Rennwagen testfahren

Schumi für einen Tag

Sie wollen selbst am Steuer sitzen? Zweieinhalb Stunden bei 240 km/h – das geht auf dem Nürburgring ebenso gut wie in der Lausitz.

Wer einfach nur Rennstrecken-Feeling genießen möchte, nimmt zum Beispiel an einer Touristenfahrt auf dem Nürburgring teil. An 28 Tagen im Jahr öffnet die ehrwürdige Eifel-Rennstrecke ihre Pforten für Amateure, die mit dem eigenen Auto auf den Spuren der ganz Großen des Rennsports fahren wollen. Aber nicht vergessen: Die Straßenverkehrsordnung gilt zu diesen Zeiten auch auf dem Ring. Die Grand-Prix-Strecke ist rund fünf Kilometer lang, dabei haben die Fahrer sieben Links- und zehn Rechtskurven zu meistern. Die Touristenfahrt kostet 30 Euro für 20 Minuten Rundkurs. Diese Erlebnis ist allerdings vorläufig Autos vorbehalten, Motorräder haben noch keinen Zutritt.

Lausitzring für Zweiräder

Mehr Toleranz wird Zweirädern auf dem Eurospeedway Lausitz entgegengebracht: Bei den Sommer Speed Days können Motorräder wie Autos die 4,5 Kilometer lange Strecke heiß fahren. 15 Minuten auf dem Lausitzring kosten 17 Euro. Das ganze Sommerhalbjahr hindurch finden überdies regelmäßig Motorradtrainings statt, bei denen gezielt das Handling der Maschine verbessert werden soll.

Auf den Spuren der Großen

Schon die Anprobe von Fahrerkombi, Haube und Helm ist ein Erlebnis: Beim Formel-1-Fahren muss alles sitzen. Damit nichts schief geht, hilft der Instruktor beim Ankleiden, bei der Sitzprobe und natürlich den ersten Geh-Versuchen im 140 PS starken Formel-1-Auto. Das erscheint zu wenig? Nicht, wenn man bedenkt, dass das Fahrzeug nur 450 Kilogramm leicht ist. Auch hier wird Sicherheit großgeschrieben: Die Autos verfügen über Sportfahrwerk, Überrollbügel und Rennschalen-Sportsitze.

Instruktor per Sprechfunk dabei

Auf dem Nürburgring können Anfänger in der Kategorie „Starter“ einen echten Crashkurs – allerdings ganz ohne jeden Crash – buchen. Im Zweieinhalb-Stunden-Paket für 299 Euro sind Rennauto, Sprit, Versicherung, Rennfahrerbekleidung und natürlich umfangreiche Betreuung inbegriffen. Der Instruktor erklärt die Bedienung des Geräts, setzt sich anschließend ins Führungsfahrzeug und bleibt per Sprechfunk immer ganz nah dran. Der Fahrschüler verfügt allein über den 1,8 Liter großen Vierzylinder, schaltet selbsttätig fünf Gänge und beschleunigt bis zur Endgeschwindigkeit von 240 km/h.

Zehn Stunden auf dem Asphalt

Hat die Fahrt Spaß gemacht? Dann kann man natürlich gleich noch ein Ergänzungstraining dranhängen. Auf dem Hockenheimring ist im Rahmen der Formel-Fahrschule ein „Premium“-Kurs für 1795 Euro buchbar, der für einen ganzen Tag auf die Rennbahn entführt. Die fahrbaren Untersätze der Marke Opel Lotus sind alles andere als Spielzeuge: Es handelt sich um echte Rennwagen, die lediglich etwas „modifiziert“ (sprich: entschärft) wurden. Sie leisten 160 PS aus zwei Litern Hubraum, wiegen nur 450 Kilogramm und fahren bis zu 235 km/h schnell. Wer sich anschließend müde und glücklich in den eigenen Pkw setzt, wird beim Losfahren das Gefühl bekommen, am Steuer eines Traktors zu sitzen.