mobile.de: Die Trend-Bikes 2012

Motorräder: Trends 2012

Die Trend-Bikes 2012

Diese Motorrad-Saison wird richtig spannend: Fast alle Hersteller haben aufregende Neuheiten oder extrem lässige Sonder-Editionen am Start. Hier die Highlights.

Auf der Motorrad-Leitmesse EICMA im Herbst 2011 standen sie bereits serienreif auf den Drehtellern und Schaubühnen, jetzt kommen die Trend-Bikes der Motorradsaison 2012 endlich auf die Straße!

Man darf sich zum Beispiel auf „Naked Bikes“ wie die günstige Honda NC700S (ab 5.490 Euro) oder die lässige Ducati Monster Diesel im „Urban Miltary Look“ (ab 13.495 Euro) freuen. Oder auf Sports-Tourer und Straßen-Enduros wie Triumph Tiger Explorer und Kawasaki Versys 1000, die gemeinsam mit Hondas VFR 1200X Crosstourer den Platzhirschen BMW R 1200 GS herausfordern.

Und natürlich auf Super-Bikes: die brandneue Ducati 1199 Panigale, die komplett überarbeiteten Knieschleiferträume Kawasaki ZZR 1400 und BMW S 1000 RR sowie Hondas CBR1000RR Fireblade.

Leichte Retro-Bikes klauen schweren Harleys die Schau

Nach wie vor schwer angesagt sind Retro-Bikes. Die britische Kultmarke Triumph zum Beispiel hat neue Editions-Modelle der legendären Bonneville aufgelegt. Exakt 1.100 Exemplare werden von der matt-grünen Steve McQueen Edition gebaut und weltweit angeboten. Wer eine erwischen will, muss sich ranhalten.

100 Exemplare weniger bauen die Briten von der Jubiläums-Bonneville „110th Anniverary Special Edition“. Wie bei der McQueen-Edition wird jedes Modell mit einer eigener Nummernplakette und einem Echtheits-Zertifikat ausgeliefert. Preise: jeweils ab 9.990 Euro.

Etwas günstiger bietet Kawasaki die „Special Edition Cafe Style“ der zarten W800 an. Goldene Felgen, schwungvolle „Bikini“-Lampenverkleidung, Höckersitzbank, mattschwarzer Auspuff und ein auffälliges Tank-Logo unterscheiden das herausgeputzte Editions- vom ungeschminkten Serienmodell des Retro-Bikes. Der Preis: 9.295 Euro. „Nackt“ startet die Kawasaki W800 bei 8.190 Euro.

BMW rollt das Großroller-Segment auf

Fahreigenschaften auf Motorradniveau bietet das brandneue Großroller-Duo von BMW. C 600 Sport und C 650 GT bieten Komfort wie Großmutters Chaiselounge, haben aber richtig Dampf unter der futuristischen Verkleidung.

Vom Stil und der etwas höheren Sitzposition her spricht der C 600 Sport eher den forschen Scooter-Fahrer an, der urgemütliche C 650 GT mit seiner lehnstuhlartigen Sitzbank hat es auf Biker mit Tourenfahrer-Mentalität abgesehen. Beide sind ideale Gefährte für Ein- oder Wiedereinsteiger.

Der komplett neu entwickelte Zweizylinder-Reihenmotor (647 ccm) leistet in beiden Großrollern souveräne 60 PS und 66 Nm Drehmoment. Das reicht locker für Platz eins beim Ampelrennen mit anderen „Commuter-Mobilen“ wie Yamaha T-Max oder Suzuki Burgman.

In 7,1 bzw. 7,5 Sekunden (GT) geht es auf Tempo 100. 175 km/h Spitze sind amtlich für einen „Roller“. Preise: ab 11.100 Euro (C 600 Sport) bzw. 11.450 Euro (C 650 GT). Eine E-Version ist in Planung. Die hat Piaggio zur Hälfte schon am Start: Den dreirädrigen Maxi-Scooter MP3 gibt es unter anderem als Hybridvariante. Bis 30 km/h fährt er elektrisch.

