Beliebte Kleinwagen & Minis

Die beliebtesten Kleinwagen & Minis

Diese Kleinen sind ganz Große

Klein, aber fein. Und voll im Trend: Zehn Modelle, die bei den Deutschen hoch im Kurs stehen.

Kleinwagen fahren heißt längst nicht mehr, Verzicht zu üben oder gar sein Leben in irgendwelchen klapprigen Kisten mit kuriosen Formen und Namen zu riskieren. Fast alle gängigen und gefragten Modelle auf dem deutschen Markt erreichen vier oder sogar fünf Sterne bei den relevanten Euro NCAP-Crashtests. Mehr geht bekanntlich nicht.

Auch Technik-Leckerbissen, die einst höheren Fahrzeugklassen vorbehalten waren, wie Doppelkupplungsgetriebe, Schaltpaddles am Lenkrad oder Kurvenlicht, sind mittlerweile im Kleinwagen-Segment verfügbar. Wenn auch gegen die üblichen Aufpreise.

Was also lässt sich überhaupt noch gegen Kleinwagen einwenden? Nichts, nüchtern und frei von automobilen Emotionen betrachtet. Platz für vier bis fünf Personen, dazu meist um und bei vier Meter Außenlänge, mithin geringer Platzbedarf, aber ausreichend Platzreserven im Sinne von Ladevolumen, dazu niedriger Verbrauch, akzeptable Endgeschwindigkeit – „mehr“ Auto braucht „eigentlich“ kein Mensch.

 

 
 

Kleinwagen werden zu Trendsettern

Stylisch sind die vom Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) als „Minis“ bzw. „Kleinwagen“ eingestuften Zwerge meist von Werk aus, wie MINI, Citroën DS3 und wie sie noch so heißen eindrucksvoll beweisen. Und dank immer neuer Fahrzeugklassen sind die Kleinen sogar echte Trendsetter.

„Subkompakt“ lautet der neuste Hype im boomenden SUV-Segment. Größer als Kleinwagen, kleiner als kompakte SUV. Oder so. Die Definition von Crossover-Modellen liegt letztlich im Auge und Ermessen des Betrachters. Die formale Umsetzung auf der Straße jedenfalls überzeugt.

Ob nun Nissan Juke, Opel Mokka oder seit neustem Peugeot 2008 und Renault Captur: Die „kleinen“ SUV treffen den Nerv der Zeit. Und sind clever gemacht. 70 Prozent der Bauteile übernimmt der hochbeinige 2008 vom Kleinwagen-Besteller Peugeot 208. Knapp zehn Zentimeter höher, rund 20 cm länger und 2,5 cm mehr Bodenfreiheit – das sind die elementaren Unterschiede zwischen dem trendig auftretenden Peugeot 2008 und dem filigranen 208. Sowie 3.000 Euro Preisaufschlag.

Im April hat der 2008 den kleinen Hochdachkombi 207 SW offiziell abgelöst. Seitdem hat Peugeot vom neuen Crossover in Deutschland 953 Erstanmeldungen verzeichnet – mehr Fahrzeuge hatte der Importeur einfach nicht zur Hand. „Der überwältigende Run auf dieses Modell erinnert an die frühen Zeiten des 206 CC“, freut sich Marcel de Rycker, Geschäftsführer von Peugeot Deutschland. Auch der 208 geht mittlerweile wie erhofft: 7.241 Erstanmeldungen in den ersten fünf Monaten dieses Jahres bedeuten ein 208-Plus von 241 Prozent auf dem deutschen Markt.

Das meistverkaufte Modell schwächelt

Beliebtester Kleinwagen Deutschlands ist nach wie vor der VW Polo: 28.621 Käufer haben sich von Anfang Januar bis Ende Mai 2013 für den Volkswagen-Klassiker entschieden. Das beschert dem VW Polo einen Marktanteil von 14,3 Prozent in der Kleinwagenklasse.

Gleichwohl musste der nicht ganz vier Meter lange VW Polo seit Jahresbeginn ganz schön Federn lassen: Im Vergleich mit den ersten fünf Monaten des Vorjahres sind die Verkaufszahlen in Deutschland um 20,8 Prozent zurückgegangen.

Damit hat sich der VW Polo deutlich schlechter geschlagen als der Gesamtmarkt (bislang 1.219.717 Neuzulassungen, minus 8,8 Prozent) – und auch schlechter als das Kleinwagen-Segment, das es von Januar bis Mai 2013 auf 200.034 Neuzulassungen bringt in Deutschland, ein Minus von 12,4 Prozent.

Jeder dritte „Mini“ ist von Volkswagen

Anders als bei den Kleinwagen ging es fürs nächstkleinere „Mini“-Segment bergauf: 88.321 Erstanmeldungen bedeuten ein Plus von 1,4 Prozent. Einen nicht ganz unerheblichen Anteil daran hat der VW Up. Jeder fünfte neue „Mini“, der von Januar bis Mai dieses Jahres in Deutschland neu zugelassen wurde, trägt den Namenszug mit dem geschickt platzierten Ausrufezeichen („up!“) im Namen. 16.999 Erstanmeldungen bescheren Wolfsburgs Kleinstem einen Marktanteil von 19,2 Prozent im Mini-Segment.

Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum konnte der 3,54 Meter kurze Winzling (ab 9.975 Euro) gegen den Trend um 5,0 Prozent zulegen. Die absoluten prozentualen Überflieger sind seine weitgehend baugleichen Konzern-Geschwister: Der Škoda Citigo darf sich über einen Zuwachs von 390,1 Prozent freuen (5.587 Neuzulassungen), die Seat Mii (4.801) über ein Plus von 331,7 Prozent im Vergleich zum Verkaufsstart vor einem Jahr.

Zahlen, die im Vergleich zur Gesamtperformance des deutschen Automarkts so irreal anmuten wie die Rekordserie der Triple-Bayern aus München im Vergleich zur Heimbilanz von Absteiger Greuther Fürth (kein einziger Sieg). Mehr über die angesagtesten Modelle des Kleinwagen- und Mini-Segments in der Bildergalerie.

Text: Ralf Bielefeldt