Vorschau IAA 2013

Vorschau IAA 2013

Ein Ausblick auf die Stars der IAA 2013

Am 12. September beginnt in Frankfurt am Main „die automobilste Show der Welt“. 1.000 Aussteller aus 34 Nationen zelebrieren sich und ihre Neuheiten.

29. August 2013

Wer zuerst kommt, zahlt am meisten: 45 Euro kosten die Tagestickets für Fachbesucher der 65. IAA – drei Mal so viel wie eine klassische Wochenend-Tageskarte. Aber dafür dürfen die Fachbesucher vor allen anderen Autofans die Messehallen in Frankfurt stürmen, nämlich schon am 12. und 13. September 2013, direkt im Anschluss an die Pressetage am 10. und 11. September. 

„Die automobilste Show der Welt“ verspricht der offizielle IAA-Slogan für die Dauer vom 12. bis 22. September 2013. Damit geht die „Faszination Auto“, die 2011 angepriesen wurde und 928.000 Besucher aufs Messegelände lotste, in die nächste Runde – und lockt mit noch mehr Pomp und Glamour.

Volkswagen verlegt rund 90 Kilometer Kabel allein für die 2.350 Lampen auf seinem knapp 9.000 Quadratmeter großen Messestand in Halle 3.0. Elf Monate lang waren 18 Architekten mit der Planung beschäftigt. Der Aufbau dauert insgesamt rund 24 Tage. Dann steht die temporäre Arbeitswelt von circa 140 „Hosts und Hostessen“ und ihren 53 Exponaten.

 

 
 

VW setzt seine Bestseller unter Strom

Star der Wolfsburger wird der VW Golf VII – als voluminöser Variant oder Sportsvan (der neue Golf Plus), als elektrisch-sauberer e-Golf mit Zero-Emission-Mission und als Rundenzeiten räubernder Leit-Golf R mit 300 PS. Der beeindruckt mit vier Auspuffendrohren und 4,9 Sekunden auf Tempo 100 (mit optionalem 6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe DSG). Zentrales IAA-Thema von VW ist aber „Electrifying“ – festgemacht an den Großserien-Bestsellern e-Golf, e-up! und zahlreichen Inszenierungen auf der zentralen 61 Quadratmeter großen LED-Wand.

Auch BMW hat sich der Elektromobilität verschrieben. Rund 9.100 Kilometer wird der BMW i3 auf dem IAA-Stand der Bayern elektrisch fahrend zurücklegen. Das entspricht der Strecke von Frankfurt bis San Francisco. Die 300 Meter lange Fahrbahn windet sich in Form des Unendlichkeitszeichens über drei Ebenen und verwandelt die IAA-Präsenz von BMW und BMW i in eine Kombination aus Messe- und Event-Tempel.

BMW i vernetzt Auto und ÖPNV

Im Mittelpunkt stehen das vollelektrische Kompaktmodell i3 und der Plug-in Hybrid-Sportwagen i8. Die Bayern verbinden mit ihrem „360 Grad Electric“-Ansatz „elektrisierende Fahrerlebnisse“ – der BMW i3 surrt in 7,2 Sekunden 0 auf 100 km/h – und clevere Mobilitätsdienstleistungen.

Die intermodale Routenführung zum Beispiel zeigt auf Wunsch die nächstbeste U- oder S-Bahnstation und alle in Frage kommenden Verbindungen, um bei Stau (wird in Echtzeit angezeigt) oder leerer Batterie alternativ ans Ziel zu kommen. Die dynamische Reichweitenkarte visualisiert immer den aktuellen Aktionsradius des vernetzten Stromers.

Locker vier Mal so teuer wie der BMW i3 (ab 34.950 Euro) wird der zweite BMW-i-Streich. Mit dem BMW i8 präsentiert die „Schnell, aber sauber“-Submarke der Bayern einen furiosen Hybrid-Supersportler. 231 PS an der Hinterachse (Dreizylinder-Turbo), 131 E-PS vorn, das langt für voraussichtlich 4,5 Sekunden auf 100 – bei einem sensationell niedrigen Durchschnittsverbrauch von 2,5 l/100 km. Markteinführung: 2014.

Peugeot greift mit dem 308 an

Schnell und spektakulär – das können auf weltweit bedeutenden Automessen natürlich auch andere. Ferrari zum Beispiel. Die Italiener zeigen unter anderem den 458 Speciale. Leistung rauf auf 605 PS, Gewicht runter auf 1.290 kg, macht 3,0 Sekunden auf 100 und 9,1 s. auf 200 km/h. Preis: auf Anfrage.