Bei den Super-Bikes fällt die 200-PS-Marke

Seitenwechsel – kommen wir zu den Bikes der Kategorie „Absolut ganz und gar nichts für Anfänger und Familienväter“. Die Giftschränke auf zwei Rädern, sozusagen, „Frutti interdetti“, verbotene Früchte wie die Ducati 1199 Panigale.

Mit 195 PS bei 10.750 Umdrehungen pro Minute und 132 Nm maximalem Drehmoment beschleunigt die 188 Kilogramm schwere Panigale wie eine kontrolliert explodierende Gasflasche. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt rund 300 km/h und variiert wie üblich nach Fahrergewicht (und –können). Preis: ab 19.490 Euro.

Das japanische Gegenstück ist die Kawasaki ZZR 1400. Das giftgrüne, frisch überarbeitete Superbike befördert tollkühne Fahrer ab 15.595 Euro mit gefühlter Warp-Geschwindigkeit durch den Verkehr. Für die „Performance“-Version werden 2.000 Euro mehr fällig.

200 PS leisten beide Varianten, also fünf PS mehr als die Ducati Panigale. Mit 268 Kilo bringen sie allerdings deutlich mehr Gewicht auf die Waage. Gleichwohl reklamiert Kawasaki für sich, mit der ZZR 1400 „das Serienmotorrad mit der schnellsten Beschleunigung“ auf die Räder gestellt zu haben. Darauf legen die Japaner traditionell Wert.

Marktführer bei den Big Bikes ist nach wie vor BMW. Wer bei den Bayern (renn)sportlich unterwegs sein will, greift zur „RR“. Der Teilchenbeschleuniger leistet auch nach der Modellpflege fürs Biker-Jahr 2012 mehr als ausreichende 193 PS bei 204 kg Fahrgewicht. Für mehr Sicherheit bei Regen reduziert der „Rain-Modus“ die Leistung auf 163 PS. Der Preis: ab 16.100 Euro

Gebrauchte Bikes sind zum Saisonstart am günstigsten

Wer eher über den Kauf eines Gebraucht-Motorrads nachdenkt, sollte möglichst zu Beginn der neuen Saison zuschlagen. In den Monaten April und Mai sind gebrauchte Motorräder bei mobile.de am günstigsten zu finden: 5.348 Euro bzw. 5.301 Euro betragen die Durchschnittspreise dann. Auch das Angebot erreicht Bestmarken: 167.675 Maschinen stehen im April zur Auswahl, 173.595 sind es im Mai.

Zum Vergleich: Im Oktober und November warten bei mobile.de im Schnitt 147.728 bzw. 133.772 motorisierte Zweiräder auf neue Besitzer, im Dezember sind es „nur“ 119.977, im Januar 118.588 – und für die werden dann deutlich höhere Preise verlangt.

Am teuersten sind gebrauchte Motorräder im Januar. 6.711 Euro beträgt zu Jahresbeginn der Durchschnittspreis bei mobile.de. Im Vergleich zu den Vormonaten ist das ist ein deutlicher Preisanstieg: Im November überspringt der durchschnittliche Gebraucht-Motorradpreis erstmals die 6.000er-Marke. Von 5.784 Euro im Oktober steigt er dann auf 6.120 Euro. Im Dezember kosten gebrauchte Motorräder im Schnitt bereits 6.273 Euro.

Neue Bikes kurbeln die Zahl der Neuzulassungen an

Nachfrage ist gleichwohl auch im Winter vorhanden, erst recht wenn das Wetter mitspielt: 11.025 Besitzumschreibungen hat das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) im Dezember 2011 registriert. Das sind 61,5 Prozent mehr als im Dezember 2010 (als Deutschland unter einer geschlossenen Schneedecke lag).

Im Gesamtjahr 2011 wurden 475.233 gebrauchte Motorräder zugelassen, ein Zuwachs von 8,9 Prozent im Vergleich zu 2010. In den ersten beiden Monaten 2012 waren es kältebedingt nur 33.374 – ein minus von 14,5 Prozent gegenüber Januar und Februar 2011.

Dafür haben die Neuzulassungen im gleichen Zeitraum angezogen: plus 10,6 Prozent auf 10.995 Maschinen mit mehr als 125 ccm. Die Neuheiten beflügeln den Markt.

20 Tipps zum Saisonstart finden Sie hier.

Text: Ralf Bielefeldt