Formel 1, 24-Stunden-Rennen

Motor des Fortschritts

Bei Formel 1, 24-Stunden-Rennen von Le Mans und DTM fahren keine futuristischen Raumschiffe mit, sondern echte Autos – an Bord ist allerdings oft die Technik von morgen.

15. April 2009

Jetzt rasen sie wieder: Die Boliden auf dem Nürburgring, in Zandvoort, Monza und anderswo zeigen, was moderne Motortechnik heute leisten kann. Spitzengeschwindigkeiten von 350 km/h werden von den Profis erreicht. Die Teilnehmer des 24-Stunden-Rennens von Le Mans oder der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft (DTM) sind allerdings nur geringfügig langsamer. Die Maschinen müssen sogar gedrosselt werden, um den hohen Sicherheitsanforderungen zu genügen. Doch die Wirkung der röhrenden Renner ist ebenso nachhaltig wie zu Zeiten eines Juan Manuel Fangio oder Stirling Moss.

Leistung am Limit

Gerade noch beherrschbare Geschwindigkeit, Beschleunigung, Leistung am absoluten Limit – kaum ein Mensch, der sich dieser Faszination entziehen kann. Gleichzeitig ist der Rennsport - damals wie heute - Innovationsträger: Leichtbauweise aus Aluminium und Titan sowie Scheibenbremsen aus temperaturbeständiger Keramik wurden durch die Formel 1 erstmals für Kraftfahrzeuge salonfähig. Auch Karbon (Kohlefaser), das zur Gewichteinsparung eingesetzt wird, hatte seine Fahrzeugbau-Premiere im Rennsport.

Formel 1 für Räder

Und die Bandbreite an Formel-1-Innovationen ist wesentlich größer: So hat zum Beispiel der Autozulieferer Beru kürzlich das Power-Rennrad „Factor 001“entwickelt, dessen Rahmen aus Karbon - ganz wie ein moderner Formel-1-Rennwagen - hergestellt wird. Das Material ist äußerst stabil und genau so leicht: Das Hightech-Rad wiegt nur sieben Kilogramm, inklusive Felgen und Ausrüstung. Die schließt auch Sensoren und einen Bordcomputer mit ein, der Fahr- und Leistungsdaten ermittelt und speichert. Der Preis ist ebenfalls echt Formel 1: 22.000 Euro kostet es.

Regenreifen als Vorbild

Auch in anderen Bereichen kommen Entwicklungen der Formel 1 zum Einsatz: Die Regenreifen der Boliden waren Vorlage für die Gummisohlen von Arbeitsstiefeln. Durch die gute Haftung halfen sie, Arbeitsunfälle durch Ausrutschen zu verhindern. Umgekehrt finden auch technische Neuerungen aus dem Straßenverkehr Eingang in die Formel 1 – aktuell ist es die umweltfreundliche Bremsenergie-Rückgewinnung, die als KERS zusätzlichen Anschub für Überholmanöver leistet.

Nicht nur für Profis

Auch wenn es manchmal verlockend ist: Auf öffentlichen Straßen sind Autorennen verboten, hier kennt die Straßenverkehrsordnung keine Gnade. Doch Autorennen sind nicht nur etwas für die Profis: Jeder kann am Steuer des eigenen oder eines gemieteten Autos erfahren, wie sich die Grenzen der Fahrphysik anfühlen. Bei Autorennen steht natürlich der Spaß im Vordergrund. Dennoch: Wer ein Auto kontrolliert zum Schleudern gebracht hat, wird anschließend vorsichtiger fahren – das kann man zum Beispiel in einem Fahrsicherheitstraining ausprobieren.

 
 
 

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