24 Stunden von Le Mans 2013

24 Stunden von Le Mans 2013

Der nächste Triumph

Audi feierte bei den 24 Stunden von Le Mans den zwölften Triumph. Doch die Siegesfahrt wurde von einem schlimmen Unfall überschattet.

Zum Schluss wurde doch noch gefeiert. Als Tom Kristensen um kurz nach 15 Uhr mit seinem Audi R18 e-tron als Erster die karierte Flagge sah, schwangen die Audi-Mitarbeiter voller Freude die Fahnen mit den vier Ringen.

Der Triumph war der zwölfte für die Ingolstädter bei dem prestigeträchtigen Rennen. Für Kristensen war es bereits der neunte Sieg, für seinen Teamkollegen Allan McNish der dritte und der erste für Loic Duval.

Der Weg zum Erfolg war für Audi nicht leicht: Vorjahressieger Marcel Fässler verlor viel Zeit in der Box, weil die Lichtmaschine defekt war und getauscht werden musste. Kurz vorher war der Audi mit der Startnummer drei aufgrund eines Reifenschadens über die Curbs gekreiselt, Oliver Jarvis musste seinen waidwunden Boliden fast eine Runde lang im Kriechtempo zurück an die Box manövrieren.

 

 
 

Große Konkurrenz

Hauptkonkurrent Toyota machte von Beginn an Druck auf die Autos mit den vier Ringen. Die Konkurrenz zwischen den beiden Herstellern ist groß. Zumal Toyota in der Top-Klasse LMP1 die Benzintanks nochmal um drei Liter vergrößern durfte. Das machte insgesamt einen Unterschied von 18 Litern gegenüber den Diesel-Audis.

Damit mussten die Ingolstädter in den 24 Stunden drei Boxenstops mehr einlegen, und diese verlorene Zeit auf der Strecke wieder wettmachen. Die Audis waren allerdings eine halbe Sekunde pro Runde schneller als die Konkurrenz aus Japan.

Prominente Fahrer

Für Audi, Toyota & Co, steht viel auf dem Spiel. Die großen Werksteams investieren Millionenbeträge, um beim Traditions-Renn-Marathon zu glänzen.

Die Fahrerriege ist vom Feinsten: Unter anderem gehen Renn-Veteranen wie Allan McNish, der Däne Tom Kristensen oder der ehemalige Formel-1-Fahrer Marc Gené für Audi an den Start. Beim großen Kontrahenten Toyota ist die Besetzung mit Alexander Wurz und Sébastien Buemi nicht weniger prominent.

Porsche kommt

Nächstes Jahr wird der Kampf um die Le-Mans-Krone noch schärfer. Zum einen gibt es eine grundlegende Regeländerung, die Antriebsart ist frei wählbar, aber der Kraftstoffverbrauch pro Runde wird begrenzt.

Experten gehen davon aus, dass die Autos dann 25 Prozent weniger Sprit brauchen, aber genauso schnell sein werden.

Zum anderen steigt Porsche nächstes Jahr wieder in die LMP1- Klasse ein.

Marathon statt Sprint

Dieses Mal gingen insgesamt 56 Autos gingen an den Start. Neben der LMP1- Klasse, gibt es noch die LMP2- und die GTE-Klasse, in der sich die Porsche 911 mit Aston Martin einen harten Kampf lieferten. Hier treffen außerdem Werksfahrer auf die reinen Privatfahrer der GTE-Am-Kategorie.

Ganz ungefährlich ist das Durcheinanderwirbeln der verschiedenen Fahrzeugtypen freilich nicht. In der schnellen Virage Porsche beträgt der Geschwindigkeitsunterschied zwischen den Top-Teams und den Gentleman Driver genannten Amateuren bis zu 100 km/h.

Egal ob Nieselregen oder Nacht, die Schnellsten rasen mit unverminderter Geschwindigkeit weiter. Aus dem Marathon ist längst ein materialmordender 24-Stunden-Sprint geworden.

Schwerer Unfall

Die Gefahr fährt beim Rennsport immer mit. Das wurde in Le Mans einmal mehr schmerzlich klar. In der vierten Runde kam der Däne Allan Simonsen in der Tertre Rouge mit seinem Aston Martin auf die feuchten Curbs und schlug seitlich in die Leitplanke ein und wurde schwer verletzt. Auf dem Weg in das Krankenhaus verstarb er dann.

Aston Martin überlegte, sich aus dem 24-Stunden-Spektakel zurückzuziehen, doch fuhr das Rennen dann auf Wunsch der Familie des 34jährigen Dänen doch zu Ende.

Auch wenn die Renngemeinde unter Schock stand, die Hatz um den 13,629 Kilometer langen Circuit de Sarthe ging mit ungebremster Heftigkeit weiter.

Volksfeststimmung

Sehr zum Vergnügen der 140.000 Zuschauer. In Le Mans herrscht jedes Jahr Volksfeststimmung mit Riesenrad, Fahrgeschäften, Crêpes-Buden oder Softeis-Automaten, an denen sich um Mitternacht schon mal FIA-Chef Jean Todt unter dem Blitzlichtgewitter der Smartphones bedient.

Die Stimmung ist dabei gelöster, als bei den meisten anderen Traditions-Rennen. Le Mans ist für viele eine Herzensangelegenheit.

Text: Press-Inform / Wolfgang Gomoll