Auto-Salon Genf: Supersportler

Auto-Salon Genf: Supersportler

PS zählen

Für die solvente Spaßfahrfraktion gibt es auf dem diesjährigen Genfer Automobil-Salon einige brandneue PS-strotzende Sportwagen zu bestaunen.

6. März 2014

Dass Schweden mehr ist als Elche, Ikea und darbende Automobilhersteller wie Saab, zeigt Koenigsegg schon seit mehreren Jahren. Das neueste Manifest skandinavischer Fahrfreude ist der Koenigsegg Agera One:1. Der 1.341 PS starke Bolide schafft eine Spitzengeschwindigkeit von über 440 km/h.

Doch auch in der Hypercar-Elite geht es um mehr als das Geradeaus-Feuern. Deswegen ist der Fünf-Liter-V8-Motor auf Fahrbarkeit ausgelegt und generiert bei 6.000 U/min ein maximales Drehmoment von 1.371 Newtonmetern.

 

 
 

Aeronautik hält Einzug

Auch bei den Schweden hält die Aeronautik Einzug. Mithilfe von 3G- und GPS-Sensoren werden Fahrmanöver vorhergesagt und die elektronischen Helfer können schneller reagieren. Damit soll der Agera One:1 auch im Kurven- Labyrinth ganz vorne dabei sein.

Das optionale Aerodynamik-Paket mit beweglichen Front-Flaps, einem markanten Splitter sowie hydraulisch gesteuertem Heckflügel mit zwei Platten drückt den flotten Schweden bei 260km/h mit 610 Kilogramm auf den Asphalt. Die Bremsen stehen da nicht zurück: Legt man bei 100 km/h eine Vollbremsung hin, steht der 4,50 Meter lange Agera One:1 nach nur 28 Metern.

Chassis in Hybrid-Bauweise

Gegen diese Hypercar-Granate scheint der Lamborghini Huracán mit seinen 610 PS fast untermotorisiert. Der Lamborghini ist der erste Sportwagen, der auf der neuen MSS-Plattform (Modular Sportscar System) basiert, die zusammen mit Audi entwickelt wurde.

Das Chassis ist in einer Hybrid-Bauweise konstruiert, im Falle des italienischen Stiers aus Aluminium und Carbon. Damit ist der Rohbau um 50 Prozent steifer und um zehn Prozent leichter als der des Gallardo.

Ein ganz besonderer Clou ist die "Lamborghini-Piattaforma- Inerziale"-Technik. Bei diesem System aus der Luftfahrt melden neun Sensoren im Massenmittelpunkt des Autos blitzschnell Wank-, Neig- und Rollbewegungen. So können die Regelsysteme sofort reagieren. Das macht den Huracán schneller, aber mit einem Preis von mindestens 201.000 Euro auch etwas teurer als den Gallardo.

Neues Motorenkonzept bei Ferrari

Der Schreck dürfte manchen Ferrari-Jüngern in die Glieder gefahren sein, als sie vom Motorenkonzept des California T erfahren haben. Auch wenn sich optisch kaum etwas getan hat, technisch ist das Klappdach-Cabrio ein Meilenstein in der Ferrari-Geschichte. Denn dem V8-Motor hilft ein Turbolader auf die Sprünge.

Die Zwangsbeatmung macht aus dem Vierliter-Aggregat einen Kraftprotz mit 560 PS und einem maximalen Drehmoment von 755 Newtonmetern, das bei 4.750 U/min bereitsteht.

Gute Fahrleistungen

Auch wenn die Puristen die Nase rümpfen, gibt es doch einige schlagkräftige Argumente für die aufgeladene Variante. Da ist zum einen die Fahrbarkeit, also das entspannte Cabrio-Cruisen und zum anderen der geringere Verbrauch, der voraussichtlich bei 10,5 l/100 km liegen wird.

Dass der Oben-Ohne-Ferrari kein Langweiler ist, zeigt die Spitzengeschwindigkeit von 316 km/h und der Sprint von null auf 100 km/h in 3,6 Sekunden.

Optimierte Dämpfer

Ebenfalls in der 550- bis 700-PS-Liga spielt der McLaren 650S. Der Brite wird mit einem in Eigenregie entwickelten V8-Twinturbomotor über die 300 km/h-Marke katapultiert. Damit positioniert sich der 650S genau zwischen dem Über-McLaren P1 und dem 12C.

Besonderes Augenmerk legten die Entwickler auf die aktive Aerodynamik. Die Frontschürze wurde mit dem Ergebnis weiter verfeinert, dass der 650S bei 240 km/h mit 24 Prozent mehr Abtriebskraft auf den Boden gepresst wird als der MP4-12C. Zum neuen System gehört auch eine weiterentwickelte Luftbremse, die auch zum Generieren von Grip und nicht nur als Bremsunterstützung eingesetzt wird.

Das "S" im steht Namen des McLaren steht für Sport. Also optimierten die Ingenieure die variablen Dämpfer, so dass dem Fahrer drei Fahrmodi - Normal, Sport, Track - zur Verfügung stehen. Dass so viel Technologie mit rund 250.000 Euro ihren Preis hat, dürfte niemand erschrecken.

Text: Press-Inform / Wolfgang Gomoll | Bildmaterial: press-inform