Erstfahrt Mercedes-Benz GLA

Erstfahrt Mercedes-Benz GLA

Achtung BMW X1 und Audi Q3!

Der Mercedes-Benz GLA kommt spät aber vehement. Das Kompakt-SUV hat das Zeug, BMW X1 und Audi Q3 in der Kompaktklasse das Leben schwer zu machen.

16. Dezember 2013

Ein schwäbischer Ingenieur denkt immer praktisch. Vielleicht freut sich der alemannische Tüftler auch diebisch, wenn er den anderen mit seinen Ideen ein Schnippchen schlagen kann. Egal wie: Der Tankdeckel des Mercedes GLA ist in Fahrtrichtung links. Also auf der anderen Seite wie bei den meisten Linkslenkern. Die Erklärung ist einfach: "Bei den Tankstellen ist die Schlange bei den Fahrzeugen, bei denen der Einfüllstutzen rechts ist, am längsten", sagt GLA-Entwickler Martin Kämmerling.

 

 
 

Zeug zum Bestseller

Aber das ist nicht der einzige Grund, warum der GLA das Zeug zum Bestseller hat: Die Baby-M-Klasse bietet einiges: Der GLA ist sportlicher ausgelegt als ein Audi Q3 und bietet dabei mehr Bodenfreiheit als beispielsweise ein BMW X1.

Rund vier Zentimeter liegt der GLA höher als die A-Klasse. Auf verschneiten Pisten ist das kein Nachteil für das Kompakt-SUV: Schon im Normal-Schaltprogramm hängt der GLA 220 CDI mit seinen 170 PS gut am Gas und lässt sich auch durch gröbere Bodenunebenheiten nicht aus der Ruhe bringen.

Wird "Sport" aktiviert und die ESP-Fessel gelöst, zeigt der GLA auf der Schneepiste sein Tanz-Talent: Mehr Drehmoment geht an die Hinterachse, die das SUV spürbar anschiebt. Trotzdem bleibt der GLA immer mit leichten Korrekturbewegungen beherrschbar und zaubert ein ansehnliches Ballett in den Schnee.

Mehr Kopffreiheit als bei der A-Klasse

Ein Mercedes-SUV muss aber auch abseits des Asphalts glänzen. Das Offroad-Fahrprogramm stellt das andere Ende der Agilitäts-Skala dar. Dann lässt das ESP mehr Schlupf an den Rädern zu, die Gänge werden länger gehalten, um den GLA über Stock und große Steine zu hieven. Auch das Gaspedal reagiert nicht ganz so nervös.

Damit der Fahrer auch alles im Blick hat, werden im Display wichtige Offroad-Daten wie Lenkwinkel, Seitenneigung und Neigungswinkel angezeigt.

Das Cockpit mit dem etwas billig wirkenden Möchtgerne-iPad-Display ist dem A-Klasse-Fahrer wohlbekannt. Kein Wunder: Von der Windschutzscheibe bis zur B-Säule ist der GLA mit der A-Klasse identisch. Dahinter ist das Dach höher gezogen, was sich in einer erhöhten Kopffreiheit bemerkbar macht.

Kleiner Diesel erst ab Mai

Die Abstimmung des GLA haben die Kunden in der Hand. Neben dem regulären Fahrwerk wird Mitte des nächsten Jahres ein SUV-Fahrwerk mit noch einmal mehr Bodenfreiheit erhältlich sein. Wer es unbedingt sportlicher will, macht das Kreuz im Bestellformular beim AMG-Fahrdynamikpaket.

Wer den kleineren Diesel des 200 CDI mit 136 PS haben will, muss sich bis Mai gedulden.

Zeichen stehen auf Erfolg

Das ist nicht unbedingt von Vorteil. Während Audi Q3 und BMW X1 schon längst im Markt etabliert sind und Devisen nach Ingolstadt beziehungsweise München bringen, ist der Mercedes GLA erst ab 15. März 2014 zu haben. Mit Preisen ab 29.303,75 Euro für den Einstiegsbenziner GLA 200 ist der Spätstarter auch kein Sonderangebot.

Trotzdem stehen die Zeichen auf Erfolg: "Der GLA hat gute Chancen das erfolgreichste Auto zu werden, das auf der MFA-Plattform basiert", erklärt Entwickler Martin Kämmerling. Nur zur Erinnerung: Auf dieser Architektur stehen auch die A- und B-Klasse. Beide Modelle sind ebenfalls keine Ladenhüter .

Text: Press-Inform / Wolfgang Gomoll