mobile.de: Versicherung fürs Motorrad

Motorräder: Versicherung fürs Bike

So sparen Sie bei der Motorrad-Police

Wechseln lohnt sich auch beim Motorrad: Denn auch Bike-Versicherer ändern ihre Tarife jedes Jahr. Dann heißt es vergleichen – und sparen.

Motorradfahrer sind heute zu 99 Prozent auch Autofahrer. Während das vierrädrige Vehikel naturgemäß das Verkehrsmittel der Vernunft bei Kälte und schlechtem Wetter ist, genießt das Zweirad in den allermeisten Fällen den Status des reinen Schönwetter-Fahrzeugs.

Das zeigt schon das Kennzeichen: Viele Biker fahren inzwischen mit einem Saisonkennzeichen. Rund eine Million Motorräder waren 2011 amtlich nur zwischen April und Oktober unterwegs, das sind rund ein Viertel aller in Deutschland zugelassenen Krafträder.

Das Saisonkennzeichen spart Geld und Zeit

Saisonkennzeichen sind der Top-Spartipp für Biker; je nach Tarif bleiben zwischen 60 und 100 Euro mehr pro Jahr im Portemonnaie. Vor allem spart es Zeit, weil die zermürbende Warterei in der Zulassungsstelle zur Wiederanmeldung entfällt.

Dafür allerdings müssen sich die Saison-Biker sklavisch an den zeitlichen Rahmen halten: Ein sonniger Novembertag bleibt ein motorradfreier Novembertag, wenn das Kennzeichen nur von „04-10“ gilt. Andernfalls kostet der unversicherte Asphalt-Quickie 50 Euro und drei Punkte, so die verbotene Spritztour auffliegt. Das sollte keiner riskieren, erst nicht wegen der unversicherten Folgen, wenn etwas passiert.

Ein weiterer guter Grund fürs Saisonkennzeichen: Seit 2011 dürfen auch Motorräder mit den kleinen Blechtafeln ausgestattet werden, die bislang Kleinkrafträdern oder Oldtimern vorbehalten waren. Bei 8 bis 22 Zentimeter Breite und 20 cm Höhe entfallen die typischen Biker-Bedenken, wegen des zusätzlichen Saison-Nummernblocks auf dem Blech ein unhandliches Sonnensegel am Heck mitführen zu müssen.

SF-Rabatt läuft erst nach sechs Monaten weiter

Wichtig für die saisonale Versicherung: Die Maschine muss mindestens sechs Monate am Stück angemeldet sein, damit der Schadensfreiheits-Rabatt stufenweise weiter ermäßigt wird.

Wer kein Saisonkennzeichen haben will und aufs Abmelden im Winter verzichtet, kann seine Moped-Prämie drücken, indem er mit seinem Versicherer eine Ruheversicherung vereinbart. Dann wird man zeitlich befristet beitragsfrei gestellt, dafür darf die Maschine in dieser Zeit nicht auf öffentlichen Straßen bewegt werden.

Fahrer exotischer oder sehr teurer Maschinen sollten sich beim Hersteller oder Händler nach speziellen Versicherungskonditionen erkundigen. Manchmal gibt es Sondervereinbarungen mit einzelnen Versicherungsgesellschaften.

H-Kennzeichen lohnt nur bei großen Maschinen

Sparen können theoretisch auch die Besitzer eines Motorrad-Oldtimers, der 30 Jahre und älter ist: Entspricht das Zweirad weitgehend dem Originalzustand und ist verkehrssicher, kann ein H-Kennzeichen beantragt werden. Dann wird die Kfz-Steuer auf pauschal 46 Euro reduziert.

Viele Versicherungen bieten Motorradfahrern an, ihre Maschine als Zweitfahrzeug günstig mitzuversichern. Ob sich das rechnet, ist oftmals eine Frage des Schadenfreiheitsrabatts und sollte genau durchgerechnet werden.

Das neue Wechselkennzeichen dagegen bringt nahezu nichts für Motorradfahrer; es erlaubt zwar die Anmeldung mit ein- und demselben Kennzeichen, doch es dürfen nur Fahrzeuge der gleichen Kategorie sein, also zwei Autos, zwei Motorräder, zwei Anhänger etc.

Je geringer die Kilometerleistung, desto günstiger

Wie Autos werden auch Motorräder nach Regionaltarif eingepreist. Je nachdem, wo das Krad zugelassen ist, muss mal mehr, mal weniger für Haftpflicht und Kasko bezahlt werden. Wer sich mit Umzugsgedanken trägt, sollte also die Regionalklasse am potenziellen neuen Wohnort auf jeden Fall in seine Kostenrechnung mit einbeziehen. Der Versicherung wegen umzuziehen, rechnet sich allerdings nicht.

Dafür können Motorradfahrer aber mit einer Kilometerbeschränkung sparen: Wie bei Autos gewähren Versicherer auch beim Zweirad Nachlass, wenn sich der Halter darauf einlässt, jährlich nur eine maximale Anzahl von Kilometern zu fahren.

Ist eine sichere Garage zum Abstellen vorhanden, räumen die meisten Versicherer einen kleinen Rabatt ein. Wer seine Maschine auf der Straße parkt (bzw. parken muss), sollte sich auf jeden Fall eine Teilkaskoversicherung gönnen. 2010 wurden über 11.000 Zweiräder gestohlen, damit ist die Schadenhäufigkeit statistisch um ein Vielfaches höher als bei Autos.

Sparen und dazu noch Erfahrung gewinnen

Saisonstart und noch wackelig auf den Beinen? Dann empfiehlt sich professionelle Hilfe. ADAC, Deutsche Verkehrswacht und andere Verbände bieten spezielle Fahrsicherheits-Trainings für Motorradfahrer an. Das Beste daran: Viele Versicherungen gewähren bis zu 7 Prozent Rabatt auf die Prämie, wenn man per Urkunde nachweisen kann, (kürzlich) ein Fahrsicherheitstraining absolviert zu haben.

Das wiegt die reinen Kosten für einen solchen Kursus (Bremstraining in der Regel ab 95 Euro, Standardtraining ab 115 Euro) zwar noch nicht auf – ist aber ein weiteres starkes Argument dafür, sich zum Saisonstart oder nach längerer Zweirad-Abstinenz in die lebenswichtigen Praxis-Handgriffe und -Manöver einweisen zu lassen.

Der ADAC, größter Anbieter von Fahrsicherheitstrainings, hat 2011 ein bemerkenswertes Plus bei Motorradtrainings registriert: Insgesamt 35.000 Biker nahmen daran teil, das sind14 Prozent mehr im Jahresvergleich. Gefahrenbremsung, Ausweichen vor einem Hindernis, optimale Kurvendurchfahrt – das übt sich unter Aufsicht deutlich besser.

„Das ist schon eine kleine Lebensversicherung, so ein Training“, sagt Hubert Ruhdorfer vom ADAC. Die Trainings auf 50 Übungsplätzen sind standardisiert und vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) mit einem Qualitätssiegel ausgezeichnet.

„An so einem Training teilzunehmen, das erhöht nicht nur die Praxis, es schärft auch das Risikobewusstsein.“ Und das ist immer noch die beste Versicherung für Motorradfahrer.

Hier geht es zu den Trend-Bikes 2012.

Text: Ralf Bielefeldt