Die wichtigste Herbstmesse

Autosalon Paris 2014

Die Stars von Paris

Über 80 spannende Auto-Neuheiten: Auf dem Autosalon Paris stehen ab 4. Oktober die Modelle der nächsten Saison und faszinierende Studien dicht an dicht. Von klein bis groß, von günstig bis überteuert. Besonders viele neue Modelle stehen – natürlich – bei den französischen Herstellern

6. Oktober 2014

Jede Menge brandneues Blech zu sehen: Mehr als 80 Neuheiten präsentieren die Autohersteller derzeit auf dem Pariser "Salon de lautomobile". Auch wenn die Verkaufszahlen in Europa Sorgen bereiten, lassen es die Hersteller so richtig krachen: Der Salon de lautomobile ist wie immer ein Fest der Sinne, auf dem auch Platz für schräge Studien und kuriose Concept-Cars ist.

Dazu gehören nicht nur Alltagsfahrzeuge wie der neue Renault Espace, sondern auch echte Traumwagen wie der Audi TTS Roadster oder der Mercedes AMG GT. Oder der Ferrari 458 Speciale A: Vermutlich wurde auf keiner Salon de lautomobile je zuvor ein schnelleres Auto präsentiert, denn das italienische Supersport-Cabrio springt dank 605 PS aus einem V8 in 3,0 (in Worten: Drei Komma Null) Sekunden von 0 auf 100 km/h.

Wer einen 458 Speciale A (das A steht für Aperto, also offen) haben möchte, muss nicht nur eine Menge auf dem Konto haben - vermutlich rund eine Viertelmillion Euro, der exakte Preis ist noch nicht bekannt -, sondern dazu noch ähnlich schnell sein wie das Auto: Den rasanten Roadster mit versenkbarem Aluminium-Dach wird es nur in limitierter Kleinstserie von 499 Stück geben.

 

 
 

 

910 PS aus vier Motoren

Der schon genannte GT von AMG bleibt ihm dicht auf den Fersen. Zwar hat das flache Ding sogar mit der Maximalleistung noch ganze 95 PS weniger als der Ferrari, kommt aber auch recht flott vom Fleck: 3,8 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h.

Hinsichtlich der Power werden sowohl der AMG-Mercedes als auch der Ferrari von einer dritten Neuheit in den Schatten gestellt: Der Lamborghini Asterion LPI 910-4 bringt es beinahe auf so viel Leistung wie beide zusammen!

Das ermöglichen ganze vier Maschinen, die in dem überirdischen Fahrzeug verbaut sind: Drei Elektromotoren, die zusammen bereits 300 PS entwickeln - genug für ziemlich viel Antritt. Doch dazu kommt noch der Lambo-Kracher V10 mit 610 PS.

Tatsächlich soll das eine Systemleistung von theoretisch 910 PS ermöglichen. Wir erinnern uns: Der Rekordsportwagen Bugatti Veyron leistet minimal 1001 PS, da kommt der Lambo schon recht nahe. Allerdings ist er offiziell nur als Studie betitelt. Ob das gebaut wird bzw. ohne Waffenschein zu kaufen ist, wird sich zeigen.

Stärkster Zweizylinder der Welt

Dass der Alfa Romeo 4C demnächst auch als Cabrio erhältlich sein wird, ist dagegen beschlossen: Ab Frühjahr 2015 kann man den offenen Alfa kaufen, der – völlig ausreichend – wie im Coupé von einem 240 PS starken Vierzylindermotor angetrieben wird.

Ein Sportwagen besonderer Art ist auch der VW XL Sport. Dabei handelt es sich um die sportliche Weiterentwicklung des 1-Liter-Autos XL-1, das von einem Turbodiesel zwei Zylinder sowie Elektromotor angetrieben wird.

Der XL Sport, ebenfalls dank Karbon-Kassoerie ein extremes Leichtgewicht, bekam von Ducati den 1,2 Liter großen V2-Benziner implantiert. Außerdem wurden das Chassis erheblich tiefergelegt, das Heck verbreitert und der Radstand verlängert. Ergebnis: Sieht bulliger aus, liegt satter auf der Straße.

Und geht ab: Das Zweirad-Aggregat ist derzeit stärkster Zweizylinder der Welt. Seine 200 PS entwickelt er bei bis zu 11.000 Umdrehungen, also schön lautstark. Das bringt das 890 Kilogramm leichte Ei in 5,9 Sekunden von 0 auf 100. Ende ist erst bei 270 km/h. Auch der XL Sport ist eine Studie – vorläufig...

Messetrends: Mehr Strom, weniger Allrad

An den Studien zeigt sich auch ein starker Trend zur Elektrifizierung der Autos. Und die Stromer schaffen es auch in die Großserienfertigung. Nahezu jeder Hersteller bietet heute in allen Klassen dem Kunden die Möglichkeit, ein Hybridauto zu fahren.

Messetrend Nr. 2: Wer keinen echten SUV hat, fälscht sich einen. Und so sind auch auf der Pariser Ausstellung zahlreiche Fahrzeuge präsentiert, die nur äußerlich einem allradgetriebenen, geländetauglichen Rabauken ähneln. Die Technik in ihrem Innern befähigt diese Mimikry-Geländewagen jedoch allenfalls dazu, geschotterte Waldwege zu absolvieren. Immer mehr Autos präsentieren sich als SUV light mit rustikalen Kotflügelverbreiterungen und einem angedeuteten Unterfahrschutz.

Bestes Beispiel ist der in Paris präsentierte VW Golf Alltrack. Wo das Kundeninteresse derart leicht zu befrieden ist, mag auch Dacia nicht zurück stehen. Im angedeuteten Offroad-Look präsentiert die Marke auch den Lodgy Stepway, einen preisgünstigen Van.

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Text: Portalmanufaktur / Stephan Hellmund