Schnelles gibt es auf der IAA 2013 auch für weniger Betuchte. Peugeot präsentiert das bislang leistungsstärkste Modell der Löwenmarke. 270 PS mobilisiert der 1,6-Liter-Turbo des RCZ R. Die Extremversion des Sportcoupés kommt 2014 in den Handel. Verbrauch: 6,3 l/100 km. Preis: noch offen. Flughöhe: Das Referenzmodell mit 200 PS gibt es ab 31.100 Euro.

Das gedopte Aggregat aus dem RCZ R hat Peugeot auch gleich noch dem 308 R Concept unter die Fronthaube gebastelt. Die 270-PS-Variante des neuen Kompaktmodells soll Volkswagen zeigen, dass die Franzosen es in allen Belangen auf den VW Golf abgesehen haben – in puncto Qualität, Design, Zeit- und Klassenlosigkeit und eben Leistungsspektrum.

Der 308 R Concept platziert sich zwischen VW Golf R und GTI. Die zivile Variante des neuen Kompaktmodells behält den Namen des Vorgängers, punktet mit unaufdringlichem Look samt innovativem i-Cockpit und startet kurz nach der IAA vorerst mit drei Benzinern (82 bis 156 PS) und zwei Dieseln (92 bis 115 PS). Preise: ab 16.450 bzw. 19.550 Euro.

Die zwei Gesichter des Skoda Yeti

Honda bewirbt sich mit dem Civic Tourer um den Preis der meistdiskutierten IAA-Neuheit 2013 – und hat gute Chancen, zu gewinnen. Mit „gewagt“ ist das Design des Civic Kombis sicher nur unzureichend beschrieben. Dafür überzeugt der Sonderling mit inneren Werten wie dem separaten Ladeabteil hinter den Vordersitzen und üppigem Stauraum (624 bis 1.668 Liter).

Einstecken kann auch der GLA, das neuste SUV von Mercedes. Der A-Klasse-Ableger fürs Grobe gefällt mit gelungener Optik, breitem Motorenangebot und optionalem 4MATIC-Allradantrieb. Starke Konkurrenz für BMW X1 und Audi Q3 – wie der modellgepflegte Skoda Yeti, den es künftig analog zu Konzernbruder VW Tiguan mit zwei Fronten gibt (City und Off-Road).

Opels stärkstes Stück auf der IAA 2013 hört auf den Namen Insignia OPC. 325 PS und 435 Nm leistet das Topmodell des runderneuerten Insignia. Mit neuer Hinterachse und zahlreichen Detailverbesserungen (u.a. Geräuschdämmung, Vernetzung) soll Opels Flaggschiff in der Mittelklasse räubern. Wie es mit der Marke weitergehen könnte, zeigt der bildschöne Monza Concept. 1977 präsentierte Opel schon einmal ein großes Coupé auf der IAA – das dann zielstrebig in Serie ging. Wäre fein, wenn sich das wiederholte.

Täglich von 9 bis 19 Uhr geöffnet

Rund 1.000 Aussteller aus 34 Nationen sind auf der 65. Internationalen Automobil-Ausstellung vertreten. Wie üblich, möchte man meinen; auch für 2011 wurden diese Zahlen gemeldet. Überraschender ist da schon, dass die Preise stabil geblieben sind: Eine Tageskarte kostet weiterhin unter der Woche 13 Euro, an den Wochenenden 15 Euro.

Schüler, Studenten, Azubis, Teilnehmer des Bundesfreiwilligendienstes und ähnlicher Dienste sowie Bezieher von Arbeitslosengeld II zahlen gegen Vorlage entsprechender Ausweise 7,50 Euro bzw. 4,50 Euro für die ermäßigten Nachmittagstickets (ab 15 Uhr, sonst 8,00 Euro). Kinder bis zum vollendeten 6. Lebensjahr sowie Behinderte mit Zusatz „B“ im Ausweis und Rollstuhlfahrer (jeweils plus Begleitperson) haben freien Eintritt.

Karten gibt es vor Ort auf dem Messegelände in Frankfurt am Main oder übers Internet. Öffnungszeiten: täglich von 9 bis 19 Uhr.

Zahlreiche Highlights der 65. IAA gibt es vorab in der Bildergalerie.

Text: Ralf Bielefeldt