Auto-Salon Genf: Familienautos

Kompaktvans und Kombis auf dem Genfer Autosalon

Pack die Badehose ein!

Freizeit-kompatible Autos werden immer beliebter. Deswegen greift mit BMW sogar ein Premium-Hersteller mit dem Active Tourer im Van-Segment an. Doch die Konkurrenz ist gewappnet.

6. März 2014

So schnell schießen die Preußen nicht. Oder doch? Bekanntermaßen ist ja Niedersachsen für Bayern "Preußen". VWs Antwort auf den BMW Active Tourer steht bereits in den Startlöchern: Der Golf Sportsvan, ehemals Golf Plus.

Die Namensänderung zeigt schon, dass der Wolfsburger in die gleiche Kerbe wie das Münchener Premium-Produkt schlägt. Das geräumige Golf-Derivat soll ebenfalls eine jüngere Zielgruppe ansprechen. Die Niedersachsen haben viel Erfahrung in den Kompaktvan gelegt - so lässt sich die dreisitzige Rückbank bis zu 18 Zentimeter in der Längsrichtung verschieben und geteilt umklappen. Das Ladevolumen vergrößert sich so auf über 1.500 Liter.

 

 
 

Viele Assistenzsysteme

Damit der Sportsvan mit der bayrischen Konkurrenz mithalten kann, hat Volkswagen die Assistenzsystem-Schatulle weit geöffnet. Erstmals kommt in einem Golf ein Toter-Winkel-Assistent mit Parkfunktion zum Einsatz. Dabei überwacht die Elektronik nicht nur während der Fahrt den sogenannten "Blind Spot", sondern auch beim rückwärts Ausparken. Der Rest der Technik wie der Fernlichtassistent kommt vom Golf.

Zur Markteinführung werden für den Golf Sportsvan sechs neue Motoren (vier TSI und zwei TDI) erhältlich sein. Alle verfügen serienmäßig über ein Start-Stopp-System, erfüllen die Euro-6- Abgasnorm und sollen weniger verbrauchen. In der Spitze bis zu 19 Prozent. Die Preise des Golf Sportsvan beginnen bei 19.625 Euro.

Peugeot hält mit

Was BMW und VW recht ist, ist den Franzosen nur billig. Schließlich haben sie sich mit Vans und Kombis ebenfalls einen guten Namen gemacht.

Der Peugeot 308 SW soll der französischen Löwenmarke dringend benötigte Devisen in die leeren Kassen spülen. Der neue 4,59 Meter lange Löwen-Lademeister verkörpert formal eine Abkehr von dem nicht immer gelungenen Design der Vergangenheit. Obendrauf ist noch ein 1,69 Quadratmeter großes Glaspanoramadach zu haben.

Der 308 SW hat einen um elf Zentimeter gewachsenen Radstand und einen um 22 Zentimeter längeren Überhang hinten. Das Resultat ist ein beachtliches Ladevolumen von 610 Litern. Legt man die Rückbanklehnen um, wächst das Gepäckabteil auf 1.600 Liter. Davon 54 Liter unter dem Ladeboden.

Die Motoren kommen von der Limousine: Die Benziner haben von 130 bis 150 PS und die Diesel von 92 bis 150 PS. Im Juli 2014 wird die Palette um einen Dreizylinder-Turbo-Benziner PureTech mit 110 PS sowie ein neues Sechsgang-Automatikgetriebe für die Benziner-Version mit 130 PS erweitert.

Erster reinrassiger BMW mit Frontantrieb

Wie geht jetzt eigentlich BMW an das Van-Segment heran? Für den Premium-Autobauer ist das Neuland. Der in Blech gepresste Paradigmenwechsel aus München trägt einen marketinglastigen Namen: BMW Active Tourer. Ob das Adjektiv "aktiv" auf den Münchener Kompaktvan zutrifft, muss allerdings noch geprüft werden. Schließlich ist der 4,34 Meter lange, 1,80 Meter breite und 1,56 Meter hohe Familien-Transporter der erste reinrassige BMW mit Frontantrieb.

Die Van-typischen Fähigkeiten beherrscht der Münchener schon. Ablagen, die über 35 Liter Volumen fassen, eine verschiebbare Rückbank und ein doppelter Ladeboden sind verbaut.

Dreizylinder-Diesel kommt

Die Interessenten müssen bis etwa Ende September warten, ehe sie mindestens rund 27.000 Euro auf den Tisch des weißblauen Hauses legen dürfen.

Zur Markteinführung stehen ein Dreizylinder-Benziner mit 136 PS (218i), ein Vierzylinder Benziner mit 231 PS (225i) sowie ein Vierzylinder- Diesel mit 150 PS (218d) zur Auswahl. Alle Aggregate sind Neuentwicklungen aus dem Motorenbaukasten. Später im Herbst kommen noch ein Dreizylinder- Diesel (216d), ein Vierzylinder-Selbstzünder (220d) und ein Vierzylinder- Benziner (220i).

Für die Top-Versionen ist auch ein Allradantrieb vorgesehen. Also kann es auch ohne Probleme an den Strand gehen.

Text: Press-Inform / Wolfgang Gomoll | Bildmaterial: press-inform