Studien auf der IAA 2013

Studien auf der IAA 2013

Am Main wenig Neues

Auf der IAA kann man wieder einen Blick in die Zukunft der Automobil-Industrie werfen. Doch wirklich aufregende, richtungsweisende Konzeptfahrzeuge sind rar.

12. September 2013

IAA-Zeit. Studien-Zeit. Das ist auf der diesjährigen Internationalen Automobil Ausstellung, die alle zwei Jahre in Frankfurt am Main stattfindet, nicht anders.

Einige Prototypen geben einen Ausblick auf kommende Fahrzeug-Gattungen. Doch wer revolutionäre Fahrzeugkonzepte sehen will, die die Zukunft des Automobils neu definieren, muss lange suchen. Zu sehr sind die Neulinge als Versuchsballone gedacht, die den Geschmack des Messepublikums testen sollen.

Die glänzenden Karossen, die sich auf Drehtellern im gleißenden Scheinwerferlicht drehen, mutieren mehr zum Marketing-Instrument als zum Taktgeber.

 

 
 

Allrad ist in

Der Jaguar C-X17 gibt den Ausblick auf ein Crossover-Modell, das frühestens Ende 2015 erscheinen wird. Das Blechkleid im typischen Jaguar-Design zeichnet schon ein sehr konkretes Bild der Formensprache. Schließlich basiert die neue Raubkatze auf der neuen Voll-Aluminium-Plattform, auf der sukzessive die gesamte Modellpalette der Briten aufbauen wird.

Audi zitiert mit dem Sport Quattro Concept die Vergangenheit. Die Studie, die auf einem stark verkürzten Audi-RS7-Chassis aufbaut, ist eine Hommage an den Sport quattro, der vor 30 Jahren den legendären Audi S1 vorwegnahm.
Damals wie heute ist unter der Haube genug Dampf: Der Achtzylinder mit mehr als 600 PS erhält Unterstützung von einem von einem rund 125 kW (170 PS) starken E-Motor. Zusammen ergibt das über 800 PS und ein Monster-Drehmoment von rund 1.000 Newtonmeter.

Auch beim Wachstums-Segment der SUVs wollen die Ingolstädter punkten: Der knackig auftretende Nanuk quattro ist ein Mittelmotor-SUV mit einem 544 PS starken V10-Diesel.

Schnittige Zukunft

Mercedes verleiht der eben erst erschienenen S-Klasse mit dem S-Klasse Concept Coupé sportlichen Glanz. Das Serienfahrzeug dürfte sich, was die Form angeht, nur unwesentlich von der schnittigen Studie des Luxus-Kreuzers unterscheiden.

Opel fährt mit dem Monza Concept auf der Retro-Schiene, da vor 30 Jahren auch der Monza GSE seine Premiere in Frankfurt feierte.

Das Volvo Coupé Concept weist, trotz der schnittigen Formen, in Richtung eines Serien-Fahrzeugs. Allerdings werden sich die Fans der schwedischen Marke mit Vierzylinder-Motoren begnügen müssen.

Und die Koreaner? Kia zeigt mit dem „Niro“, wie ein futuristisches Kompakt-SUV aussehen könnte.

Neues aus Japan

Der japanische Gigant Toyota tut sein Möglichstes, um sich ein neues, sportlicheres Image zu verschaffen: Das Yaris Hybrid-R Conzept Car prügelt mit 420 PS auf die vier Räder ein. Der Antrieb besteht aus einem 1,6-Liter-Benziner und zwei Elektromotoren, die als elektrischer Allradantrieb fungieren.

Toyotas Premium-Tochter Lexus zeigt mit der Studie Lexus LF-NX im Segment der Kompakt-SUVs Angriffswillen. Der Hybrid-Kraxler ist 4,64 Meter lang und zeigt mit dem sanduhr-ähnlichen Diabolo-Kühlergrill die durchaus ansprechende Formensprache des Lexus IS. Die Kraft kommt vom bekannten Vollhybrid-Antrieb, der aber extra für das SUV angepasst wurde.

Die Konkurrenz von Infiniti will mit der Studie Q30 Concept punkten. Der Prototyp des kompakten SUVs gleicht einer Mischung aus Mazda CX und der Mercedes-A-Klasse.

Nissan gibt mit dem Prototypen Friend-ME bei dessen Europapremiere eine Vorschau darauf, wie das Design zukünftig ausschauen wird.

Hybride aus Frankreich

Warum die Citroën-Marketing-Spezialisten dem 4,21 Meter langen Diesel-Hybrid den Namen „Cactus“ gegeben haben, bleibt wohl ewig ihr Geheimnis. Das Design der Crossover-Studie mit den Rempler-abfangenden „Airbumps“ zumindest ist gewagt.

Bodenständiger treten da schon die französischen Landsmänner von Peugeot auf: Mit dem Peugeot 208 Hybrid FE will die Löwenmarke ihre Elektro-Kompetenz beweisen. Das „FE“ steht übrigens für Fahrspaß und Effizienz, Immerhin kommt die Batterie aus dem Le-Mans-Renner 908. Als Verbrenner kommt ein Dreizylinder zum Einsatz. Das Resultat steht groß auf der C-Säule: 49 g CO2/km.

Familien im Blick

Ford bietet mit dem S-Max Concept gutbürgerliche automobile Kost. Der Van lässt nur noch wenig Raum für Interpretationen, wie der sportliche geschnittene Nachfolger des Siebensitzers aussehen wird.

Auch Renault bleibt den Familientransportern treu: Der Renault Initiale Paris gibt einen Ausblick auf den nächsten Espace. Das 4,85 Meter lange Konzeptfahrzeug ist eine Mischung aus Crossover und Van.

Der Ford Mondeo Vignale Concept ist dagegen im Grunde nichts anderes als eine besonders edle Ausstattungsvariante des neuen Ford Mondeo.

Spektakulärer Cadillac

Dass sich mit großen Coupés gutes Geld verdienen lässt, hat sich mittlerweile auch bis nach Detroit herumgesprochen. Deswegen haben die GM-Verantwortlichen das Cadillac Elmiraj Concept nach Frankfurt gebracht. Der 2+2-Sitzer ist mit 5,21 Metern auch lang genug, damit man sich in dem Auto mit dem schwer aussprechbaren Namen auch wohl fühlen kann.

Die riesigen 22-Zoll-Alus verleihen dem Auftritt des großen Amis den nötigen Nachdruck.

Appetitmacher

Suzuki besinnt sich seiner Wurzeln und hat mit dem Concept Car iV-4 ein SUV im Gepäck. Der Offroader könnte die erste Visualisierung eines Nachfolgers für den Grand Vitara darstellen. Auffällig sind die kurzen Überhänge. Die illuminierte Front mit dem fünfgeteilten Kühlergrill macht Lust auf mehr.

Ein Appetitanreger auch sicher der Smart fourjoy. Das Vehikel mit der Karosserie aus poliertem Aluminium gibt einen Ausblick auf die lange erwartete nächste Generation des Smart – zumindest was die Dimensionen angeht. Also wird der nächste Stadtflitzer wohl 3,49 Meter lang, 1,98 breit und 1,49 Meter hoch sein und einen Wendekreis von 9,10 Meter haben. Dass es eine elektrifizierte Version geben wird, scheint ebenso sicher wie die vier Sitze.

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Text: Wolfgang Gomoll; press-Inform | Bildmaterial: press-inform