 
 

Bei der Garantie hinkt die Nummer 1 hinterher

Fünf Jahre Garantie bei Hyundai, sieben Jahre bei Kia – Mobilitätsgarantie und Kia-Navigationskarten-Update inklusive. Ab Werk, ohne aufpreispflichtige Pakete oder sonstiges. Im Vergleich dazu steht Volkswagen mit seinen zwei Jahren Herstellergarantie für den VW Golf da wie ein Telefonanbieter, der mit ISDN lockt.

Spektakuläre Oberklasse-Features? Können auch andere. Voll-LED-Scheinwerfer zum Beispiel kommen mit Seat Leon und Audi A3 in die Golf-Klasse. Damit bleibt das beste Licht immerhin im Hause (fehlt aber bislang in der Golf-Preisliste). Peugeot legt noch einen drauf und spendiert die neueste Lichttechnik sogar serienmäßig. Der neue 308 strahlt als „Allure“ (Topausstattung) mit den Golf-Brüdern aus Martorell und Ingolstadt LED-mäßig um die Wette – aufpreisfrei.

Das Thema Vernetzung spielt Volkswagen hausintern über den trendigen Mini VW up!, bei Konnektivitäts-Vergleichstests großer Fachmagazine liegt der Opel ADAM mit seiner Schnäppchenlösung (350 Euro für IntelliLink samt Navi-App) vorn im Kleinwagen- und Kompaktsegment. Der Golf bietet zwar große Navi-Lösungen (ausstattungsabhängig für 2.315 bis 2.725 Euro), harrt aber seiner Online-Erweckung. Im direkten Vergleich spielt der BMW 3er mit seinen Connected-Drive-Diensten (u.a. fest integrierte SIM-Karte) in einer eigenen Liga.

Kompakt geht auch ohne Schrägheck

Kompakte SUV, kompakte Vans, kompakte Crossover – es muss wahrlich nicht immer eine kompakte Limousine mit Schrägheck sein, um heute klassenlos vorzufahren und das Gefühl der Generation Golf zu erleben. Das marktbeherrschende Golf-SUV Tiguan (43.487 Einheiten, plus 4,1 Prozent) ist das beste Beispiel.

Es brodelt also an allen Ecken, könnte man meinen, und dennoch spricht das KBA eine andere Sprache. In den ersten neun Monaten des Jahres 2013 hat der VW Golf mehr als drei mal so viele Einheiten verkauft wie die Nummer zwei der Verkaufscharts, nebenbei der VW Passat, ein Mittelklassemodell also.

Hartnäckigster Verfolger innerhalb der Kompaktklasse ist der neue BMW 3er (53.345 Einheiten, plus 16,7 Prozent), gefolgt vom Audi A3. Der MQB-Bruder (Modularer Querbaukasten) erreicht in den ersten drei Quartalen 2013 zwar nur ein Viertel des Golf-Absatzes, dafür konnte der A3 seit Jahresbeginn um fast 30 Prozent auf 44.196 Einheiten zulegen. Der Golf hingegen büßte 7,7 Prozent ein (172.638 Erstzulassungen) – und damit mehr als der Gesamtmarkt (minus 6,0 Prozent).

Mercedes macht auf Golf mit Stern

Mächtig Rückenwind hat die kompakte Mercedes-Benz A-Klasse (38.481, plus 100,6 Prozent), die ganz unverhohlen auf Golf mit Stern macht – gewürzt mit einem Schuss Apple- Flair; das iPhone ist smart ins Bordsystem integriert.

Bereit zur Herbstoffensive auf den Bestseller sind zudem Neuheiten wie der glasbedachte Skoda Rapid Spaceback und der schnittige Mazda3, beide mit reichlich Vorschusslorbeeren bedacht, wie auch der neue Peugeot 308 mit innovativem „i-Cockpit“ und hochklassigem Fahrwerk.

Die fünf vielversprechendsten Wettbewerber des VW Golf zeigen wir Ihnen in der Bildergalerie.

Und hier erfahren sie, wie die Zukunft der Golf-Klasse aussehen könnte.

Text: Ralf Bielefeldt